Spooky Time. Besuch eines toten Freundes

Carl Gustav Jung, ein angesehener Schweizer Psychoanalytiker, interessierte sich sehr für das Leben nach dem Tod. Und obwohl er immer betont hatte, dass die Unsterblichkeit der Seele nicht bewiesen werden könne, glaubte er dennoch an eine telepathische Verbindung zwischen dieser und der jenseitigen Welt. Vorallem nach dem Besuch eines toten Freundes. Nichts für schwache Nerven...

So manche seiner Erlebnisse liess Jung erst nach seinem eigenen Tod veröffentlichen.

In seiner Autobiographie berichtet Carl Gustav Jung von einem sehr seltsamen persönlichen Erlebnis, das seinen Glauben zu stützen schien.

Eines Nachts lag Jung in seinem Bett und sann über die Beerdigung eines Freundes nach, an der er am Tag zuvor teilgenommen hatte. 
Plötzlich jedoch stand dieser am Fussende des Bettes und schaute auf ihn herab.  Verständlicherweise gefror Jung das Blut in den Adern... 
Dann wandte sich der kürzlich Verstorbene zur Tür und deutete Jung, ihm zu folgen. In seiner Phantasie kam Jung der Aufforderung nach, verliess das Haus und ging durch die Strassen bis zur Wohnung seines Freundes, wo er von ihm schliesslich in die Bibliothek geleitet wurde. 
Dort stieg sein Freund auf einen Schemel und deutete auf ein bestimmtes Buch im zweiten Fach von oben - den zweiten von fünf mit rotem Leder bezogenen Bänden. Damit endete Jungs Vision. 

Neugierig geworden, ging Jung am folgenden Morgen zur Witwe seines Freundes und bat, die Bibliothek sehen zu dürfen. Er war vorher noch nie in diesem Raum gewesen - und dennoch, alles dort sah genau so aus, wie er es in der Nacht zuvor "gesehen" hatte; selbst der Schemel vor dem Bücherregal war da.

Jung stieg hinauf, um den Buchtitel lesen zu können, und fand den Band, auf den sein Freund gedeutet hatte. Es war die Übersetzung eines Romans von Emile Zola mit dem Titel "Das Vermächtnis eines Sterbenden", ein Werk, das seine Arbeit künftig stark beeinflusste. Und das Erlebnis verleitete ihn zu einem seiner berühmtesten Aussagen: "Ich glaube nicht, dass ich weiss".

Dies war nur einer von vielen ähnlichen Vorfällen in Jungs Leben. Doch in de Öffentlichkeit sprach er nicht gern darüber. Er sagte einmal, dass er es vorziehe, nicht zu viele von seinen Erlebnissen preiszugeben, da sie die wissenschaftliche Welt vor zu grosse Probleme stellen würden...









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