Das Flugzeugunglück von Überlingen am Bodensee

Am 1. Juli waren es genau zehn Jahre her, dass um 23.35 Uhr eine Tupolew 154 aus der russischen Republik Baschkirien mit einer DHL-Frachtmaschine in 11`000 Meter Höhe bei Überlingen über dem Bodensee zusammenstiess. Die Tupolew der Baschkirian-Airline wollte nach Barcelona, die Frachtmaschine nach Brüssel. In der Tupolew befanden sich auch 45 Kinder, die in die Ferien wollten. Alle Insassen sowie die zwei Piloten der Frachtmaschine verloren beim dem Flugzeugunglück ihr Leben. 

Es war eines der grössten Flugzeugunfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Warum kam es zu diesem schwerwiegenden Unglück? 

Unbestritten ist, dass Skyguide schwerwiegende Fehler machte. Zuerst abgestritten, musste das Schweizer Unternehmen nach dem Unglück doch ihre Fehler in der Flugsicherung zugeben. Und obwohl sie behauptet, dass sich seit dem Unfall vieles zur Sicherung verbessert habe, schwebt so einiges noch im Ungewissen. 

Vier leitende Mitarbeiter wurden damals von einem Schweizer Gericht zu Geld- sowie Freiheitsstrafen verurteilt. Aber waren dies wirklich die einzig Schuldigen? Wohl kaum, denn 2007 stellte eine Zivilkammer des Konstanzer Landgerichts „schwerwiegende organisatorische Mängel“ bei Skyguide fest. 

Zudem befand das Gericht, die Übertragung deutscher Hoheitsrechte an Skyguide sei verfassungswidrig. Eigentlich bedürfe es eines Staatsvertrags, wenn Hoheitsrechte in diesem Umfang übertragen würden. Den Staatsvertrag mit der Schweiz gibt es bis heute nicht. 

Zehn Jahre sind seit dieser schrecklichen Unglücksnacht vergangen, aber wer kann schon das unendliche Leid ermessen, welches dieses für so viele Familien gebracht hat. Besonders tragisch ist wohl auch der Fall Witali Kalojew. Dieser hatte bei dem Unglück seine Frau und seine zwei kleinen Kinder verloren. 

Zwei Jahre später erstach er in Zürich den dienstleitenden Fluglotsen Peter Nielsen. Dieser sass in der Unglücksnacht allein im Kontrollzentrum in Zürich. Und so betrachtete Kalojew ihn als Hauptverantwortlichen für den Tod seiner Angehörigen. Kalojew wurde dafür für fünf Jahre Gefängnis verurteilt. 

Diese Strafe hat er inzwischen abgegessen und konnte nun zur Gedenkfeier nach Überlingen für vier Tage einreisen. Natürlich gibt es keine Entschuldigung für diese Tat, denn Nielsen war sicher nicht allein für dieses Unglück verantwortlich. Die wirklich Schuldigen kamen sicher wie immer mit einem blauen Auge davon. 

Das Tragische daran ist auch, dass die Frau von Nielsen gerade hochschwanger war. So kam zu diesem Unglück zwei Jahre danach noch ein weiteres Todesopfer dazu. Doch auch wenn es jetzt vielleicht zynisch klingt, kann man nicht umhin, um auch Kalojew irgendwie als Opfer zu betrachten. 

Wie tief muss ein Schmerz sein, dass daraus Wut und dann grenzenloser Hass entsteht. Hass, der so weit geht, dass er in eine Tötungsart ausartet. Darüber steht uns aber kein Urteil zu! Das Geschehene kann man nicht mehr ungeschehen machen. 

Man kann nur eines hoffen, dass Skyguide ihre Arbeit wirklich ernst nimmt, dass sie mit ihrer Verantwortung nicht mehr so large umgeht wie bisher und dass ihre Versprechungen nicht nur leere Worte sind! 

Für die Angehörigen der Tupolew und der DHL-Frachtmaschine können wir nur beten und hoffen, dass der Schmerz ein wenig nachlässt, vergehen wird er nie!











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