our mission?" 10`000 stories for you
#nicht immer brav aber...immer wOw


Geistergeschichten. Der Fluch der Thomasina Goddard

Auf dem Friedhof der Christuskirche in Barbardos steht auf einem Hügel ein kleines, aber massiv gebautes Denkmal - eine Familiengruft. Seit 1820 ist sie aber leer, und das wird auch so bleiben - aus erschreckenden  Gründen!



Die Familiengruft wurde ursprünglich 1724 im Auftrag der Witwe eines englischen Aristokraten erbaut, dessen Leiche hier bestattet gewesen sein soll, bis man in der Folgezeit den Sarg wegschaffte. 

Die erste verzeichnete Beisetzung danach war die einer gewissen Thomasina Goddard am 31. Juli 1807.

Die Familiengruft, erbaut aus mächtigen Blöcken des hiesigen Korallensteins und mit Zement ausgefugt, wurde sechzig Zentimeter tief in den soliden Kalksteinfelsen eingesetzt.

Der Grundriss beträgt drei Meter sechzig mal zwei Meter. Ursprünglich war der Eingang mit einer schweren Marmorplatte verschlossen, die das Grabmal zwischen den Beisetzungen hermetisch abriegelte.

Schon im Jahr 1808 kam das Grabmal in den Besitz der reichen Familie Chase, deren Oberhaupt Thomas Chase war. 

Am 22. Februar 1808 wurde der kleine Bleisarg der Mary Chase, seiner jungen Tochter, in diesem Gewölbe beigesetzt. 
Vier Jahre vergingen, dann starb eine andere Tochter der Familie, Dorcas. Ihr Alter ist unbekannt, aber sie war offenbar erwachsen. Sie wurde am 6. Juli 1812 beigesetzt. 

Bis dahin war nichts Aussergewöhnliches geschehen. Das änderte sich, als am 9. August des gleichen Jahres Thomas Chase selbst beigesetzt werden sollte....

Die Särge der beiden Töchter waren von ihren Plätzen verschoben worden, offensichtlich mit roher Gewalt. Der des Kindes Mary war mitten durch das ganze Gewölbe gezogen und lag mit der Oberseite nach unten an der Wand.

Die farbigen Leichenträger gerieten bei diesem Anblick in helle Aufregung, aber die Familie Chase schien nicht weiter bekümmert. Die Särge wurden wieder an ihre ursprünglichen Plätze gestellt, neben den unberührten Sarg von Mrs. Goddard, und längsseits davor der von Mr. Chase.

Dies war ein aussergewöhnlich schwerer Bleisarg, der von acht Männern getragen werden musste. Nachdem man die Marmorplatte wieder vor das Grabmal gestellt hatte, wurde sie mit grosser Sorgfalt fest verfugt. 

Am 25. September 1816 wurde der Sarg von Samuel Brewster Ames, einem Kind, das wahrscheinlich mit der Familie Chase verwandt war, zur Gruft gebracht. Den Männern, die die Gruft öffneten, zeigte sich ein erschreckendendes Bild. 

Alle Särge lagen und standen durcheinander, zum Teil umgekippt, ausser dem der Mrs. Goddard. Ihr Sarg aus Holz war ein wenig zerfallen, aber er stand an seinem alten Platz. Selbst Thomas Chases schwerer Bleisarg lag auf der Seite, ein Stück links von seinem ursprünglichen Platz.

Diesmal war die Familie Chase wütend. Man glaubte, diese Grabschändung hinge mit dem erfolglosen Sklavenaufstand zusammen, der im Frühjahr des Jahres blutig niedergeschlagen worden war. 

Aber abgesehen davon, dass die abergläubigen Schwarzen kaum freiwillig in ein Grabmal gingen, hätte der Sarg von Thomas Chase wegen seines enormen Gewichtes nicht bewegt werden können, ohne dass es bemerkt worden wäre.

Wiederum brachte man die Särge wieder an ihre angestammten Plätze und die Marmorplatte wurde wieder festzementiert. 

