Brief von Gerd - Lieber Brief!

immer wieder neue Themen zu finden, die es Wert sind, einen "Brief von Gerd" zu schreiben,  ist gar nicht so einfach. Ab und zu muss ich länger nachdenken oder ich lasse es einfach geschehen - irgendwann geht ein "Fenster auf" und dann kommt eine Idee  hereingeflogen. Und was liegt näher, als über das zu schreiben, was mir zur Leidenschaft geworden ist - Briefe schreiben - also schreibe ich heute an dich lieber Brief.

wer weiss es, ob dieser Liebesbrief erhört wurde..
Du bist eine auf Papier festgehaltene Nachricht, die meist von einem Boten übermittelt wird und eine für den Empfänger gedachte persönliche Botschaft enthält. Meist bestehst du aus der Angabe zu Ort und Tag des Verfassens, der Anrede, dem Text und der Schlussformel.

Trockene Beschreibung muss ich sagen - und ihr ahnt es - sie kommt nicht von mir, sie kommt von ganz intelligenten Menschen aus Wikipedia.

Deine Anfänge des  Verfassens einer solchen Mitteilung...

...gehen auf die Babylonier zurück, die Nachrichten in Tontafeln ritzten. Im Alten Ägypten dagegen dienten Papyri als Schriftträger für Briefe.

Im antiken Griechenland und Rom benutzte man zu diesem Zweck mit Wachs beschichtete Tafeln aus Holz.

Seit den ersten Verfassern solcher Mitteilungen hat sich der Zweck von dir kaum geändert: 

Du bist  immer noch ein Mittel zur öffentlichen Meinungsäußerung (z. B. Leserbriefe in einer Zeitung), eine literarische Form (vgl. Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“, die Paulusbriefe des Neuen Testaments der Bibel) sowie ein Instrument zur Verbreitung amtlicher und Übermittlung persönlicher Nachrichten (z. B.: Liebesbrief).

Seit den 1990er Jahren wird der klassische Briefverkehr immer mehr durch die E-Mail ergänzt, die insbesondere im geschäftlichen Postverkehr einige erhebliche Vorteile (Schnelligkeit, Preis) besitzt.

Für die Übermittlung bedeutender Texte (z. B. Liebesbriefe, Verträge, diplomatische Noten) ist weiterhin die Briefform üblich. Seit dem Aufkommen der E-Mail wird die konventionelle Post auch scherzhaft „Schneckenpost“ genannt.

Mein Gott was wurden nicht schon für Briefe geschrieben - 

...ich werde ganz wirr im Kopf, wenn ich an die Menge der Briefe und noch dazu an die Inhalte denke, die Menschen geschrieben haben, um anderen etwas für sie so wichtiges mitzuteilen...



Da gibt es Trennungsbriefe, Liebesbriefe, Abschiedsbriefe, Versöhnungsbriefe usw. - Ich liebe Briefe, denn sie haben für mich etwas verbindliches - Worte sollten nicht einfach so dahingeschrieben werden, der Schreibende sollte sich gut überlegen, was er wem schreibt - denn es kann die Zeit kommen, da können die aufbewahrten Briefe herausgekramt werden.

Und dann zeigt sich, was die einst geschriebenen Worte heute noch für einen Wert haben. Es ist so was von komisch  - Briefe, die einem als man sie bekommen hat, die allergrößten Freuden bereitet haben, können einige Jahre später die größten Seelenschmerzen verursachen.

Die gleiche Tinte, das gleiche Blatt, die gleichen Wörter, die gleichen Augen, die sie lesen - und trotzdem jetzt fühlt sich ALLES ganz, ganz anders an.

Und das stützt meine Theorie, dass...

...nicht einmal das Allerbeste auf Eweigkeit gut sein muss für einen selber - im Gegenteil, es kann sich zum Allerschlimmsten wenden - ABER auch umgekehrt ist es so - das scheinbar Schlimmste, was einem widerfährt, kann sich im Rückblick betrachtet - zur lebenswendenden, guten Sache entwickeln.

Oft braucht man aber sehr viel Kraft und Geduld, um auf diese Umkehr der Dinge zu warten und diesen Wandel, den die Zeit mit sich bringt,  zu ertragen.

Und doch soll die Hoffnung bleiben - es gibt sie immer die Hoffnung - und nur wer sie aufgibt, der verliert sie für alle Ewigkeit.

Einer der Briefe, die mich sehr bewegt haben, ...

...ist der von Dietrich Bonhoeffer (* 4. Februar 1906 in Breslau; † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg).

Er war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und Teilnehmer am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. 1940 erhielt er Redeverbot und 1941 Schreibverbot.

Am 5. April 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre später auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers als einer der letzten NS-Gegner, die mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden, hingerichtet.

Einem Brief vom 19. Dezember 1944 an seine Verlobte legte Bonhoeffer einen Text als „Weihnachtsgruß für Dich und die Eltern und Geschwister“ bei, der mit folgenden Versen beginnt:

    „Von guten Mächten treu und still umgeben,
    behütet und getröstet wunderbar,
    so will ich diese Tage mit euch leben
    und mit euch gehen in ein neues Jahr.“

Knapp vier Monate später wurde er hingerichtet. Dieses persönlich-biografische Gedicht bezog sich auch auf seine eigene Situation als Gefangener und die seiner Familie vor dem unausgesprochenen Hintergrund der NS-Herrschaft und des Krieges.

So schrieb er in einem Begleitbrief zum Gedichttext an seine Verlobte:

 „So habe ich mich noch keinen Augenblick allein und verlassen gefühlt. Du und die Eltern, Ihr alle, die Freunde und Schüler im Feld, Ihr seid immer ganz gegenwärtig. Wenn es im alten Kinderlied von den Engeln heißt: zweie, die mich decken, zweie, die mich wecken, so ist diese Bewahrung am Abend und am Morgen durch gute unsichtbare Mächte etwas, was wir Erwachsene heute nicht weniger brauchen als die Kinder.“

Der Text wurde nach 1945 populär und bis zu 50 mal vertont - und im Kirchenlied  -"Von guten Mächten wunderbar geborgen" sehr bekannt. Hier könnt ihr diese wunderbare Lied nachhören.

Eines getraue ich mich zu sagen - 

... ja die Briefe haben sich verändert, aus der Tontafel sind Holztafeln geworden, aus dem Papier ist eine E-Mail geworden - ABER eines ist geblieben - DER BRIEF wird immer noch geschrieben und die Worte sind geblieben und sie werden weiterhin geschrieben werden - und sie werden weiterhin traurige, lustige und wunderbare Botschaften überbringen.

Für mich ist es so was von schön, wenn Gedanken aus dem Kopf, über einen Füllfederhalter oder über eine Tastatur auf ein Blatt gezaubert werden und ungefiltert beim Empfänger eine Empfindung auszulösen vermögen.

Und genau darum höre ich nicht auf - und schreibe weiter - weitere "Briefe von Gerd"

In Gedanken euer G.Ender




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