Brief von Gerd - Lieber Dalai Lama und deine Sicht auf den Egoismus!

"Seine Heiligkeit" - Dalai Lama - du bist das geistliche Oberhaupt der Tibeter und bist derzeit auf Österreich-Besuch - in deinem bisher längsten  Besuch tourst du elf Tage von Vortrag zu Vortrag durch Österreich. Ich würde gerne einen Vortrag von dir miterleben. Geht nicht - also muss ich nachlesen, was du zu sagen hast. Und das habe ich gemacht. Dazu später...

Das Bild ist 14 Stunden alt - der Dalai Lama in Österreich

Tendzin Gyatsho, geb. am 6. Juli 1935, du bist der 14. Dalai Lama. Von 1959 bis 2011 warst du zudem Oberhaupt der tibetischen Exilregierung. 1989 wurdest du mit dem Friedensobelpreis ausgezeichnet.

Du wirst  im tibetischen Buddhismus als Bodhisattva verstanden, als erleuchtetes Wesen, das aus Mitgefühl reinkarnierte, das heißt: bewusst wieder in – beispielsweise – die menschliche Existenz eintrat.

Obwohl Erleuchtete den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können, geloben Bodhisattvas, ihre Wiedergeburt freiwillig auf sich zu nehmen, um das Leid anderer fühlender Wesen zu mindern (Bodhisattva-Gelübde).

China bezeichnet dich als Staatsfeind 

Es gehört zum diplomatischen Spiel zwischen dem mächtigen China und dir. Immer wenn du im Ausland empfangen wirst, dann hat China etwas dagegen.

Heimische Diplomaten wurden in Peking bereits ins Außenministerium zur Unterredung gebeten. Der Besuch von dir belastet sogar die Geschäftsbeziehungen zwischen Österreich und China.

Mir egal - ich bin froh, dass du eingeladen wurdest. Weil ihr und euer Tibet ein kleines, freiheitsliebendes, friedliches Volk seidt - das gefällt mir.

Was ist eigentlich der Hauptgrund eurer Feindschaft...

... ist kompliziert, aber ich vesuche es in wenigen Sätzen zusammenzufassen - Der Konflikt zwischen Tibet und China besteht stark vereinfacht darin, dass das grosse, mächtige China darauf besteht, dass Tibet eine Provinz des chinesischen Reichs wird.

Tibet aber will als ein autonomer Staat existieren und sich nicht von China unterdrücken lassen. Durch die Übermacht der Armee Chinas war Widerstand jedoch zwecklos und sinnlos.

Im Laufe der Zeit gab es immer wieder versuche von Tibet, wieder ein eigenständiger Staat zu werden. Jedoch waren meist die Aufstände nicht erfolgreich oder die Erfolge waren nicht von langer Dauer.

Tibet steht heute unter chinesischer Verwaltung, jedoch hat Tibet das Bestreben nach einem eigenen Staat noch nicht aufgegeben. (weiter auf Seite 2)


Der Plan des Dalai Lama hatte folgende fünf Hauptbestandteile:

  1. Umwandlung des Gesamtgebietes von Tibet in eine Friedenszone
  2. Beendigung der Umsiedlung von Chinesen nach Tibet, wodurch sonst die Existenz der Tibeter als eigenständiges Volk bedroht wird
  3. Respektierung der fundamentalen Grundrechte des tibetischen Volkes
  4. Wiederherstellung und Schutz der natürlichen Umwelt Tibets und Beendigung der chinesischen Ausbeutung zur Herstellung von Kernwaffen und zur Lagerung von radioaktiven Abfällen
  5. Beginn von ernsthaften Verhandlungen über den künftigen Status Tibets
ABER jetzt zu dir und deinen Aussagen...

das ist es was mich sehr interessiert - die Art und der Weg deines Widerstandes. Du sprichst vom klugen Egoismus - du sprichst von Geduld und universeller Verantwortung - das gefällt mir - das schaue ich mir genauer an.

Du lehnst dich gegen die Ich-Suche der westlichen Menschen
- du sagst - die Psychotherapie versucht, aus einem kranken Ego ein gesundes zu machen. Dein  Buddhismus zeigt, dass man auch von diesem gesunden Ego ablassen soll.

Interessiert mich immer mehr - weil ich glaube, dass dieser Egoismus so viele von uns zerstört, Menschen, Geschäftsbeziehungen, Freundschaften und natürlich auch  Ehen.

Du sagst - wer anderen Menschen Hass, Zorn und Egoismus entgegenbringt, wird sein eigenes Glück verlieren.

Und weiter - gewöhnlicher Eogoismus konzentriert sich nur auf die eigenen Bedürfnisse;  kluger Egoismus behandelt den anderen genau so gut wie diejenigen, die ihnen nahe stehen.

Letzten Endes wird diese Strategie mehr Zufriedenheit und mehr Glück hervorbringen.

Was wird aber uns in unserer westlichen Welt gelehrt...

... ein gesunder Egoismus ist wichtig - ja finde ich auch - aber die Grenze wird so schnell überschritten und dann führt dieser gesunde Egoismus ganz schnell in einen Abgrund oder jedenfalls in Unzufriedenheit und in alles andere als Glück.

Egoismus heisst, auch seine Verantwortung für die mit einem verbundenen nicht zu vergessen und nicht zu übergehen.

