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Die lange Flucht des Slavomir Rawicz

Es war anfangs eine Geschichte, wie sie zig-tausendfach erzählt werden könnte. Jene des polnischen Offiziers Slavomir Rawicz, der 1941 von der Roten Armee wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. So kam er in ein Arbeitslager, 650 Kilometer südlich des Polarkreises. Ein hoffnungsloser Ort, an dem die Gefangenen wie die Fliegen starben.

Die Geschichte des Slavomir Rawicz und seiner sechs Freunde wurde sogar verfilmt.


Vom ersten Augenblick an dachte Slavomir Rawicz nur an Flucht. In sechs weiteren tapferen Männern fand er Freunde, die alle das Gleiche im Sinn hatten - und sehr erfinderisch waren.

Sie stahlen Felle von Tieren, die vom Wachpersonal erledigt worden waren, verarbeiteten diese zu Schuhen und Kleidungsstücken, fertigten sich heimlich Messer und andere nützliche Dinge an und Werkzeuge, mit denen sie Feuer machen konnten. 

Slavomir Rawicz
Die Gruppe um Rawicz erhielt Unterstützung von einer Seite, wo er es nie erwartet hätte. Es war die Frau des Lagerkommandanten.

Auch sie plante die Flucht und riet ihm, nicht die kürzere Ostroute zu wählen, die Richtung Pazifik lief, da er dort ganz sicher wieder in Gefangenschaft geraten würde. Statt dessen wies sie ihm die Route südlich Richtung Afghanistan oder Indien. 

Diese sei die sicherste, obwohl lang und gefahrenreich. Sie besorgte auch für alle Männer eine Axt und füllte ihnen einen Sack mit Lebensmitteln, der für einige Tage reichen sollte.

Am 9. April 1941 entschlossen sich Rawicz und seine sechs Männer, die Flucht zu wagen.

Es war Nacht und ein Schneesturm tobte, als sie durch den Stacheldraht des Lagers schlüpften. Die ersten zwei Nächte liefen sie ohne Pause durch die Ebene.

Tagsüber versteckten sie sich um zu schlafen und einige Bissen zu essen. Sie hatten Glück. Der Sturm hatte ihre Spuren verweht und so war kein Verfolger zu sehen. 

Offensichtlich war der Weg nach Süden tatsächlich der richtige. Erst nach neun Tagen machte die Gruppe ihre erste längere Rast. Sie überquerten die "Lena" (Fluss in Sibirien) und die Fische, die sie fingen, waren ihre erste frische Nahrung. Nach sieben Wochen hatten sie den Baikalsee hinter sich gelassen, der etwa 750 Kilometer weiter südlich lag. 

Über die Mongolei und die unerbittlichen Wüste Gobi, in der sie sich nur von Schlangen ernährten und wo einer der Männer den Tod fand, erreichten die Gruppe im Oktober 1941 Tibet. Auch dort wurde ihnen von der einheimischen Bevölkerung weitergeholfen.

Am Himalaja, eine der letzten Hürden, erfror einer der Männer im Schlaf. Damit sie nicht das gleiche Schicksal erleiden mussten, hielten sich die fünf Überlebenden während der Überquerung Tag und Nacht gegenseitig wach. 

Nach den Erzählungen der Männer...
Doch beim Abstieg zur indischen Grenze kam es zu einem sonderbaren Zwischenfall. Zwei affenartige Wesen, versperrten den Männern den Weg! Sie waren über 2 Meter gross und Rawicz glaubte, dass es sich um "Schneemenschen" handelte.

Aus Furcht, angegriffen zu werden, machten sie einen gefährlichen Umweg. Dabei stürzte einer der Männer in eine Gletscherspalte.

Die kleine Gruppe musste nun noch acht Tage ohne Essen durchhalten, bis sie schliesslich, fast ein Jahr nach Beginn ihrer Flucht, im März 1942 auf eine indische Armeepatrouille stiessen. 

Diese waren nicht wenig erstaunt, als ihnen auf einem Bergpfad vier Männer, alle in Tierfelle gekleidet, entgegentaumelten. Und noch mehr überrascht waren die Soldaten, als diese erschöpften Menschen plötzlich in einen wahren Freudentaumel fielen.

Man brachte sie in ein Krankenhaus nach Kalkutta, wo sie während vier Wochen fast nur schliefen. Erst dann konnte Rawicz glauben, dass er und seine Gefährten wirklich frei waren. 

Ein mehr als 6500 Kilometer langer Marsch sein Ende gefunden. Für den Rest des Zweiten Weltkrieges kämpfte Slavomir Rawicz auf der Seite der Alliierten in seinem alten polnischen Regiment. Der tapfere Soldat starb im November 2004 im englischen Nottingham.









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