Brief von Gerd - Liebe Schweiz - warum du anders bist!

eigentlich liebte ich dich immer schon. Das hat auch mit meiner Kindheit zu tun. Mir wurde schon als Jugendlicher erzählt, dass meine Eltern während des 2. Weltkrieges als Kinder zum Schutz vor Bombenangriffen in die nur 2 km entfernte Schweiz durften und dort freundlicherweise in Turnhallen untergebracht wurden. Danke dafür - und dann unsere Fahrten in den Migros - alles sauber, alles gut - und dann der Reiz des Schmuggelns, wenn man etwas zu viel Zucker oder Schokolade dabei hatte.


Wofür bist du nicht alles berühmt - ich denk mal nach - was fällt mir spontan ein - Schokolade, das hatten wir schon, weisse Schokoosterhasen, wohl die besten der Welt, dann Uhren, Pharmaindustrie, Käse, Sackmesser, Berge, Skigebiete, Fondue, Raclette, Röstii, niedrige Steuern, funktionierendes Bankgeheinmis, Züriigschnätzeltes, Olma-Bratwurst mit Pommes und Zwiebelsauce....ich könnte wohl endlos weiterschreiben. Aber es gibt auch noch ganz was anderes - deine Demokatrie, deine mitbestimmenden, mündigen Bürger.

Zuletzt las man bei uns über die Entscheidung deiner Bürger zum Thema "Verlängerung des Urlaubs" - Mehr Urlaub mag populär sein, die Schweizer lehnen ihn als unvernünftig ab. Die Schweizer haben am Sonntag eine Erhöhung des Mindesturlaubs von vier auf sechs Wochen  klar abgelehnt. 67 Prozent der Stimmberechtigten sagten  "Nein" zur "Ferien-Initiative" der Gewerkschaften.

Das werden viele Arbeitnehmer in anderen Ländern vielleicht sonderlich finden, es ist aber ein neuerlicher Beweis für ein funktionierendes demokratisches System und überaus mündige Bürger. Ihr Schweizer denkt zuerst nach und dann wählt ihr. Das hat bei euch eine lange Tradition - Bei uns wird zuerst gewählt und dann nachgedacht und gejammert.

Wenn am Ende populäre Forderungen wie mehr Ferien oder weniger Steuern verworfen werden, spiegelt das die Stimmungslage einer informierten und abwägenden Bevölkerung wider. In der Schweiz muss die Politik die Bürger immer wieder von einzelnen Sachentscheidungen überzeugen. Davon könnte man sich sehr, sehr viel abschauen.

Und dass eure Politiker auch Spass verstehen seht ihr hier!!

Und du bist immer noch das mit Abstand reichste Land der Welt. Umgerechnet  betrug das durchschnittliche Schweizer Vermögen 2010 gut 207'000 Euro. Knapp 112'000 Euro hatten die US-Bürger gespart. Das ist wenig mehr als die Hälfte, dennoch landen die USA auf Platz zwei der Rangliste. Vom Reichtum in der Schweiz profitieren fast alle ein bisschen.

Nur ein Zehntel der Bevölkerung hatte 2010 gar kein oder nur ein kleines Vermögen. In Griechenland sind es inzwischen etwa 40 Prozent. In der Rangliste der reichsten Länder folgen Japan, Dänemark und die Niederlande. Deutschland liegt überraschend etwas abgeschlagen auf dem 17. Rang. 

Warum geht es euch Schweizern so gut?? Du hast eine günstige geographische Lage zwischen Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien, was  durch die Verzollung viel Geld einbringt. Du bist ein Industrieland und die Wirtschaft ist sehr gut entwickelt. Deine direkte Demokratie und der Finanzföderalismus führen zu internem Steuerwettbewerb, was die Steuern unter Kontrolle der Bürger hält und damit die Staatsausgaben limitiert.

Bei euch gibt es sehr wenige Analphabeten. Ihr besitzt ein hervorragendes Bildungssystem. Du hast starke Universitäten (ETH Zürich/Lausanne, Universitäten Zürich/Basel/Genf/St. Gallen etc.), diese ziehen Technologiefirmen und Forschungslabors von Google, Yahoo, IBM usw. an. Bei euch haben sich verschiedene Grosskonzerne in Bereichen wie Banken (UBS, CS, Julius Baer etc.), Versicherungen (Zürich, SwissLife, Swiss Re), Pharmaindustrie (Roche, Novartis), Nahrungsmittelindustrie (Nestlé), Schokolade (Linth, Barry Callebaut), Uhren (Rolex, Omega, IWC), Industrie (ABB, OC Oerlikon, Holcim), Med-&Biotech (Synthes, Syngenta, Nobel Biocare, Straumann etc.) niedergelassen.

Und noch was - ihr habt eine hohe Lebensqualität, ein hochstehendes und perfekt funktionierendes öffentliches Verkehrssystems (Schweizer und Japaner fahren mit Abstand am meisten Bahn). Natürlich ist ein Grund auch,  dass ihr euch seit Jahrzehnten aus Kriegen zurückhält und somit kein Geld an den Wiederaufbau oder an Reparaturen ausgeben müsst.

Also mir taugt die Schweiz - und ich glaube es wäre gut, wenn unsere Politiker ein paar Auslandssemester bei euch in Form eines Pflichtpraktikums absolvieren müssten, bevor sie uns regieren. Von euch kann man viel lernen.

In Gedanken - euer G.Ender









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1 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Danke, lieber Gerd, für Deinen Lobgesang auf die Schweiz. Natürlich ist es schön hier und es geht uns auch gut, unbestritten, aber, da fällt mir ein Sprichwort ein: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt!" oder "Wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten!"

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