Schauspielerin und Erfinderin. Hedy Lamarr

Weder GSM-Mobiltelefone noch Notebooks würden heute existieren, hätten sich die Filmschauspielerin Hedy Lamarr und der amerikanische Avantegardemusiker George Antheil im Sommer 1940 nicht auf einer Dinnerparty in Hollywood kennengelernt. 

War nicht nur eine begehrte Schauspielerin, sondern auch Erfinderin. Hedy Lamarr.

Auf einem Teppich liegend, mit einer silbernen Streichholzschachtel und deren Inhalt als Modellbaukasten, entwickelten die beiden auf der Grundlage von Hedy Lamarrs technischen Vorschlägen ein Gerät zur abhör- und störungssicheren Funkfernsteuerung von Torpedos. 

Die zugrundeliegende geniale Idee: Das Funksignal, mit dem das Torpedo gelenkt wird, sollte nicht auf einer einzelnen Frequenz übermittelt werden, sondern auf einer willkürlich gewählten Folge unterschiedlicher Frequenzen.

Damit würde es einem Gegner, der diese Folge nicht kennt, nahezu unmöglich, das Leitsignal zu belauschen oder zu stören. 

Es kam nur darauf an, die Sequenz bei Sender und Empfänger zu synchronisieren. Hier kam den beiden Erfindern George Antheils (8.7.1900 - 12.2.1959) musikmechanische Vorbildung zugute.

Er erkannte, dass sich das Prinzip des automatischen Klaviers, das mittels einer Art Lochstreifen gesteuert wird, für die Synchronisierung nutzen lässt. 

Es entstand der Entwurf für ein Torpedolenksystem auf 88 Frequenzen - entsprechend den 88 Tasten der Klaviatur. Im Juni 1941 reichten die beiden ihre Idee beim amerikanischen Patentamt ein – am 11. August 1942 wurde das Patent gewährt. 

Seine Nutzung überliessen die Erfinder dem US-Militär. In der Tat verschwand die Erfindung von Lamarr und Antheil in den gut verschlossenen Schubladen der Militärs.

Erst 1962 kam es während der Kuba-Krise zu einem ersten Einsatz der Technik. In den darauffolgenden Jahren jedoch wurden die Prinzipien des Patents unter den Fachbegriffen "Spread Spectrum" und "Frequency Hopping" eine Grundlage in der Kommunikationstechnologie der amerikanischen Militärs.

Ende der siebziger Jahre erschien zum ersten Mal eine öffentlich zugängliche wissenschaftliche Publikation, die den aktuellen Stand der Forschung zum Thema Spread Spectrum dokumentierte, und Anfang der achtziger Jahre begann man mit der zivilen kommerziellen Nutzung. 

Das Konzept erlaubt nämlich nicht nur eine schnelle, abhör- und störungssichere Datenübermittlung per Funk, es ermöglicht darüber hinaus die gemeinsame Nutzung von Funkfrequenzbereichen durch eine große Anzahl unabhängig voneinander kommunizierender Funkteilnehmer. 

Angesichts des knapp bemessenen Frequenzspektrums und der immer noch teuren Kabelwege ist es vor allem diese Eigenschaft, die Hedy Lamarrs Patent zu einem nach wie vor revolutionären technologischen Fortschritt macht.



"It's about time", meinte Hedy Lamarr, als sie 1997 mit dem Pioneer Award der Electronic Frontier Foundation (EFF) ausgezeichnet wurde. 1990 hatte mit einem Artikel im US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" die Wiederentdeckung dieser faszinierenden Frau eingesetzt. Dem EFF-Pioneer Award folgten weitere Preise.

Hedy Lamarr, die als Hedwig Kiesler am 9. November 1914 in Wien geboren wurde, starb am Mittwoch, den 19. Januar 2000 in Florida, wo sie bis zuletzt zurückgezogen von der Öffentlichkeit gelebt hatte.









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