Brief von Gerd - Liebe Liebe in zwei Wohnungen, liebe LAT!

mir schwirrt schon seit einiger Zeit eine neue Lebensform im Kopf herum. Und in meiner eigenen Situation sah und sehe ich das als Chance. Und heute habe ich von einem neuen Trend gelesen, der wie immer von Amerika ausgehend zu uns herüberschwappt. "LAT" - "Living Apart Together" - also bin ich längst nicht der Einzige, der sich so was vorstellen kann. Das schaue ich mir jetzt für euch genauer an.

also ich kann mir gut vorstellen - WENN sie zusammen kommen, dann wirds richtig lustig...

Es ist der Versuch vieler Paare, den lähmenden, liebestötenden Beziehungsalltag buchstäblich vor die Tür zu setzen.

1 Liebe in 2 Wohnungen - das ist die Idee dahinter.

Wir kennen das doch alle - eine falsch ausgedrückte Zahnpastatube kann aus einem romantischen Abend mit Sex als Höhepunkt des anstrengenden Tages, ein wortloses Einschlafen, Rücken an Rücken machen.

Von herumliegenden Socken, Bartstoppeln im Wachbecken, herumliegende Kleidungsstücke gar nicht zu reden. Ja es ist schade, dass solche Lappalien des Alltages eine große Liebe, ja sogar eine Ehe kaputt machen können.

Und jetzt kommt die Lösung, jedenfalls der Trend 

- immer mehr Paare haben die Probleme eines gemeinsamen Klingelschildes erkannt und haben einen simplen Weg gefunden, dem Liebeskiller "gemeinsame Wohnung" zu entkommen.

Sie wohnen einfach getrennt und schmücken das ganze mit einer trendigen Bezeichnung aus Amerika - 

"LAT" - "Living Apart Together" 

- ich übersetze mal mit meinem Schulenglisch - Leben - getrennt - zusammen - oder etwas verständlicher frei übersetzt - "getrennt wohnen, aber zusammen sein"

Wie gesagt schwirrt diese Wohnform schon länger in meinem Kopf herum. Ich habe mit vielen, vor allem älteren Menschen gesprochen, die genau diese Wohn- und Liebesform leben.

Wer kennt sie nicht - es sind geschiedene oder verwitwete Männer und Frauen, die sich beim Einkaufen oder auf dem Friedhof kennengelernt haben - sie haben Erfahrung, sie wissen, was eine Liebe fördert und was sie "killt" - also gehen sie eine neue Partnerschaft ein - ABER der entscheidende Punkt ist - sie behalten ihre ZWEI Wohnsitze.

Ein befreundeter Pensionist erklärte mir das so 

- wir haben es gut miteinander, aber Konflikte gibt es immer - aber jetzt bei einem Konflikt gehe ich einfach zurück in mein Haus - ist eine sehr einfache und wirkungsvolle Methode um die Zweisamkeit nicht zu einem Pulverfass ausarten zu lassen.

Und jetzt schwappt dieser Trend auch auf jüngere Semester über - natürlich man muss sich das Ganze leisten können - aber wenn man es sich leisten kann, dann sind die Aussichten, dass so was klappt nicht schlecht.

Die gesellschaftliche Billigung ist zwar noch nicht da, aber das interessiert mich kein bißchen - die kommt mit der steigenden Anzahl der "Teilnehmer" automatisch. Das ist und war noch in allen gesellschaftlichen Veränderungen so.

Distanz schafft Nähe

LAT`s sind auf dem Vormarsch  - natürlich gibt es Widerstände - das kostspielige Zwei-Haushalts-System trägt den Beigeschmack des Rosinen-Pickens. Man genießt die Vorzüge des Partners und macht sich aus dem Staub, wenn die Socken herumliegen.

ABER es gibt auch gute Argumente für diese neue Lebensform - Distanz schafft Nähe - das ist jedenfalls klar - und die Liebe und der Sex ist frei von materiellen Bindungen und gemeinsamen Gütern und daher die reinste Form der Liebe.

Dazu reduziert sich das Konfliktpotential alltäglicher Hausarbeiten - natürlich muss man sie irgendwann machen - aber jeder muss sie selber machen oder jeder muss sie sich selber organisieren.

"Living Apart Togehter" kann sich auch auf des Sexleben

eines Paares positiv auswirken - es hat den Anflug von "Sex mit einer/einem Fremden" und das ist wesentlich anregender, als immer nebeneinander einzuschlafen und sich am schnarchen des anderen zu stören.

Und klingt es nicht cool zu fragen - du, schlafen wir heute bei dir oder bei mir?

Also ich kann mir das Ganze gut vorstellen - neue Zeiten brauchen neue Ideen - und ich habe vor einigen Wochen in einem Brief mal den Satz verwendet - 

"Wenn der Wind der Veränderung stärker weht, dann bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen" 

- damals sagte ich schon - ich will keine Mauern bauen, ich suche mir eine Windmühle - und diese Lebensform könnte "meine" Windmühle werden.



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3 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Fussball-Euro, jetzt Olympiade - nachdem mein Bärchen ein Sportfan ist, könnt ich mich an diesen Gedanken gewöhnen ^^

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    1. Ich les auch den hotnewsblog!

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Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

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