Salz - Das weisse Gold

Es gibt in unseren Breitengraden ein Märchen, in dem sich ein König nicht sicher ist, welches seiner drei Töchter einmal sein Reich erben soll. Also fragt er sie, wie gross ihre Liebe zu ihm sei. Die erste sagt zu ihm: „Ich liebe dich mehr, als alles Gold der Welt“, und die zweite „und ich mehr als Schätze und Edelsteine auf dieser Erde“. Als dann die Reihe an die letzte und jüngste Tochter kam, meinte diese: „Vater, ich liebe dich so sehr, wie unser Salz.“

Das weisse Gold. Salz.


Darob geriet der König so in Zorn, dass er sie verstiess. So wanderte das Mädchen unerkannt durch die Lande und fand schliesslich eine Stelle als Magd in einem Schloss. Dort wurde der Prinz auf sie aufmerksam und er heiratete sie. 
Als sie nun Königin war, lud sie ihren Vater auf’s Schloss. Dort liess sie ihm ein Mahl ohne Salz vorsetzen. Da begriff er, welch grosses Unrecht er seiner Tochter angetan hatte und bat sie um Verzeihung.

Welch hübsches Märchen, aber was täten wir wirklich ohne Salz? Salz ist nicht nur zum Würzen da. Der Körper braucht es wie die Luft zum Atmen. Jede kleinste Anstrengung kann unser Körper nur bewältigen, weil es Salz gibt, denn unsere Nervenfasern können Impulse nur so weiterleiten. Unser Körper braucht bis zu sechs Gramm täglich, da wir das Salz wieder ausscheiden.

Ohne Salz – kein Leben. Salz ist absolut unentbehrlich, und es ist in Hülle und Fülle vorhanden. Denn natürliches Salz ist ein Überbleibsel der in Urzeiten im Wasser gelösten Bestandteile unserer Erde.

In Binnenmeeren verdunstete das Wasser, Salz setzte sich ab. So entstanden vor 600 bis 250 Millionen Jahren riesige unterirdische Salzstöcke.

Unerschöpfliche Vorkommen. Deutschland ist nach den USA und China die Nummer drei der Salzproduzenten. Im Untergrund lagern an die 220 Billionen Tonnen. Und in den Weltmeeren ist soviel Salz, dass man das gesamte Festland mit einer 150 Meter hohen Salzschicht bedecken könnte.

Salz ist schier unerschöpflich, aber leider nicht überall zu haben. Es zu besitzen war seit Urzeiten Inbegriff von Reichtum und Wohlstand. Es war zeitweilig so wertvoll, dass es im Verhältnis 1:1 mit Gold aufgewogen wurde. 

Viele Städte oder Regionen verdanken ihren Namen dem „Weissen Gold“. Z. B. Salt Lake City, Hallein, das Salzkammergut, Bad Reichenhall, Hall in Tirol usw.

Handelsstrassen wurden allein für Salztransporte gebaut oder es wurde mit Schiffen transportiert. So entstanden Handelsbeziehungen und es förderte den Austausch der Kulturen.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Salz zu einem billigen Alltagsprodukt.

Mit Hilfe neuer wissenschaftlicher Methoden werden immer wieder bisher unbekannte Lagerstätten entdeckt.

Heute können in Bergwerken mit einer einzigen computergesteuerten Sprengung 80 Lkw-Ladungen Salz gefördert werden.

Speziell in den Gourmetrestaurants ist das Salz wieder zu hohen Ehren gekommen. Dort ist Salz nicht einfach Salz.

Es wird unterschieden zwischen den verschiedenen Sorten und ihren besonderen Eigenschaften. Da gibt es:

  • Edel-Meersalz (Fleur de Sel): teuer und edel – der Mercedes unter den Salzen
  • Schwarzes Salz (Kala Namak): Knackig und ungewöhnliches Raucharoma
  • Dänisches Rauchsalz: 160 Stunden über Buche kalt geräuchert
  • Wikinger-Salz: Auf Wacholder stundenlang geräuchert
  • Hawaiianisches Meersalz: Eisenhaltige Erde hat das Salz rötlich gefärbt
  • Kalahari-Salz: Viele Mineralien, stärkt das Immunsystem
  • Himalaya-Salz: Angeblich ein Wundermittel für langes Leben

Du siehst, die junge Prinzessin hatte Recht mit ihrem "weissen Gold" Salz! ... 










Instagram

Written by Blogger: (click picture for more info and stats)













0 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

Meist geklickt