China kauft die Welt

China erobert die Welt nicht - China kauft die Welt. China ist auf großer Einkaufstour: Die asiatische Supermacht investiert massiv in Europa.


Die asiatische Supermacht tritt als Großinvestor und Retter der europäischen Schuldenstaaten auf. Aber worauf hat es China eigentlich abgesehen und was bedeutet das für Europa?

Den Chinesen fällt ihre vermeintliche Großzügigkeit leicht. Mehr als 2,4 Billionen Dollar Devisenreserven haben sie angehäuft, für die sie Verwendung suchen. Da kommt es ihnen nur gelegen, dass klamme Euro-Länder um jeden Investor dankbar sind, der Geld ins Land bringt und Staatsanleihen erwirbt, die andere eiligst aus dem Depot räumen.

An der Peripherie Europas werden die Chinesen wie Heilsbringer empfangen, im Herzen Europas wird ihr wachsendes Engagement dagegen mit Argwohn betrachtet. Wenn China europäische Anleihen kaufe, sinnierte kürzlich in Brüssel der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger, dann stehe dahinter nicht die Caritas: "China übernimmt die EU, und wir Europäer verkaufen unsere Seele."

Der reiche Onkel aus China

Anleihen von Pleiteländern sind jedoch nur die eine Seite der Shoppingtour à la China. Daneben investieren die Asiaten Milliardenbeträge in europäi­sche Unternehmen und Infrastruktur. Sie bauen Autobahnen in Polen, Industriezonen in Bulgarien, Brücken in Serbien und Häfen in Griechenland. Und sie suchen aggressiv nach Unternehmensbeteiligungen.

Klar ist: „China kann vor Kraft kaum laufen“, so Eberhard Sandschneider, China-Experte und Direktor der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik. „Wenn ein Land 30 Jahre lang wirtschaftlich wächst, wird es selbstbewusst, auch in seiner Wirtschafts- und Außenpolitik.“

Dabei geht es aber weniger um Protzgehabe, sondern um klare strategische Ziele. Europa spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Was China hiermit vorhat, lässt sich an ökonomischen und politischen Zielen festmachen:

China benötigt ein stabiles Europa

Dass China Europas Pleitekandidaten Irland, Griechenland, Portugal und auch Spanien unter die Arme greift oder greifen will, hat vielleicht mehr mit Freundschaft zu tun, als es auf den ersten Blick scheint:

Geht es Europa gut, geht es nämlich auch China gut. Europa ist Chinas wichtigster Absatzmarkt, rund 20 Prozent seiner Exporte gehen in die EU, 18,5 Prozent in die USA. Schlittern Europas Staaten in die Krise oder zerfällt die Eurozone gar, vermindert sich in Europa die Nachfrage nach chinesischen Fabrikaten.

Geopolitische Ambitionen

Wie die Chinesen wirtschaftliche und geopolitische Interessen verbinden, zeigt sich am besten am Betrieb des größten Containerterminals im griechischen ­Hafen Piräus. Dort hat sich der chinesische Logistik­konzern COSCO die Betriebskonzession auf 35 ­Jahre gesichert. Das „Singapur des Mittelmeers“ (COSCO-Chef Wie Jiafu) soll Chinas Brückenkopf nach Europa werden.

Auch Chinas Island-Hilfe mittels 500-Millionen-Euro-Swap-Deal vergangenes Jahr war kein reiner Freundschaftsdienst. Island liegt am Ende der bald eisfreien Nord­ostpassage, dem Seeweg von Asien nach Europa.




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