Schweiz. Kommt der soziale Winter?

Erst vor kurzem sind in Schweizer Haushalten die Krankenkassenrechnungen ins Haus geflattert und manch einem ist wohl der Bissen im Hals stecken geblieben als er sah, dass die Prämie wieder um ein paar Franken teurer ist als im Vorjahr - und ein Ende des Prämienanstiegs ist noch nicht in Sicht! Wenn es so weiter geht, wird es auch sozial enorm kälter in der Schweiz!

Es wird kälter in der Schweiz - nicht nur, was das Wetter betrifft...
Zurzeit verschlingt die Krankenkassenprämienverbilligung mehr Geld als uns die Landwirtschaft kostet. Alle suchen nach Lösungen um etwas Ruhe in die Kostenspirale zu bringen, so etwa mit Fallpauschalen, Erhöhung der Franchise, Hausarztmodell, jährlichen Kassenwechsel usw. (es wurde schon öffentlich gesprochen, dass über 65 jährige nicht mehr alle Leistungen in Anspruch nehmen dürfen!).

Obwohl gerade der Kassenwechsel jährliche kosten von ca. 30 Millionen Franken verursacht, beginnen schon wieder die ersten telephonischen Abwerbungen. Alle schieben die Schuld auf die Andern, die Ärzte auf die Spitäler diese auf das Personal, diese wiederum auf die Krankenkassen und diese auf die Patienten, die immer höhere Forderungen stellen.

Die Krankenkassen sind aber nur die Vorboten der andern Sozialwerke, IV und AHV!

Derweil wandern tausende Ausländer in die Schweiz ein, aber keiner hat in unsere Sozialwerke einbezahlt, kommt aber dennoch, was auch richtig ist, in den Genuss von diesen Institutionen wenn ihm etwas zustösst.

Letztes Jahr sind im Rheintal 755 Personen eingewandert, das sind hochgerechnet ca. 15`000 Personen in der ganzen Schweiz. Nehmen wir an, dass das Durchschnittsalter 28 Jahre ist so weisen diese Personen eine Einzahlungslücke von 10 Jahren auf.

Würde man für jedes Jahr Fr.1`000.- bei der Einreise einfordern, wären das Fr.10`000.- pro Person oder 150`000`000.- (150 Millionen) Franken im Jahr 2011.

Es würden auch vermehrt Leute einwandern, die Jünger sind oder was wir suchen Gebildete, Fachkräfte, Leute die sich auch besser integrieren, und vor allem die Zuwanderung wäre etwas geringer.

Vor allem: mehr Leute brauchen mehr Energie, es entsteht mehr Verkehr, es wird mehr Kulturland verbaut, der Co2 Ausstoss steigt ins uferlose. Die Infrastrukturen der Gemeinden und Städte stossen bereits jetzt an ihre Grenzen und verschlingen Unsummen an Steuergelder bei deren Erneuerung und Vergrösserung.

Entweder der Staat reagiert möglichst schnell oder es bleiben zwei Möglichkeiten: Höhere Prämien für alle - oder weniger Leistung und Renten.

Peter Kuster
Tratthof, 9444 Diepoldsau
SVP Kantonsratkandidat St. Gallen




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3 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Franz Herrmann, Berlin1. Februar 2012 um 21:08

    Klingt ja plausibel. Umkehrschluss: Zahlen dann die Schweizer Staatsbürger, die ins Ausland auswandern, dann im jeweiligen Staat auch?

    Was passiert bei Rückwanderung? Wird das in einen, nennen wir es "Sozialfonds für Zuwanderer", eingezahlte Geld wieder rückerstattet?

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  2. Die Grundidee ist ja nicht übel. Dennoch werden "soziale Fangnetze" immer letztendlich "ungerecht" bleiben - was das Einzahlen von Beiträgen betrifft.

    Nehmen wir als Beispiel ein krankes Kind - das noch niemals eingezahlt hat, und aufgrund seiner Krankheit vielleicht auch niemals wird können.

    Aber ich verstehe den Gedanken dahinter - ob das umsetzbar ist, wäre eine andere Frage. Allein der Bürokratieaufwand wäre ja enorm.

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  3. Für die Schweiz allein mag das ja 150 Millionen bringen. Ich sehe, abgesehen von einer Durchsetzbarkeit des ganzen, auch massive Probleme in der Umsetzung.

    Denn gut ausgebildete, erfahrene und damit zwangsläufig ältere Personen aus dem von der Schweiz aus gesehen Ausland sähen sich dann eher abgeschreckt denn angezogen von Angeboten in der Schweiz.

    Meiner Meinung kämen dann eher junge - aber damit vielleicht auf dem Papier, aber nicht von der Erfahrung her gut ausgebildete Menschen in die Schweiz. Oder würden Sie einem Arzt, der gerade mal sein Studium fertig hat, bedingungslos vertrauen - etwa für eine Herzoperation??? Ich nicht.

    Das Problem der Schweizer ist jenes, das auch die meisten EU-Staaten haben: Eine überbordende, massiv inkompetente Verwaltung und Bürokratie, die nichts anderes zu tun hat, als Menschen mit Ideen und Tatendrang mit allen möglichen Gesetzen und Vorschriften auszubremsen!

    Das Problem sind nicht fehlende "gute Köpfe" - das Problem ist, dass genau jene, die einen Staat und seine Gesellschaft vorwärtsbringen könnten, an genau dem gehindert werden!

    In einem System, indem der Wirtschaft, natürlich sozial ausgewogen, möglichst viel Spielraum für positive Entwicklung gegeben wird, ist auch die Finanzierung von Krankenkassensystemen kein Thema, siehe auch den Wirtschaftsaufschwung nach den Kriegsjahren.

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