Kriegsheldin wider Willen. Melitta Schenk, Gräfin von Stauffenberg

In Geschichten über Kriege ist meist von männlichen "Helden" und deren Tapferkeit die Rede - bis auf wenige Ausnahmen. Im Zweiten Weltkrieg war es zum Beispiel diese Frau: Melitta Schenk, Gräfin von Stauffenberg, die ich euch nun wie schon versprochen vorstellen möchte. Doch sie war eine Kriegsheldin wider Willen.

Eine tapfere Frau: Melitta Gräfin von Stauffenberg
Melitta Schenk, geb. Schiller, kam am 9. Januar 1903 in Krotoschin (Posen) zur Welt. Nach Abschluss ihrer Schulzeit und eines Studiums für Physik und Mathematik an der Technischen Hochschule in München bestand sie mit Bravour sämtliche Flug- und auch Seefahrerprüfungen.

Schnell war sie aufgrund ihrer herausragenden Kenntnisse in der Physik als Forschungs- und Testpilotin eine ganz besondere Persönlichkeit ihrer Zeit. 1936 heiratete sie Alexander Schenk Graf von Stauffenberg, den Bruder von Claus Schenk, dem späteren Hitler-Attentäter - leider war das Attentat nicht von Erfolg gekrönt. 

Mit ihr Werk: Die deutschen "Stukas"
Und obwohl Melitta Schenk 1936 wegen ihrer jüdischen Herkunft aus dem Dienst der Luftwaffe entlassen worden war, wurde sie 1939 von eben derselben wieder zwangsverpflichtet - bei sonstiger Androhung, man würde ihre gesamte Familie ins KZ werfen. Für die Luftwaffe testete und verbesserte sie unter Einsatz ihres Lebens neue Flugzeuge und Maschinentypen.

Da sie wegen ihrer Arbeit als "kriegswichtig"  eingestuft wurde, wurde ihrem Antrag auf Gleichstellung mit arischen Personen schliesslich stattgegeben, sie und ihre jüdisch-stämmige Familie blieben von den Nazis verschont.

Für ihre gefährliche Arbeit erhielt sie sogar das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Militärabzeichen in Gold mit Brillanten und Rubinen. Nach dem missglückten Attentat am 20. Juli 1944 auf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg, wurden jedoch auch sie und ihr Mann verhaftet.

Doch da die Deutsche Luftwaffe auf Gräfin von Stauffenbergs enorme Kenntnisse in der Fliegerei nicht verzichten mochte und konnte, wurde sie sehr bald wieder aus der Haft entlassen, dies durch Reichsführer Heinrich Himmler persönlich. Ihr Mann blieb im KZ. 

Am 8. April 1945 wurde ihr Flugzeug durch den US-Jagdbomberpiloten Thomas A. Notboune abgeschossen. Zivilpersonen konnten die verletzte Gräfin aus dem Flugzeug heben. Sie stellten ein gebrochenes Bein fest. 

Als ein Dr. Hans Siegl aus Strasskirchen seine Hilfe anbot, wurde ihm von den inzwischen eingetroffenen Wehrmachtspersonal bedeutet, dass die Verletzte bereits durch den Truppenarzt versorgt wäre und seine Hilfe daher nicht mehr vonnöten.

Zwei Stunden später war Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg tot. Die Umstände ihres Todes blieben immer im Dunkeln.




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