Brief von Gerd - Liebe Einsamkeit!

fühle mich grad ein wenig einsam und schon habe ich mein Thema für meinen heutigen "Brief von Gerd" - ich schreibe über die Einsamkeit. Der Begriff Einsamkeit bezeichnet die Empfindung, von anderen Menschen getrennt und abgeschieden zu sein. Diesem Mangel stehen aber  auch positive Aspekte gegenüber, im Sinne einer geistigen Erholungsstrategie, die Gedanken ordnen oder Kreativität entwickeln bzw. fördern kann.

"Engel fliegen einsam"
Der Aphoristiker Alfred Polgar schuf den Satz "Wenn dich alles verlassen hat, kommt das Alleinsein. Wenn du alles verlassen hast, kommt die Einsamkeit."

Wer von uns hat nicht schon seine Erfahrungen mit dir, der Einsamkeit gemacht.

Mit dir ist es so eine komische Sache. Du wirst oft beklagt, verdrängt oder durch Flucht- oder Suchtverhalten scheinbar verhindert oder überwunden. Ist nicht ein gewisses Maß an Einsamkeit geradezu notwendig, um zu sich selber zu kommen, innezuhalten und auch wieder neu staunen zu können?

Müssen wir nicht ständig funktionieren, ständig in Aktion sein, ...

... ständig in oberflächlichen Kontakten und Beziehungen stehen und uns ständig im "Außen" aufhalten und dadurch vom "Innen" ablenken?  Natürlich führt uns Vereinsamung in eine seelische Verarmung. ABER Einsamkeitserfahrungen können auch existentielle Wendepunkte auf ein anderes, auf ein qualitätsvolleres Leben hin sein.

Ich möchte nicht ständig funktionieren, um deshalb Ansehen zu haben - sondern ich möchte echte Wertschätzung erfahren, in dem ich in meinem Sein, meiner Echtheit und meiner Einmaligkeit wahrgenommen werde. Und das doch ganz besonders von Menschen, die mir nahe stehen. Mein Wert bin ICH.

Und warum ging Jesus in die Wüste? 

Ja um allein und einsam zu sein - um seine Gedanken zu ordnen - durch die Einsamkeit komme ich zu MIR und frage mich, was ich eigentlich will, was mir WIRKLICH wichtig ist.

UND ganz wichtig - WAS für Menschen mir WIRKLICH wichtig sind und welche Menschen mir "den Buckel runterrutschen" können.

Einsamkeitserfahrungen bringen Schmerz, Tränen, Enttäuschungen,...

... Erschütterungen, Leere, Hilflosigkeit, Angst, ABER auch kreative Lösungen, Reinigung, Erneuerung, Sensibilisierung, Freiheit, Visionen, Träume, Durchbrüche und Aufbrüche zu einer neuen Lebensqualität.

Ohne diese Wendepunkte wird unser Leben fad, wird zu viel zur Gewohnheit, zur Bequemlichkeit, zur Eintönigkeit - und letztlich zur Leblosigkeit.

Einsamkeitserfahrungen sind also nicht einfach nur schlecht und traurig - NEIN - sie sind auch Einladungen zum Horchen,  zum Fühlen, zum Staunen, zum Umkehren, zur Veränderung, zur Entwicklung und so letztlich zur Reifung.

Ich möchte meiner Einsamkeit...

... durch meine Gestaltung MEINEN Stempel aufdrücken, sie mir geradezu aneignen und daraus für mich und die mir anvertrauten Menschen - Lebensspuren hinterlassen.

Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste. Hans Krailsheimer, Deutscher Schriftsteller


So wünsche ich allen von euch, die sich zur Zeit einsam fühlen - geht einen Schritt zurück - schaut auf die guten Seiten der Einsamkeit und zieht eure eigenen Lebensspuren - und ihr werdet sehen - sogar eure Umwelt wird sie sehen - eure neuen Spuren, euere neue Lebensgestaltung, euren neuen Zugang zum Leben und zu euren Menschen, die euch so wichtig sind.

In Gedanken - euer G.Ender









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