Im gleichen Jahr, am 17. November, musste das Gewölbe erneut geöffnet werden, um Samuel Brewster aufzunehmen, der während des Sklavenaufstandes ermordet und vorübergehend an anderer Stelle begraben worden war.

Und wieder waren die Särge durcheinandergeworfen worden. Mit Ausnahme desjenigen der Mrs Goddard, der nach wie vor unberührt war, standen sie, an die Wände gelehnt, übereinander und über Kreuz. 

Diesmal untersuchten der Pfarrer, ein Beamter und zwei andere Männer das Gewölbe sorgfältig. Sie fanden keinen Spalt und keinen verborgenen Eingang.

Eine grosse Menschenmenge war dem Sarg gefolgt, und diese Entdeckungen bestätigten ihre schlimmsten Befürchtungen: Das Grabmal der Chases war verflucht! 

Die schwarzen Friedhofsarbeiter konnten nur mit grösster Mühe dazu bewegt werden, in das Gewölbe zu gehen und die Ordnung wieder herzustellen. Mrs. Goddards Gebeine, die aus dem zerbrochenen Sarg gefallen waren, wurden in eine Hülle gepackt und an der Wand niedergelegt. Wieder verschloss man den Eingang sorgfältig.

Drei Jahre vergingen, bis der nächste und letzte Sarg zum Grabmal der Chases getragen wurde. Die ganze verwirrende Geschichte hatte auf Barbardos inzwischen so grosses Interesse erregt, dass der Gouverneur und Kommandant der Garnison, Lord Combermere, und viele Hunderte von Zuschauern am 17. Juli 1819 hinter dem Sarg von Mrs. Thomasina Clarke hergingen.

Das Gewölbe konnte nur mit Mühe geöffnet werden, denn Thomas Chases schwerer Bleisarg stand hochkant vor der Platte. Die beiden Särge der Kinder, die auf zwei grösseren gestanden hatten, lagen auf dem Fussboden. 

Als einziges unberührt? Du vermutest richtig, nur die dürftige Hülle mit Mrs. Goddards Gebeinen war unangetastet.

Lord Combermere war einer der erfolgreichsten Kavalleriekommandeure des Herzogs von Wellington im Krieg gegen Napoleon gewesen. Es war nicht leicht, ihn zu erschrecken. 

Der Lord nahm selbst eine peinlich genaue Untersuchung des Gruftinneren vor. Als sich dabei nichts feststellen liess, ordnete er an, dass die Särge wieder an den alten Platz gestellt wurden und dass man feinen Seesandauf den Boden streute. Das würde Fussstapfen erkennen lassen, falls irgend jemand unbefugt das Grabmal betreten sollte.

Die Marmorplatte über der Gruft wurde wieder festgemauert, und Lord Combermere und mehrere andere drückten ihr persönliches Siegel in den noch weichen Zement.

Neun Monate später, am 19. April 1820, war Lord Combermere wieder in der Nähe des Ortes. Er sollte dieses Jahr nach England zurückkehren und hätte gern gewusst, ob irgend etwas im Innern des Grabmals geschehen war. 

Er fand die Siegel und die Eingangsplatte unberührt. Man sah auch keine Fussspuren auf dem mit Sand bestreuten Boden. Die Hülle mit den sterblichen Überresten von Mrs. Goddard lag noch so an der Wand, wie man sie zurückgelassen hatte.

Aber wieder einmal waren die anderen Särge durcheinander geworfen. Ein Kindersarg lag im Eingang. Thomas Chases besonders schwerer Sarg und ein zweiter lagen mit der Oberseite nach unten. 

Lord Combermere war ein erfahrener Heerführer und erkannte, wenn eine Situation ausser Kontrolle geriet. Er gab Order, die Särge aus dem Grabmal zu holen und an einem anderen Ort zu bestatten. Von diesem Zeitpunkt an blieb die Gruft leer.

Welche geheimnisvolle Kraft die Särge bewegt hat, ist niemals geklärt worden.






Instagram

Written by Blogger: (click picture for more info and stats)













0 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

Meist geklickt