Woher unsere Worte so alles stammen

In unserem täglichen Leben gebrauchen wir viele Wörter und Begriffe, über deren Ursprung wir uns nicht viele Gedanken machen. Doch die Geschichte so manchen Wortes ist richtig spannend - woher unsere Worte so alles stammen.

Woher stammen denn Worte, die wir täglich verwenden, so alles???
Blaustrumpf. Lady Elizabeth Montagu versammelte um 1750 in ihrem Londoner Haus einen schöngeistigen Kreis um sich. Ein häufiger Gast war der Botaniker Benjamin Stillingfleet, der statt der salonfähigen schwarzen Seidenstrümpfe einfache blaue Wollstrümpfe trug. Aus diesem Grunde wurde der Kreis bald als "Bluestocking Society" (Blaustrumpfgesellschaft) verspottet. 

In Deutschland bezeichnete man seit etwa 1830 eine Frau, die nur geistige Interessen hat und darüber ihr Äusseres vernachlässigt, als Blaustrumpf. 

Bockbier. Schon im Mittelalter belieferte die Stadt Einbeck ganz Deutschland mit Starkbier. In München wurde das Einbecker Bier um 1800 Oambock oder Ambock genannt. Und daraus wurde dann ganz einfach Bock. Doch das Bild eines Bockes erschien erst auf der Bierflasche, als die eigentliche Herkunft des Namens längst vergessen war.

Flöten gehen. Das umgangssprachliche Wort für "verschwinden, verlorengehen" hat nichts mit dem Musikinstrument, der Flöte, zu tun. Es geht vielmehr auf "peletah" zurück, was auf hebräisch so viel wie rettende Flucht (eines Betrügers) bedeutet. Dasselbe Wort steckt in Pleite. Der Unterschied im Anlaut rührt daher, dass die Pleite über Osteuropa nach Deutschland kam, flötengehen dagegen über die Iberische Halbinsel einwanderte, wo die portugiesischen Juden "peletah" als "feletah" aussprachen.

Hängematte. Und hättest du gedacht, dass Kolumbus das "schwebende Bett" 1492 auf Haiti kennenlernte? Die europäischen Seefahrer übernahmen die Einrichtung mitsamt dem indianischen Namen "hamaca". Holländische Matrosen deuteten das indianische Wort zu "hangmak" und schliesslich zu "hangmat" um. Als Hengmatte oder Hangmatte gelangte dann im 17. Jahrundert dieser Begriff nach Deutschland.

Jalousie. Das französische Wort bedeutet - wie seinen Entsprechungen in den anderen romanischen Sprachen - sowohl Eifersucht als auch Rolladen. Die romanischen Völker lernten in den orientalischen Häusern jene Fenstergitter kennen, durch die man zwar hinaussehen, nicht aber hineinsehen konnte. Da vor allem die Harems im Orient mit solchen Gittern versehen waren - damit wollten sie ihre Frauen vor neugierigen Blicken schützen - bezeichneten die Romanen dieses Wort mit Eifersucht.

Kaiserschnitt. Der Name des römischen Staatsmannes Cäsar wurde von seinem Nachfolger als Beinamen benutzt und nahm allmählich die Bedeutung von Herrscher an. Daraus entwickelte sich der deutsche Begriff Kaiser. Da Plinius der Ältere berichtet, Cäsar sei durch Schnittentbindung zur Welt gekommen, bezeichnete man im Mittelalter diese Operation als "sectio caesarea", woraus im Deutschen der Kaiserschnitt wurde.

Kamikaze nannten sich junge japanische Piloten im Zweiten Weltkrieg, die sich mit ihren Flugzeugen auf die gegnerische Macht stürzten, um die drohende amerikanische Invasion zu verhindern. Doch wusstest du auch, dass sie den Namen "kami kaze" angenommen hatten, der soviel wie göttlicher Wind heisst - so genannt nach dem Sturm, der 1281 die angreifende mongolische Flotte zerstört hatte.

Karat. Diese Masseinheit des Gewichtes von Gold und Edelsteinen leitet sich von den Früchten des Johannisbrotbaumes ab, lateinisch "Ceratonia siliqua". Denn die Samen des Johannisbrotbaumes sind stets gleich schwer, nämlich 0,2 Gramm.

Knickerbocker. Na ja, diese Hosen trugen auch unsere Väter und Grossväter mit grossem Stolz, aber woher kamen sie? 1809 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller Washington Irving eine humoristische Geschichte von New York unter dem Pseudonym Diedrich Knickerbocker. Es dauerte noch 50 Jahre bis der englische Illustrator George Cruikshank Irvings Buch mit Zeichnungen ausstattete. Und auf diesen Bildern trug der angeblich holländische Autor Knickerbocker. Es waren dies die weit fallenden Kniebundhosen, auf die sein Name in der Folge überging.

Laune. Warum sind die Menschen oftmals so launisch? Ganz einfach! Dieses Wort stammt aus dem lateinischen und steht für "luna", dem Mond. Im Mittelhochdeutschen nahm man den Begriff "lune" für die Zeit des Mondwechsels. Und dieser wiederum stand auch für den Wechsel der Stimmung und Gemütsverfassung, für den man die Mondphasen - auch heute noch - verantwortlich macht.

Sabotage. Wie viele Wörter kam auch dieses im 19. Jahrhundert zunächst in Frankreich in Gebrauch und bezeichnet die absichtliche Beeinträchtigung von militärischen Aktionen oder von Produktionsabläufen durch Zerstörung wichtiger Anlagen und Einrichtungen. Vermutlich geht der Begriff auf das französische Wort "sabot" zurück, das sowohl einen schweren Holzschuh als auch einen Bremsklotz bei Eisenbahnen bezeichnen kann. Und heute ist "Sabot" ein eher leichter Schuh.

Schmetterling. Dieses Wort kennt man erst seit gut 200 Jahren. Er hat sich gegenüber den vielen landschaftlich verschiedenen Namen für dieses Insekt durchgesetzt. Es kommt aus Oberschlesien und hängt mit "Schmetten" zusammen, das vom tschechischen "smetana", Rahm, stand. Im Volksglauben galt der Schmetterling als ein Hexenwesen, und Hexen machte man dafür verantwortlich, wenn die Milch sauer wurde. Wer hätte das je für möglich gehalten, dass dieses wunderschöne leichte Wesen, einst als Hexe verschrieen war?

Steckbrief. Angeblich stammt dieser Ausdruck aus der Zeit, wo man meinte, er diene dazu, jemanden ins Gefängnis zu "stecken". Doch von den Gebrüdern Grimm wurde der Ursprung anders gedeutet. Um nicht dem Zorn des Beschuldigten ausgeliefert zu sein, steckte der Bote die Vorladung heimlich nachts ans Tor. Daher kommt auch der Ausdruck "jemandem etwas stecken", das soviel heisst, wie ihm heimlich etwas mitteilen.

Einen wunderschönen Tag. Ist das, was ich euch allen noch wünsche, und stammt aus ganzem Herzen :o)




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