Die Titanic. Von Helden und tragischen Figuren

Die Erinnerungen an das stolze Passagierschiff "Titanic", die nach einer Kollision mit einem Eisberg am 14. April 1912 sank, werden wohl immer Bestand haben. Heute möchte ich nicht über den Untergang selbst berichten, sondern Dir Menschen vorstellen, die beim Untergang der "Titanic" eine herausragende Rolle spielten.

Am Tag danach. Die Schlagzeilen weltweit wurden
 beherrscht von der Tragödie um die Titanic.


Kapitän E.J. Smith. Als die "Titanic" zu sinken begann, kämpfte der Kapitän mit aller Kraft darum, das Passagierschiff vor dem Untergang zu retten. Am Ende hielt er sich an den Ehrenkodex eines Kapitäns und ging mit seinem Schiff unter. 

Als Smith wiederholt Eisbergwarnungen erhielt, konnte er sich nicht dazu durchringen, die Geschwindigkeit des Schiffes zu drosseln. Nach der Katstrophe kritisierte die Londoner Untersuchungskommission die Entscheidung des Kapitäns mit Nachdruck.

Josef Bruce Ismay. Er war der Geschäftsführer der White Star Line und er war es auch, der Kapitän E. J. Smith drängte, die wiederholten Eisbergwarnungen zu ignorieren. Der Kapitän hatte aber am Ende die alleinige Entscheidungsvollmacht und Verantwortung über sein Schiff, und so konnte er auch von der schweren Schuld nicht freigesprochen werden.

William M. Murdoch. Er war 1. Offizier auf der Titanic und auch ihm wurde vorgeworfen, nach Sichtung des Eisberges falsch gehandelt zu haben.

Doch in Anbetracht der Tatsache, dass er nicht wissen konnte, wie weit entfernt sie sich davon befanden und auch nicht die genaue Reaktion des Schiffes nach seiner sofortigen Reaktion "Maschinen volle Kraft zurück" kannte, konnte ihm keine direkte Schuld nachgewiesen werden.

Auch liess sich nie mit Sicherheit feststellen, inwieweit der Versuch des Ausweichmanövers den tatsächlichen Ereignissen entsprach. Es gab dazu zu viele widersprüchliche Angaben von Überlebenden. 

Bei der Rettung "Frauen und Kinder" zuerst, nahm er es nicht so genau wie z. B. der 2. Offizier Charles Lightoller. So konnten bei ihm auch Männer in die Rettungsboote steigen.

Er erschoss trotzdem zwei Passagiere und richtete dann angeblich die Waffe gegen sich selbst. Auch das wurde niemals bewiesen, da einige der Passagiere ihn noch in einem Rettungsboot gesehen haben wollen.

Das 8-Mann Orchester. Diese Männer waren wirkliche Helden. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen spielten sie noch, bis ihnen das Wasser zu den Knien reichte.

Jack Phillips. Held und Unglücksrabe. Phillips - einer der Funker auf der "Titanic" gilt als Held, weil er an seinem Funkgerät blieb und bis zum bitteren Ende Notsignale sendete. 

Der einzige überlebende Funker war Harold Bridge. Kritiker machten Phillips mitverantwortlich für den Zusammenstoss mit dem Eisberg. Er war kein Mitglied der White-Star-Besatzung, sondern Angestellter der Telegrafengesellschaft British Marconi Company. 

Obwohl Phillips an dem verhängnisvollen Tag der einzige diensthabende Funker war, sollte er nur für das Senden und Empfangen von Nachrichten für die wichtigen Passagier an Bord zuständig sein. 

Nachdem bei Phillips fünf Eiswarnungen von der in der Nähe ankernden "Californian" eingegangen waren, reagierte er ungehalten. Er fuhr den Funker der "Californian" an, er solle endlich aufhören, ihn mit dem Eis zu nerven. Doch als die "Titanic" eine Stunde später SOS-Rufe sendete, konnte die nur zehn Meilen entfernt vor Anker liegende "Californian" das Signal nicht empfangen. 

Hatte der Funker vielleicht aus Ärger über Phillips das Funkgerät ausgeschaltet? Die "Californian" reagierte auch nicht auf die Signalraketen in der Ferne. Viele Menschen hätten gerettet werden können, wenn schneller Hilfe gekommen wäre.

Hugh Walter McElroy. Ein Mann sollte hier nicht vergessen werden. Zahlmeister Hugh Walter McElroy.

Obwohl er zu den ranghöheren und bestbezahltesten Besatzungsmitgliedern gehörte, wird er kaum erwähnt. Sein Verdienst war höher als der des 1. Offiziers und er war Hauptverantwortlicher für das Wohl der Passagiere und die finanziellen und kaufmännischen Angelegenheiten des Schiffes.

Viele Passagiere machten eine Buchung davon abhängig, dass er als Chefzahlmeister und Repräsentant der White-Star-Line mit an Bord war.

Mr. Hugh Walter McElroy wurde von den Passagieren als eine grosse, alles beherrschende Gestalt beschrieben, der einen augenzwinkernden Humor besass. Auch bei den schwierigsten Passagieren bewies er ausserordentliches diplomatisches Geschick. 

Als das Schiff zu sinken begann, bewahrte er fast als Einziger Ruhe und strahlte Autorität aus. Er überwachte die Ausgaben der Wertsachen und ermunterte die Passagiere, in die Rettungsboote zu steigen. Er half überall mit. Als sich zwei Männer vordrängelten, um zu den Booten zu gelangen, schoss er als Warnung zweimal in die Luft.

Ein Nachruf über H. W. McElroy von einem der Überlebenden der Katastrophe, John Borland Thayer Junior, sagt wohl alles über diesen Menschen aus:

"Zahlmeister Hugh Walter McElroy war der tapferste und feinste Mann, den man sich denken kann. Er half überall bei den Beladen der Rettungsboote mit, doch er selbst nahm keines." 

Hugh Walter McElroy wurde nicht gerettet...

Hier findest Du mehr aus unserer Grossen Reihe >>> zerfällt das Wrack der Titanic endgültig?




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