"Let England Shake". Album von PJ Harvey

Klug und zähnefletschend reflektiert sie in ihren Songs persönliche Erfahrungen. Bei "Let England Shake" blickt PJ Harvey auf eine Welt, die sie selber nie erfahren hat. In die Welt des Krieges.

PJ Harvey berührt mit ihrem Album.
Zwei Jahre lang ist die 41-Jährige eingetaucht in Geschichtsbücher, Erzählungen und die Folklore aus Ländern, die lange Kriege erlitten haben: Russland, Vietnam, Kambodscha, Irak. "Es ist nicht so, dass mir erst jetzt auffällt, in was für einer kriegerischen, gewalttätigen Zeit wir leben", so die Künstlerin, "ich habe mein Leben lang die Konflikte in vielen Ländern der Welt verfolgt, doch ich musste als Songschreiberin erst sicher werden, um mich mit diesem Thema befassen zu können."

Mit "Let England Shake" ist PJ Harvey zu einer herausragenden Songschreiberin geworden. Es sind keine Gute-Laune-Songs geworden auf ihrem Album, jedoch findet sie in den zwölf neuen Songs Bilder von ungeheurer Wucht und eindrücklicher Wirkung. Nichts für die Mainstream-Hitparaden dieser Welt.

Aufgenommen hat PJ Harvey die neuen Songs im April und Mai vergangenen Jahres in einer Kirche in Dorset, im Südwesten Englands gelegen. Wie bei dem vor vier Jahren erschienenen Album "White Chalk" hat PJ Harvey auf Gitarren verzichtet, den wilden und wütenden Gitarrenrock von "Dry" oder "Rid Of Me" weit hinter sich gelassen.

Neu ist die politische Künstlerin PJ Harvey. Sie ist der festen Überzeugung, dass immer mehr Menschen sich nicht mehr zu Handlangern von Diktaturen oder des Krieges machen lassen und ziviler Ungehorsam zunehmen wird. Die Ereignisse dieses Jahr, von Nordafrika bis Syrien, geben ihr Recht. Während der Mainstream Kritik durch Rührseligkeit ersetzt, meint PJ Harvey offenbar das, was sie singt.

Kein postmodernes Hintertürchen, keine augenzwinkernde Doppeldeutigkeit - einfach nur das bedeutsame und musikalisch vielschichtige Statement einer klugen Songwriterin.

PJ Harvey: Let England Shake (Island/Universal); www.pjharvey.net









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