Die Tuareg. Ein stolzes Volk der Wüste

In meinem Wohnzimmer hängt ein Bild von einer verschleierten Frau, deren Anblick mich immer wieder fasziniert. Ihre dunklen, wunderschönen Augen blicken etwas wehmütig, aber nicht unbedingt traurig. Es sind die stolzen Augen einer Tuareg-Frau.



Die meisten verschleierten Frauen blicken ängstlich, abweisend, gequält und man sieht es ihnen sofort an, dass sie in ihrer Welt kaum etwas zu melden haben. Nicht so die stolzen Tuareg-Frauen. Diese haben seit jeher besondere Vorrechte. 

Denn bei den Tuareg gilt das Mutterrecht, ihre Frauen erfreuen sich einer, im Gegensatz zu den Arabern, gehobenen Stellung. Die Kinder folgen bluts- und rechtmässig der mütterlichen Linie.

Die Einehe ist die Regel. Und sie dürfen absolut den Schleier ablegen, im Gegensatz zu den Tuareg-Männern, die ihr Gesicht mit einem langen Schleier bedecken.

Dies ist eine alte Sitte, nur jugendliche Stammesangehörige dürfen ihn noch nicht tragen. Allgemein sind die Tuareg-Männer mit Schwert und Messer bewaffnet. Bekannt ist ihr am linken Unterarm befestigter kurzer Armdolch mit Kreuzgriff.

Die Tuareg sind Moslems und ein Nomadenvolk. Die frühesten Spuren stammen aus dem 5. Jahrhundert, und schon seither sind die Tuareg berühmte Kamelreiter und -züchter.

Ob eine ihrer endlosen Wanderungen durch die Sahara gut ausgeht oder in einer Katastrophe endet, hängt vom Wasser ab, weshalb es für die Tuareg überlebenswichtig ist, jede Wasserstelle zu kennen.

Die meisten Tuareg wohnen in Zelten aus gegerbten, rotgefärbten Ziegen- oder Schafhäuten. Manche Stämme bevorzugen jedoch kuppelförmige Hütten. Ein einfaches Gestell wird dabei mit Stroh oder Palmblättern verkleidet.

Nur wenige Tuareg können sich ein Steinhaus leisten. Es sind die Angehörige von Stämmen oder Clans, die auf das Wanderleben verzichtet haben. 



Die Tuareg leben zwar nach dem Koran, halten aber auch immer noch an uraltem Geisterglauben fest. Die Gesamtzahl der Tuareg kann man nur schätzen - sie liegt bei etwa 300 000. 

Doch auch ihr Leben wird sich wahrscheinlich ändern, denn schon lösen Lastwagen auf der neuen Trans-Sahara-Stassen die Kamelkarawanen ab, die wohl genug Schwierigkeiten haben, sich an Grenzen und Zölle zu gewöhnen. 

Man kann nur hoffen, dass dieses stolze Volk nicht auch wie schon so viele vorher, einfach sang- und klanglos untergeht.




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