Nacktscanner. Die Bodyscanner bald erlaubt

Jahrelang wurde in der EU zwischen Mitgliedsstaaten, EU-Kommission und Europäischem Parlament gestritten über den auch als "Nacktscanner" bekannten Bodyscanner. In den kommenden Tagen tritt eine Verordnung in Kraft, die den Einsatz der auch als "Nacktscanner" kritisierten Geräte an europäischen Flughäfen erlaubt und regelt. Indess, das Interesse der Flughäfen ist gering.

So sahen die Bilder des "Nacktscanners" anfangs aus ... nix mehr mit Privatsphäre...
Durchgesetzt hat sich das Europäische Parlament in einer für Fluggäste wichtigen Bestimmung: Wer nicht durch den Scanner gehen will, darf dazu auch nicht gezwungen werden und kann eine Alternative einfordern! Dann greift das Personal auf die gängige Methode des Abtastens zurück.

Denn viele Reisende sind der Meinung, dass die Bilder des "Nacktscanners" die Intimsphäre verletzen. Das Gerät macht von Piercings über Fettröllchen bis zu künstlichen Darmausgängen oder Brustimplantaten alles sichtbar. Auch dürfen aus gesundheitlichen Gründen keine Röntgenstrahlen eingesetzt werden.

Vorallem im EU-Parlament hatte es heftige Gegenwehr gegen die ursprünglichen Pläne der Kommission für eine flächendeckende Einführung gegeben. Die Europäische Kommission hatte jedoch kaum ein offenes Ohr für Einwände besorgter Reisender. Nach Druck aus dem Europäischen Parlament wurden die Bestimmungen dann wesentlich zugunsten von Reisenden verschärft.

... so sieht die "entschärfte" Version aus.
"Unsere Bürger sind keine Objekte, sondern menschliche Wesen. Der Gang durch den Körperscanner bleibt freiwillig. Für die Passagiere muss es immer eine Alternative geben", betonte jetzt auch EU-Justizkommissarin Viviane Reding.

Der Bodyscanner bleibt aber auch weiterhin umstritten. So hatte etwa de Maizières Vorgänger Wolfgang Schäuble deutlich gemacht, dass "solange solche Bilder entstehen, werden sie nicht eingesetzt werden. Ich will nicht, dass die Bundespolizei in das Licht kommt, sie seien heimliche Spanner".

Doch die Ergebnisse der Ende Juli beendeten Testphase sind ohnehin nicht befriedigend ausgefallen. In 49 Prozent der Fälle lösten die Maschinen einen Fehlalarm aus. Darüber hinaus bleibt unter europäischen Experten umstritten, wie viel Sicherheit die Körperscanner überhaupt bringen. Die US-Behörden hingegen befürworten ihren Einsatz, sie plädieren sogar für die Anwendung von Röntgenstrahlen, weil diese "nach nationalen Gesundheitsstandards vertretbar" seien. Na, dann lasst euch in den USA doch röntgen, hier bei uns in der EU lassen wir das lieber.



Neben Deutschland haben auch Finnland, Italien, Frankreich und Tschechien Testläufe durchgeführt. Deutschland wird definitiv vorerst keine einführen, auch in anderen Ländern gibt es Widerstand. In Großbritannien werden "Nacktscanner" schon eingesetzt, dort war vergangenes Jahr zwei Muslimas der Einstieg in eine Maschine verwehrt worden.

Die beiden Frauen wollten mit Verweis auf ihre religiöse Freiheit nicht durch die "Nacktscanner" gehen. Die Sicherheitsbehörden konnten sie daraufhin nicht mitfliegen lassen. Auch solche Situationen sind nun durch die EU-Verordnung geregelt.

Rund 120.000 Euro kostet ein solcher Scanner. Das EU-Parlament hatte seinerzeit sogar gleich sechs Maschinen für Testzwecke geordert. Als das Abgeordnetenhaus die Geräte nach dem Test zum Verkauf ausschrieb, fanden sich keine Interessenten.




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