Brief von Gerd - Liebes Wissen!

wer von euch kennt den Spruch nicht - "Wissen ist Macht" - hat schon seine Berechtigung - aber es gibt Situationen, da nützt euch Wissen gar nichts und Macht auch nichts - ab und zu ist man machtlos - und was lernen wir unseren Kindern? - Wir stopfen sie mit Wissen voll - aber wir zeigen ihnen nicht, was sie machen sollen, wenn man sich machtlos fühlt, wenn man nicht mehr weiter weiss. Vielleicht wäre das ein gutes Schulfach - was tun, wenn die Verzweiflung an unsere Tür klopft.

ich weiss nicht, wer besser durch leben kommt, aber ich weiss wer weniger Hunger hat...
Ich stell mal eine These auf - ich glaube - Wissen macht nicht klug. Die Anhäufung von Wissen hat nichts mit Intelligenz zu tun und Klugheit ist nochmals etwas ganz anderes.

Was lernen wir unseren Kindern? 

Wie viel Quadratkilometer Ecuador hat, wie die ersten 4 Stellen nach dem 3, der Kreiszahl Pi lauten (hab  das auch gelernt, aber weiss bis heute nicht, wofür man diese Zahl im Leben wirklich braucht),  wir lernen auswendig was Goethe in seinem Faust schrieb oder wie das Bewässerungssystem in Israel funktioniert.

Also gibt es nicht sehr viel wichtigere Dinge, die mit Israel zu tun haben?

ABER lernen wir unseren Kindern etwas über das wirkliche Leben 

Über Unebenheiten und Schwierigkeiten, die auf ALLE von uns zukommen.

Wir sagen ihnen wenig über die Probleme die ein Leben mit sich bringt, wir sagen ihnen wenig über Kindererziehung, über Partnerschaftsprobleme, über Ehen, über Krisen, über Erschöpfungszustände - wir lernen wochenlang, wie man ein Auto fährt, aber wir lernen nicht, wie man Beziehung lebt.

Ich glaube unsere Jugend wird schlecht auf die Anforderungen des Lebens vorbereitet - viele von uns geraten im Laufe ihres Lebens früher oder später in eine bedrohliche Krise und dann - dann beschäftigen sie sich erstmals mit einer Krise - mir ging das gleich - besser wäre es, die Kinder auch auf Krisen vorzubereiten.

Wir müssten ihnen beibringen, dass eine Krise normal ist.

Ja dass eine Krise sogar eine grosse Chance auf Veränderung ist - und dass trotz einer Krise das Leben nicht zu Ende ist, und nicht weggeworfen werden sollte.

Und wenn so ein Schulfach verhindern würde, dass sich ein EINZIGER junger Mensch weniger umbringt, hätte das Fach für mich schon Sinn gemacht.

Wissen ist lediglich eine Datenansammlung, die man auswendig lernen kann. 

Dazu ist ein gewisser Fleiss notwendig, aber es braucht weder Intelligenz oder Klugheit dazu.     Klugheit aber ist ganz was anderes - es ist, wenn man intelligent genug dazu ist, das Wissen am richtigen Ort zu suchen, wenn das Wissen benötigt wird und dort einzusetzen, wo es einem nützt.

Um euch meine Meinung zu verdeutlichen, habe ich wieder ein Geschichte für euch.

 Das sinkende Boot. 

Der persische Weise Nasrudin befand sich einmal auf einer Fähre, die einen breiten Strom überquerte. Neben ihm stand ein Gelehrter, der angesichts seines immensen Wissens arrogant und aufgeblasen tat. 

Er fragte Nasrudin: "Haben Sie jemals Astronomie studiert?" "Nein." antwortete Nasrudin. "Oh, da haben Sie aber viel von Ihrem Leben vergeudet! Mit dem Wissen über die Sterne kann ein Kapitän ein Schiff durch alle Weltenmeere navigieren." 

Der Gelehrte fragte dann: "Haben Sie jemals Meteorologie studiert?" "Nein." antwortet Nasrudin. "Nun, dann haben Sie auch hier große Teile Ihres Lebens verschwendet! Wer über die Winde und das Wetter weiß, kann ein Schiff sicher und schnell von einem Ort zum anderen bringen." 

Es folgte die Frage: "Und haben Sie wenigstens die Meereskunde studiert?" "Nein, antwortete Nasrudin. Mit mitleidigem Lächeln sagte der Gelehrte: "Zu schade, wie Sie auch hier Ihr Leben verschwendet haben! Die Kenntnis der Ströme ist unerlässlich um ein Schiff zu steuern." 

Einige Minuten später stand Nasrudin auf, um ans Ende des Schiffs zu gehen. Beim Vorbeigehen fragte er den Gelehrten: "Haben Sie jemals schwimmen gelernt?"
 

"Nein, dazu hatte ich keine Zeit."
 

"Dann haben Sie Ihr ganzes Leben verspielt, denn dieses Boot sinkt gerade."

Wir MÜSSEN unseren Kindern Dinge beibringen, die ihnen das Leben erleichtern,

wir müssen sie zum eigenen Denken und Handeln anregen.

Sie sollten wissen, was ein Bausparvertrag ist und was es bedeutet vor lauter Schulden nicht mehr ein noch aus zu wissen.

Wir sollten den Jugendlichen nicht nur Tanzkurse anbieten, sondern sollten ihnen auch erklären, wie man mit dem Tanzpartner oder der Partnerin eine Beziehung mit allen auf und abs zu leben versuchen kann.

Sie brauchen meiner Meinung nach nicht mehr Wissen, sie brauchen ein Handwerkszeug, um mit den Problemen und Krisen, die kommen, gut umzugehen und nicht mit ihnen unterzugehen.

"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt"

sagte schon Albert Einstein  - also lernen wir den Kindern Phantasie und die Gewissheit, dass NICHTS unmöglich ist und dass es IMMER einen Weg gibt.

Und dann kann ich mich noch an eine ganz alte chinesische Weiheit erinnern, die ich in meiner Maturaarbeit als Einleitung verwendet habe - sie kommt mir grad wieder in den Sinn.  

“Wenn der Wind der Veränderung  stärker weht, bauen die einen  Mauern und die anderen  Windmühlen.”  Und wir leben in einer Zeit, wo die Veränderungen immer schneller, immer bedrohlicher auf uns zukommen.

Also - lernen wir unseren Kindern nicht wie man Mauern baut, sondern regen wir ihre Phantasie an, wie man Windmühlen baut.

In Gedanken - euer G.Ender









Instagram

Written by Blogger: (click picture for more info and stats)













0 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

Meist geklickt