Brief von Gerd - Liebe Jugend!

Ihr, die Jugend von heute seid ein Spiegelbild der Zeit und ihr seid ein Spiegelbild von uns Erwachsenen. So leicht sollten wir es uns nicht machen, wenn wir unsere Jugend kritisieren - ist so eine Kritik nicht eine Kritik an uns. Sind es nicht die Werte der Erwachsenen, denen Jugendliche heute versuchen nachzueifern? Zerbricht unsere Jugend nicht an diesem Leistungsdruck?

was würde Sokrates heute sagen????-
Wie keine Generation vor ihnen leiden die heutigen Jugendlichen unter der Leistungs-Gesellschaft. Weltverbesserer und sozial engagierte Jugendliche waren gestern. Heute wächst mehrheitlich eine Generation junger Menschen heran, die ihr Leben ganz auf eine erfolgreiche berufliche Karriere, viel Geld und hohes Ansehen hin trimmt – und dabei am ständig wachsenden Leistungsdruck der neoliberalen Gesellschaft zu zerbrechen droht.

Der Druck in Arbeit, Schule oder beim Studium wird von Jahr zu Jahr größer. Dazu kommt die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt - wer kann schon damit rechen bei einer Firma eine Arbeit zu beginnen und dann in dieser Firma in Pension zu gehen. Früher ein alltäglicher Vorganz, heute scheinbar ein nicht mehr bekanntes Relekt aus alten Zeiten. Wie sollen Jugendliche planen, wie Familien gründen, wie langfristete Verpflichtungen für Wohnungseigentum eingehen?

Vor allem die ganz Jungen zwischen 11 und 14 Jahren leiden darunter, funktionieren zu müssen. „Die Eltern erwarten sich erfolgreiche Kinder.“ In dieser Altersgruppe fühlt sich fast jeder Zweite (46%) von den Eltern unter Druck gesetzt, Leistungen in der Schule zu erbringen. Bei den Älteren nimmt der Wert ein wenig ab. „Da ist der Fremdzwang zum Selbstzwang geworden“, sagen Experten.

Das hat Folgen - mehr  Alkoholmissbrauch ist festzustellen - Mädchen sind stärker betroffen Sie verdoppeln den Druck von außen, weil sie zusätzlich hohe Ansprüche an sich selbst stellen. Zum ganzen Stress wollen sie zusätzlich noch perfekt aussehen - ein Teufelskreis.

Eine Befindlichkeit, der sie sich immer weniger gewachsen fühlen. Die Folgen reichen von psychosomatischen Erkrankungen über Depression bis hin zu vermehrtem Alkoholmissbrauch. In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen trinkt jeder Zweite (55%) ein oder mehrere Male pro Woche. Die Zahl derer, die dies bis zur Besinnungslosigkeit tun, sei gestiegen. Das Argument, Komatrinken habe es immer gegeben, könne nur von überforderten Politikern kommen, meinen Experten. „Das ist in dieser Quantität und Radikalität ein völlig neues Phänomen.“ Mit dem die Gesellschaft überfordert ist: „Da wird der Einzelne in Therapie geschickt, aber über das System dahinter wird nicht nachgedacht.“

Dass ihr Jugendlichen unser Prinzip der „Leistungsgesellschaft“ angenommen hat, sieht man auch an den Werten, die euch wichtig sind. Zu Beginn der 90er- Jahre seid ihr noch  „post-materialistisch“ orientiert gewesen, habt euch für Umweltschutz oder die Dritte Welt engagiert. Heute zählt das eigene Weiterkommen. Ideologische Werte oder Glaube sind bei der Mehrzahl nicht einmal mehr sekundär. Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen sich die meisten zwischen Konsum, Erlebnis und Lifestyle gar nicht mehr.

Was tun??? - was es bräuchte wäre eine  andere Ethik, eine Rückbesinnung auf die „viel gescholtenen traditionellen Werte wie Familie und Religion“.  Aber wie ist das zu schaffen? Es liegt in der Hand und in der Verantwortung von uns Erwachsenen - was für Vorbilder bieten wir in Politik und Gesellschaft? Und trotzdem -  ich glaube fest daran, dass das Pendel wieder einmal in die andere Richtung ausschlagen wird - in einer immer komplexer werdenden Welt wird die Sehnsucht nach emotionaler Geborgenheit und Überschaubarkeit steigen, da bin ich mir sicher. Und ich bin überzeugt, dass Jugendliche ihrer Familie einen immer größeren Stellenwert in ihrem Leben einräumen werden. Ich glaube an euch....

In Gedanken - euer G. Ender




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