Brief von Gerd - Lieber Emile Coué - Die Macht der Autosuggestion

Emile Coué (geb. 1857, gest. 1926) machte als kleiner französischer Apotheker in Nancy eine Entdecktung, die ihn weit über die Grenzen seines Landes hinaus berühmt machte. Er stellte fest, dass es einen großen Unterschied macht, mit welchen Worten er seinen Patienten die vom Arzt verschriebenen Medikamente überreichte! 

Es ist die Macht der Vorstellung, die Dich fliegen lässt ... oder nicht.

UND ICH SAGE EUCH - ES FUNKTIONIERT - ICH WENDE ES SEIT ÜBER 3 JAHREN JEDEN TAG AN.

Gab er seinen Patienten ein Medikament mit den Worten "Da hat Ihnen Ihr Arzt aber ein ausgezeichnetes Mittel verschrieben. Sie werden sehen, dass es Ihnen bald sehr viel besser geht", dann ging es vielen nach kurzer Zeit besser oder sie waren geheilt.

Gab er den Patienten das Medikament jedoch ohne solche die Wirksamkeit lobenden Worte, dann berichteten die Patienten viel seltener über eine Besserung ihrer Beschwerden.

Aus diesen Beobachtungen entwickelte Coue´die Lehre der Autosuggestion. Nach dieser Lehre können wir alle unser seelisches und körperliches Befinden dadurch erheblich steigern, indem wir uns selbst bestimmte gesundmachende Autosuggestionen vorsagen.

"Es gelang ihm, durch Aufdeckung der inneren Vorgänge Gesetze zu formulieren, welche Autosuggestion leicht lehrbar machen" (Lambert, 1965)

Ab 1912 bis in die 1920er Jahre reiste Coue´durch die europäischen Großstädte und in die USA und füllte mit Vorträgen über seine Methode die Säle. Es war ihm wichtig, die Heilkräfte der Menschen zu stärken und möglichst vielen beizubringen, wie sie sich selber helfen konnten.

Coue bei seinen berühmten Sitzungen...

Die berühmt gewordene Autosuggestionsformel von Coue´lautet:

"Es geht mir mit jedem Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser und immer besser"

Große Erfolge kann man laut Coue´mit der einfachen Übung erzielen, sich lebenslang täglich sofort nach dem Erwachen und unmittelbar vor dem Schlafen etwa 20 mal halblaut diesen Satz vorzusprechen. Hierbei sei es gleichgültig, ob man daran glaube oder nicht und was man bewusst dabei denke. Solange nur die Lippen den Satz laut genug formten, damit er über die Ohren wieder zurückwirken könne.

Coue´- seine Kerngedanken

Da pochen wir stolz auf unseren freien Willen und glauben Handlungsfreiheit zu haben in den Dingen, die wir tun, und sind in Wirklichkeit nur Marionetten in der Hand unserer Vorstellungskraft. Wir hören erst auf, Marionetten zu sein, wenn wir gelernt haben, unsere Vorstellungskraft zu meistern.

Um die Vorstellungskraft zu lenken ist nur zweierlei nötig: erstens muss man wissen (das wissen die wenigsten) dass so etwas möglich ist, und zweitens muss man die Mittel kennen, mit dem man dies zuwege bringt. Dieses Mittel ist die Autosuggestion

Coue´behauptet, dass zahlreiche Menschen nur deshalb seelisch oder körperlich krank sein, weil sie sich vorstellen, körperlich oder seelisch krank zu sein.

Coue´s Gesetze:

1. Im Widerstreit zwischen Wille und Vorstellungskraft siegt ausnahmslos die Vorstellung
2. Die Vorstellung ist lenkbar - lenkbar durch Autosuggestion

Nicht der Wille ist somit der Antrieb unseres Handelns sondern die Vorstellungskraft! Coue´gibt ein Beispiel: 

"Jeder kann über einen 30 cm breiten Balken laufen, wenn er am Boden liegt. Was aber, wenn der Balken in luftiger Höhe zwei Kirchtürme verbindet? Warum läuft da keiner mehr? Mann muss doch angeblich nur wollen!  

Jeder weiß ganz genau: Je mehr er das dort oben will, wo er es sich nicht vorstellen kann, umso eher stürzt er ab. Und das ist in allen anderen Fällen unseres Lebens genauso, nur wollen wir es nicht glauben und versuchen immer wieder noch einmal, "den Willen zu erziehen" statt uns endlich um die Instanz zu kümmern, die den Fortgang des Geschehens entscheidet: die Vorstellungskraft.

Jede Vorstellung, die sich genügend stark eingeprägt hat, strebt danach, sich zu verwirklichen und verwirklicht sich, soweit ihr keine Naturgesetze entgegenstehen.

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Die Lehre von Coue - praktisch erzählt

Bewusste Autosuggestion nach Emile Coue

Erfolgreich mit Autosuggestion


Meine Buchtipps dazu:
  • Die Selbstbemeisterung durch bewusste Autosuggestion, Schwabe, Basel 1997, ISBN 3-7965-0635-6
  • Was ich sage. Auszug aus meinen Vorträgen, Schwabe, Basel 1996, ISBN 3-7965-0609-7
  • Autosuggestion, Orbis, 2002, ISBN 3-572-01329-1
  • Mentaltraining und Autosuggestion, Oesch, Zürich 1998, ISBN 3-572-01329-1
UND wer noch mehr wissen will - Brief von Gerd - Liebe Gedanken!
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2 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Sinngemäß für das Spiegelbild unserer Gesellschaft: "Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann." (Zitat Jean Guehenno).

    Und die Geschicht von der Moral: "Gott erschuf den Menschen, weil er vom Affen enttäuscht wurde. Danach verzichtete er auf weitere Experimente."

    Somit verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

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  2. Es ist doch hoch erfreulich, wie COUÉ WIEDERENTDECKT - so lautete ein Buch des Grazer Psychologen Gustav Lebzeltern - wird!
    Dass man sich und seine Ware nicht unter Wert verkauft, hat natürlich nicht erst COUÉ erfunden. Doch er hatte das Glück, dass seine Frau aus Nancy war. Nancy war damals neben Paris ein Hauptzentrum der eben entstehenden Erforschung von Hypnose und Sugestion. Über seinen berühmten Schwiegervater lernte Coué Dr.Liébault und Prof. Bernheim, die Hauptvertreter der Nancyer Schule, kennen. Er interessierte sich für den Hypnotimus, fand aber bald einen praktischen Weg, dieselben Ergebnisse ohne tiefe Trance nur durch Suggestion zu erzielen. Und weil er auch die Suggestion souverän beherrschte kam er weiter als alle zuvor: Er konnte auch noch auf die Rolle des Suggestors verzichten und sich mit der Rolle des Lehrers der Autosuggestion bescheiden. Damit hatte er mit minimalstem Aufwand das Maximum erreicht. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen!
    Ich kann aus 35 Jahren Siggestionsforschung bestätigen: Autosuggestion in der hohen Qualität von E.Coué ist ein hoch wirksamer Lebensschlüssel.
    Mit freundlichen Grüßen
    Franz Josef Neffe

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