Ältere Mitarbeiter nicht freisetzen - sondern einsetzen

In vielen Unternehmen gelten Mitarbeiter über 50 als Problemfälle. Sie könnten, so heisst es "gerne", nicht mehr mithalten, seien nicht mehr lernfähig oder -willig und überhaupt viel zu teuer. Wird zumindest von jenen argumentiert, die jene "alten Mitarbeiter" aus welchen Gründen auch immer loswerden wollen. Doch das ist der falsche Weg, so Helmut Muthers von "Strategisches Chancen-Management". Denn viele Personalverantwortliche übersehen die Vorteile von älteren Mitarbeitern - zum Nachteil des Unternehmens.

Die "Alten" sind heute so agil und fit wie noch nie. Potential, das viele Firmen verschwenden.
Mitarbeiter vorzeitig in den Ruhestand zu entlassen, kann für die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens höchst gefährlich. Die Freisetzung von Erfahrung, Know-how und Sozialkompetenz wird sich keine Firma mehr leisten können, erklärt uns Helmut Muthers.

Warum? Deutschland ist aufgrund der unzureichenden Geburtenzahlen das erste und einzige Land der Welt mit sinkenden Bevölkerungszahlen - seit 2003 rund eine halbe Million! Folge: Bis 2040 wird die Zahl der Arbeitnehmer um rund 40 Prozent sinken, und in bereits 10 Jahren wird es mehr Berufsaustritte als Berufseintritte geben. 

Es wird also sehr bald an etwas fehlen, was in der Vergangenheit in ausreichendem Maße vorhanden war – arbeitsfähige Menschen unter 65. Nachwuchs am Arbeitsmarkt fehlt, ausgelernte Mitarbeiter studieren häufiger und die Altersstruktur der Beschäftigten verschiebt sich drastisch nach hinten. 

Zukunftsorientierte Unternehmen tun gut daran, sich schon jetzt auf diese Situation einzustellen. Die Grundlagen und die Beschäftigungsdauer für Ältere, der Umgang mit ihnen und ihr Image müssen kurzfristig spürbar verändert werden. 

Das Bild der Älteren und des Alterns muss korrigiert werden. "Die Alten" gewinnen in allen gesellschaftlichen Bereichen die Oberhand – als Konsumenten, als Arbeitnehmer, in der Politik. Sie sind die Wirtschaftsmacht, die reichste und einzige wachsende Bevölkerungsgruppe. Ältere Menschen sind heute gesünder, fitter, selbstbewusster, mobiler, anspruchsvoller und verrückter als jede Generation vor ihnen. 

Sie sind anspruchsvoll, meist umfassend informiert, wissen genau, was sie wollen, sind kritisch und qualitätsbewusst. Sie sind Konsumprofis und wollen überzeugt, nicht überredet werden. Mit hohlen Versprechungen und modernem Schnickschnack ist mit ihnen kein Geschäft zu machen

Ältere Verkäufer verkaufen besser, weil sie mit älteren Kunden auf gleicher Sozialebene kommunizieren. Eine Verkaufskultur, die ältere Menschen ernst nimmt, sie respekt- und würdevoll behandelt, fällt unter Gleichaltrigen meist leichter.

Die Realität ist (noch) eine andere. Die Berater und Verkäufer in den Unternehmen sind meist jünger als die Kunden 50plus. Sie sind mit deren Denk- und Verhaltensweisen oft nur wenig oder gar nicht vertraut. 

In manchen Branchen sichert man sich schon lange das Know-how und die Erfahrung älterer ehemaliger Mitarbeiter. Wie zum Beispiel die >>>Bosch Management Support GmbH, 1999 mit dem Ziel gegründet, zeitlich befristete Beratungsleistungen durch Bosch-Pensionäre anzubieten. 

Was mit 30 ehemaligen Bosch-Mitarbeitern begann, zählt heute, knapp ein Jahrzehnt nach Einführung, 880 Senior-Experten rund um den Globus. 2008 absolvierten die Pensionäre im Alter zwischen 60 und 75 Jahren 580 Einsätze mit insgesamt mehr als 20 000 Beratertagen, davon die Hälfte außerhalb Deutschlands. Der Umsatz lag bei knapp 13 Millionen Euro. Nicht schlecht für "altes Eisen" ;o)

Und eines darf keine(r) von uns vergessen: "Die Alten" von Morgen sind heute "die Jungen" im Unternehmen - sind du und ich! Wer also mit dem Finger auf einen "Opa" zeigt - schon morgen bist du selber ein "Alter"!









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