Und dazu nochmals der Dalai Lama 

"Die Menschen verwenden heutzutage sehr viel Energie darauf, ihr Wissen und ihre Intelligenz auszuweiten, aber nicht die gleiche Aufmerksamkeit wird darauf gelenkt, das gute Herz zu entwickeln.

Es ist wichtig, sich für diese Seite im Menschen genauso zu interessieren. Die Entwicklung eines guten Herzens wird oft in die religiöse Seite abgeschoben, aber für mich ist sie eine allgemein menschliche Angelegenheit von großer Bedeutung.

Die am Wohl der anderen orientierte Einstellung bildet auch die Grundlage für unser eigenes Glück. Wir brauchen Hoffnung. Auf der Basis von Hoffnung und innerer Stärke können wir unser Leben so führen, dass echtes Glück möglich wird und dass wir in schwierigen Situationen einen Ausweg finden.

Ohne Hoffnung und Zuversicht werden wir in leidvollen Situationen schnell in Verzweiflung geraten."

Und dann sprichst du noch über die Geduld...

....ebenfalls hörenswert -In der buddhistischen Geistesschulung ist die Geduld oder die Fähigkeit des Ertragens zentral. Geduld ist nicht einfach eine passive Geisteshaltung, sondern eine Eigenschaft, die getragen wird von einer starken geistigen Kraft und inneren Stärke.

Geduld bedeutet nicht, dass man sich in furchterregenden Umständen ängstlich zurückzieht. Aber du meinst die Geduld, die  bereitwillig Schwierigkeiten und Probleme auf sich nimmt und die Geduld, eine feindselige Haltung gegenüber einem Schädiger zu vermeiden.

Eine Situation hat immer mehrere Seiten...

...und lässt sich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Haben wir ein Problem, dann verengt sich unser Gesichtskreis, und wir sind ganz auf die negativen Aspekte fixiert.

Gelingt es uns, das gleiche Problem aus einem anderen Blickwinken zu betrachten, werden wir uns durchaus auch positiver Aspekte bewusst. So ist es Teil der Übung von Geduld, eine schwierige Situation aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Gefällt mir sehr, wie du das beschreibst...

...und weiter sagst du  - Es ist falsch zu denken, dass wir allein durch die Veränderung der äußeren Umstände unsere Probleme lösen können. Das ist meiner Meinung nach unmöglich.

Deshalb ist es wichtig, dass wir von innen her Methoden entwickeln, um die Probleme im Leben zu meistern. Wenn wir die korrekte innere Einstellung haben, dann werden wir auch mit sehr schwierigen Lebensumständen fertig.

Wunderbar beschrieben - und genau meine Einstellung. 

Muss noch weiterlesen... du sagst so viele tolle Dinge... "Wir erfahren im Leben verschiedene Arten von körperlichem und geistigem Glück.

Äußere Feinde können uns nicht das geistige Wohlergehen rauben, sondern nur das körperliche, etwa Güter, Beziehungen, Ehen,  die berufliche Stellung oder den Körper. Ein äußerer Feind hat nicht die Macht, direkt das Glück in uns zu zerstören;"

"Der wahre Feind sitzt also in uns - es ist ein gelebter, falscher Egoismus. Mitgefühl und liebevolle Zuneigung sind die eigentlichen Wurzeln für Glück. Mitgefühl basiert auf der Erkenntnis der Gleichheit von dem anderen und mir. "

Kann nicht aufhören zu schreiben - das wird ein langer "Brief von Gerd"

Aber die folgenden Lebensregeln des Dalai Lama...

...haben doch für jeden von uns was zu bieten - also MUSS ich sie euch aufschreiben... lest sie...

Die Lebensregeln des Dalai Lama
  • Wenn Du verlierst, verliere nicht den Lerneffekt.
  •  Befolge grundsätzlich die folgenden drei Regeln:
    denke (weil große Liebe und große Ziele große Risiken in sich bergen) an
    - Respekt für Dich selbst
    - Respekt für andere und
    - Respekt (Verantwortung) für alle Deine Handlungen.
  • Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.
  • Lerne die Regeln, damit Du weißt, wie Du sie brichst.
  • Wenn Du merkst, dass Du einen Fehler gemacht hast, unternimm unverzüglich etwas, um ihn zu korrigieren.
  • Verbringe jeden Tag einige Zeit mit Dir selbst.
  •  Begegne Veränderungen mit offenen Armen, aber verliere dabei nicht Deine Wertmaßstäbe.
  • Denk daran, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist.
  • Lebe ein gutes ehrbares Leben - wenn Du älter wirst und zurückdenkst, wirst Du es ein zweites Mal genießen können.
  • Eine freundliche Atmosphäre in Deinem Haus ist die beste Grundlage für Dein Leben.
  • Wenn Du mit lieben Freunden streitest, bezieh Dich nur auf die aktuelle Situation - lass die Vergangenheit ruhen.
  • Teile Dein Wissen, so erlangst Du Unsterblichkeit.
  • Sei freundlich zur Erde.
  • Besuche einmal im Jahr einen Ort, den Du noch nicht kennst.
  • Denk daran, die beste Beziehung ist die, in der die Liebe für den anderen größer ist, als das Verlangen nach dem anderen.
  • Bewerte Deine Erfolge daran, was Du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
  • Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit wagemutiger Sorglosigkeit.

Dem habe ich diesmal in meiner Einfach- und Kleinheit nichts hinzuzufügen...

In Gedanken - euer G.Ender

Infos und Termine zu der Vortragsreihe des Dalai Lama in Österreich findest du unter www.dalailama.at




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