Mehrheit will naturnahen Rhein - wer ist die Mehrheit??

In einer Rheintaler Zeitung waren vor kurzem ein Artikel und wunderschöne Bilder über den Rhein und die geplante Renaturierung zu lesen. Nach einer repräsentativen Umfrage vom Institut M.I.S. Trend aus Lausanne im September 2011 wünscht sich die Mehrheit von sage und schreibe 401 (!) befragten Personen eine Renaturierung des Alpenrheins. 

Die Pflege der Rheinvorländer, für unserer Sicherheit!
Aber nur im St.Galler Rheintal allein wohnen zwischen St.Margrethen und Rüthi über 64`000 Personen, in Österreich und Liechtenstein nochmals doppelt so viele. Mir scheint die Repräsentative Umfrage ist zufällig bei vielen Befürwortern durchgeführt worden.

Was meinen all die Einwohner am Rhein über eine Renaturierung nach dem wir jetzt 100 Jahre in Sicherheit gelebt haben und das Tal urbar für Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung geworden ist?

Wollen etwa einige Ökobüros den Fluss vor dem unsere Vorfahren in ständiger Angst lebten und nach Überschwemmungen am Hungertuch nagten den Bauern das Land entziehen, der Bevölkerung die Hochwassersicherheit „verbauen“ und ihre eigenen Geldbeutel füllen?

Denn wenn der Rhein aufgeweitet wird, ist er nicht mehr in der Lage, alles Geschiebe (immerhin 3 Mio. m3) im Jahr, in den Bodensee zu transportieren. Er landet auf die Flusssohle, erhöht sich und die Überschwemmungsgefahr wird gefährlich ansteigen. 

Erst 1954 wurde nach gefährlicher Auflandung zwischen Kriessern und dem Bodensee beschlossen, auf die Ausbaggerungen zu verzichten und den Rheinlauf auf dieser Strecke einzuengen, damit das Geschiebe in den See transportiert wird.

Zugegeben die sauber geputzten Steinwuhre (wie sie im Moment wieder hergerichtet werden) sind nicht gerade ein Bild das Botanikern das Herz höher schlagen lässt, aber sie dienen der Hochwasserbekämpfung. Eine asphaltierte Strasse ist auch nicht für Flora und Fauna aber sie dient der Sicherheit des menschlichen Freiheits- und Bewegungsdranges.

Vor der Rheinregulierung litten die Menschen unter katastrophalen Überschwemmungen - hier Lustenau 1888.
Aus der Chronik vom Jahre 1847 entnehme ich ein Gesuch an den Grossen Rat um Korrektion der Gewässer und Einreichung einer Petition, weil nach einer Überschwemmung des Rheingebietes durch den Rhein  die Verwüstung so gross war und die Einwohner zu Bettlern machte!

Stargast bei der aktuellen Umfrage war übrigens Nationalrätin Hildegard Fässler, aber dort wo Sie wohnt muss sie auch in extremsten Witterungsverhältnissen nie Gummistiefel anziehen,  infolge Rheinhochwassers. Sie findet den jetzigen Rheinlauf monoton. Aber wer so antwortet geht entweder Blind oder mit viel zu stark getönter Sonnenbrille durch die Natur!

Also tragen wir Sorge zum Rhein und zum Rheintal für unsere Sicherheit,  das heisst Steinwuhre pflegen, falls nötig Rheinvorländer absenken und durch die Landwirtschaft bewirtschaften lassen. Das ist der günstigste und beste Weg zum Ziel „zu unserer Sicherheit“.

Mehr demnächst hier...









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4 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. 200, die schreien, sind eben lauter als 63.800, die ihre Klappe halten.

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  2. Hämmerle Kurt22. Mai 2012 um 00:31

    Endlich mal jemand, der mit profunden Kenntnissen auftritt und sich traut, sich den Möchte-Gern-Ökos entgegen zutreten!

    Zahlen dürfen ja wir, keiner von denen! Ich habe lange Zeit in Lustenau direkt in Sichtweite des Rheins gelebt, und ich muss sagen, dass ich pfeiff auf einen renaturierten Rhein.

    Wer einmal gesehen hat, was da für Wassermassen daherkommen können ist froh um jeden Damm, der das eigene Hab und Gut schützt.

    Diese Ökos (im schlechten Sinn) sollten persönlich für Schäden haften müssen, die aus ihren hirnverbrannten Ideen entstehen - dann wär schnell fertig mit solchen Vorschlägen, die nur ein irrsinns Geld kosten - das wir übrigens woanders besser brauchen könnten, anstelle ein funktionierendes System zu zerstören!!!!!

    Aber Dummheit kennt auch keine Grenzen. Bravo, dass es da Menschen wie dich gibt, Peter! Und euren Landwirte-Blog hier, empfehl ich weiter!

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    1. @Kurt

      Do host REcht, Kurt. Beim Geld rausschmeissn ausm Fensta, do sans schnöll.

      Oba wia mia Steuerzohla des wieda verdienen tuan, is dena egal. Ols Wiana getrau i mi auch beim Rhein-Projekt mitzredn, weil mein Steuergeld genauso dortn draufgeht.

      Obsehn davon, Vollkoffa woran unsere Altvorderen a net. Die homm scho gwusst, warum se den Rhein eindämmen - im wohrsten Sinn des Wortes.

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  3. Da entscheiden wieder irgendwelche Typen, die gar nicht betroffen wären im Ernstfall!

    Glückliche Schweiz,Glückliches Vorarlberg, wenn ihr keine anderen Sorgen habt und euch deshalb selbst Probleme schafft!

    Welcher Vollidiot kommt denn eigentlich auf die Idee, ein seit weit über 100 Jahren tadellos funktionierendes System derart brachial zu ändern? Ohne Notwendigkeit dazu!

    Dabei reicht ein Blick auf Google Earth um sehen: Wieviel Natur-näher muss denn das Rheinumland noch sein???

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