Mammut Projekt RHESI - Rheinumbau. Landwirte gründen IG

Es ist wohl als Mammutprojekt zu bezeichnen: RHESI, der "Umbau" des Rheins im österreichisch-schweizerischen Rheintal. Mehr als 600 Millionen Franken sind veranschlagt - und das wird wohl nicht reichen. Die Planung sieht auch vor, mit dem Umbau einigen Landwirten in der Region sogar die Existenzgrundlage zu kappen. Auch um das zu verhindern, gründen Vorarlberger und Schweizer Bauern die Interessensgemeinschaft Kulturland und Hochwasserschutz am Alpenrhein.

Geht es nach einigen Plänen von RHESI, soll hier alles umgebaut werden.
Bereits im Mai hatten sich St Galler Landwirte zur Gründung einer IG entschlossen, um gemeinsam eine starke Verhandlungsposition gegenüber den Planungsfirmen sowie Behörden zu haben. 

Von denen fühlten sich die Landwirte bisher eher links liegen gelassen, Informationen über das Rheinumbau-Projekt RHESI flossen spärlich bis gar nicht - selbst auf Anfragen wurde nur zögerlich geantwortet.

"Die Landwirte sind seit über 80 Jahren verlässliche Partner beim Hochwasserschutz am Rhein", so der Diepoldsauer Landwirt Peter Kuster, Präsident der Bäuerlichen Vereinigung unteres Rheintal. 

"Sie haben die Rheinvorländer (so nennt man jene Bereiche, in die der Rhein bei Hochwasser ausweichen kann) bewirtschaftet und gepflegt. Dass gerade mit den Landwirten bei teilweise sicher notwendigen Umbauten und Anpassungen nicht gesprochen wird - das ist meiner Meinung nach ein Armutszeugnis. So geht man nicht mit Partnern um. Hochwasserschutz ist wichtig und richtig, und die Bevölkerung gehört geschützt. Aber dabei gleichzeitig über die Landwirte `drüberzufahren`, das lassen wir so nicht stehen."

Gleich sieht das auch der St. Galler SVP-Kantonsrat Walter Freund. Die Anliegen jener, die jahrzehnte lang verlässliche Partner der Rheinregulierung waren, fliessen bisher gar nicht in die Planung ein. Im Gegenteil, nach derzeitigem Stand ist sogar die Existenz einiger Landwirte massiv gefährdet!

Um so wie andere Planungspartner auf Augenhöhe mitreden zu können, fand bereits am 18. Mai dieses Jahres die Gründungsversammlung für eine IG der Schweizer Landwirte statt. Am 07. Juni dann beschlossen auch Vorarlberger Landwirte, gemeinsam mit den Schweizern an einem Strang zu ziehen und ebenfalls eine IG zu gründen.

Dass dies den RHESI-Planern nicht unbedingt schmeckt, sieht man auch auf der RHESI-Homepage. Von allen Interessensgruppen, die betroffen sind, werden nur die Landwirte dezidiert angeführt, die sich "gegen das Ausbauprojekt wehren".

Inzwischen erklären immer mehr Landwirte beiderseits des Rheins ihre Unterstützung für die IG. Erster Erfolg: Für Anfang Juli haben sich die RHESI-Planer bereit erklärt, sich mit Vertretern der IG an einen Tisch zu setzen und erste Gespräche zu führen.




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