Zwei Weihnachtsgeschichten. Wenn man glaubt Gutes zu tun

Zwei Weihnachtsgeschichten - wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten! Der Heilige Abend ist vorüber und ich hoffe für alle, dass sich ihre Wünsche erfüllt haben. Wenn nicht, na dann sollte man vielleicht daran denken, dass es Millionen von Menschen gibt, deren Hoffnungen sich nie erfüllen werden. 

Manchmal gibt es gute Nachrichten aus Orten, von denen es man nicht erwarten würde...
Entschuldigt, wenn ich kurz von meinen Weihnachtsgeschichten abschweife, aber ich möchte kurz eure Aufmerksamkeit auf eine Aktion lenken, die Menschen ohne Hoffnung ein wenig Licht zurückgibt. Vielleicht sollte dies ein wenig Ansporn sein, dass wir bei der Aktion „>>>2 x Weihnachten“ mitmachen. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass wir mehr als genug Sachen besitzen, die wir eigentlich nicht brauchen, aber für andere Menschen eine grosse Hilfe bedeuten würden. 

Die Pakete werden gratis von der Post zum Roten Kreuz transportiert und dort wird auch versprochen, dass es hilfsbedürftigen Menschen sowohl in der Schweiz, als auch im Ausland zugute kommen wird. So werde ich heute einiges zusammensuchen, was ich nun wirklich nicht brauche und am Dienstag zur Post bringen.

Gebraucht werden haltbare Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Artikel für Kleinkinder, neuwertige Schuhe und Schulmaterial. Ich weiss, dass viele Menschen diesen Hilfsaufrufen etwas skeptisch gegenüber stehen und das ganz sicher auch nicht zu Unrecht. Man hört und liest viel zu oft, dass die Spendengelder vielfach nicht dorthin fliessen, wo sie eigentlich hin sollten oder dass schon bis zu Dreiviertel in „Fressorgien“ von denjenigen verschwinden, die tagelang darüber diskutieren, was nun eigentlich damit geschehen soll. 

Das ist unendlich traurig und man kann verstehen, dass so manchen der Spass am Spenden vergeht. Doch wie man sich da auch täuschen kann, davon möchte ich euch zwei Weihnachtsgeschichten erzählen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Meine erste Geschichte: 

Ich habe jahrelang einen Bub in Tschetschenien unterstützt. Der wollte unbedingt Arzt werden und mein Gedanke war, wenn er es wirklich will, dann möchte ich ihm gerne dabei helfen. Ich tat dies durch „>>>World Vision“. Doch eines Tages bekam ich von dieser Organisation einen Brief, dass ich nicht mehr spenden sollte, denn sie könnten mir nicht mehr garantieren, dass das Geld auch dort ankäme! 

Ich weiss nicht mehr ganz genau, in welchem Jahr es war, aber es war zwischen 1994 und 1996, dem Ausbruch des ersten Tschetschenien-Krieges mit Russland. Eigentlich war ich „World- Vision“ sehr dankbar, dass sie mir das gleich geschrieben hatten und stellte meine Zahlungen ein. Aber ich hatte auch die Hoffnung begraben, mit meinen Spenden irgendwas bewirkt zu haben.

Dann, irgendwann – es war knapp vor Weihnachten -, mein damaliger Lebensgefährte und ich sassen in unserer Hausbar, kam ein Anruf. Ich erinnere mich, dass wir sehr erstaunt waren, da es schon auf Mitternacht zuging. 

Mein Freund hob ab und blickte mich ganz eigenartig an, dann reichte er mir den Hörer. Dran war eine Frauenstimme! Sie sprach englisch! Und erklärte mir in vielen Worten, dass sie eine Schauspielerin aus Russland sei und in den nächsten Tagen ein Engagement in der Schweiz hätte!

So weit, so gut! Aber jetzt kommt die Überraschung: Ihre Maskenbildnerin in Moskau war die Mutter des Jungen, den ich jahrelang unterstützt hatte und die für einige Wochen in der russischen Hauptstadt arbeitete! Als sie hörte, dass die Anruferin in die Schweiz käme, hatte sie eine Bitte, mich unbedingt ausfindig zu machen und mir zu danken. Ihr Sohn hätte angefangen zu studieren dank meiner Hilfe.

Ich war so überrascht und erfreut, dass ich gar nicht wusste, was ich sagen sollte. Ich bekam eine Einladung zum Theaterstück, was ich natürlich unbedingt aufsuchen wollte und auch um herauszubekommen, wie ich privat weiter helfen konnte. Leider wurde ich gerade in dieser Zeit sehr krank und konnte nicht nach Zürich fahren. Ich schickte Geld auf eine von mir erfahrene Kontonummer auf einer Bank in Tschetschenien, bekam aber dann nie mehr eine Antwort, auch als eine bekannte Russin von mir in dieser Sprache einen Brief verfasste, hörte ich leider nichts mehr.

Und doch war ich glücklich, weil ich wusste, dass wenigstens ein Grossteil des Geldes in die richtigen Hände gefallen war. 

Und nun zur zweiten Geschichte: 

Als mein Mann noch lebte, pflegten wir eine intensive Freundschaft mit einer Familie hier in der Schweiz. Die beiden Männer arbeiteten in der gleichen Firma und so ergab es sich, dass wir viel Zeit miteinander verbrachten. Wir hatten es jedes Mal so richtig nett zusammen und auch die Kinder verstanden sich untereinander. 

Wir feierten unsere Geburtstage - die nah beieinander lagen - zusammen und so manches Grillfest. Nach dem tödlichen Absturz mit dem Flugzeug meines Mannes hielten wir immer noch Kontakt und ich bemerkte, dass es dieser Familie finanziell sehr sehr schlecht ging. So versuchte ich doch immer wieder ein wenig auszuhelfen, was ich auch gerne tat. 

Sie liehen eine nicht unwesentliche Summe Geld von mir und versprachen, es irgendwie zurückzuzahlen. Na ja, es ging halt nicht und so schenkte ich es ihnen und half weiter aus. Das ist eigentlich nicht etwas, was man öffentlich machen sollte und ich schreibe es hier nur nieder, weil dann etwas geschah, das mich – na was soll ich sagen – ich weiss nicht ob erstaunen das richtige Wort ist oder eher enttäuschte. 

Wie gesagt, ich half mit Geld und Naturalien aus, aber dann bekam ich letztes Jahr so um die Weihnachtszeit eine Karte von einer Kreuzfahrt von besagter Familie, mit der sie mich grüssen liessen. Okay, es war eine kleinere Kreuzfahrt, aber trotzdem hat es mir ein wenig die Sprache verschlagen und was soll ich sagen: Vor ein paar Tagen bekam ich einen Anruf meiner Bekannten, heuer würden sie eine grosse Kreuzfahrt unternehmen. 

Ihr Mann würde dafür sehr hart arbeiten und so freuen sie sich. Ich gönne es ihnen wirklich, aber da ich weiss wie viel Schulden sie haben, dachte ich bei mir, vielleicht wäre es besser, zuerst diese zu begleichen. Ich will und darf mir aber kein Urteil erlauben, aber eines darf ich mir zugestehen: Etwas enttäuscht zu sein! 

Doch trotz allem, wenn eine Möglichkeit besteht, sollte man Hilfe nicht verweigern - aber vielleicht genauer hinsehen!




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