Der geizigste Mensch der Welt

Hast du schon mal jemanden kennengelernt, der so richtig geizig war? Ich meine damit nicht sparsam, nein, so richtig geizig, dass er sich am liebsten selbst aufessen möchte! Dann möchte ich dir die Geschichte des Daniel Dancer erzählen. Der war wohl der geizigste Mensch, der je auf der Welt gelebt hat.


Daniel Dancer war der Sohn eines Geizkragens und ein Enkel eines noch grösseren Geizhalses. Er lebte mit seiner Schwester zusammen, die ebenfalls geizig war.

Und er trieb seine Pfennigfuchsrei so weit, dass er zu recht als der König der Geizhälse gilt.

Dancer hatte ausgedehnte Ländereien nördlich von London geerbt, die ihm ein beträchtliches Jahreseinkommen eintrugen. Doch vor lauter Geiz gönnte er sich nur eine Mahlzeit am Tag. Sie bestand einem winzigen Stückchen Fleisch und einem einzigen kalten Mehlkloss.

Als er einmal ein verendetes Schaf auf seinem Feld fand, nahm er es mit nach Hause. Und obwohl es schon zu verwesen anfing, liess er daraus Hammelpastete machen, die er dann in einer Kiste unter Verschluss hielt.

Als ihm ein anderes Mal Lady Tempest, eine Nachbarin, eine in Rotwein gedünstete Forelle schenkte, herrschte gerade arger Frost und so war die Forelle gefroren. Vor lauter Geiz weigerte er sich, diese aufzuwärmen, sondern er setzte sich darauf, bis der Fisch aufgetaut war, so dass er ihn essen konnte. 

Dancer schlief in einem Sack, und seine Kleidung bestand fast nur aus Lumpen und Stroh. Doch eine Extravaganz leistete er sich. Einmal im Jahr kaufte er sich ein gebrauchtes Hemd. Dieses trug er, bis es zerlumpt war.

Als seine Hemdenlieferantin einmal dafür eines Tages drei Pence zuviel verlangte, brachte er sie vor Gericht.

Einmal war er in London, da hielt ihn jemand für einen Bettler und gab ihm einen halben Penny. "Kleinvieh macht auch Mist", war sein Kommentar, als er die Münze einsteckte.

Im Jahr 1766 lag Dancers Schwester, die bei ihm als Haushälterin gearbeitet hatte, im Sterben. Doch Dancer weigerte sich, einen Arzt zu rufen. Er begründete dies damit:

Warum soll ich mein Geld verschwenden und schuld daran sein, wenn ich damit gegen den Willen der Vorsehung handle? Wenn für die Ärmste die Zeit gekommen ist, kann sie ebensogut jetzt als später sterben. 

Miss Dancer wurde von Lady Tempest gepflegt, der Miss Dancer als Dank ihr Erbe vermachen wollte. Doch als Miss Dancer starb, stellte sich heraus, dass sie kein Testament hinterlassen hatte und so gelang es ihrem Bruder, zwei Drittel ihres Nachlasses an sich zu reissen, indem er im nachhinein 30 Jahre Unterkunft und Verpflegung geltend machte.

Wie viele von den ganz Reichen, hatte auch Dancer grosse Angst vor einem Raubüberfall. Zum "Schutz" verbarrikadierte er sich in seinem Haus und versteckte sein ganzes Geld unter einem Misthaufen.

1794 starb er und die freundliche Lady Tempest erbte sein Vermögen. Leider konnte sie sich nicht lange daran erfreuen, denn schon vier Monate danach war auch sie tot.

Und die Moral von der Geschicht: Nimm niemals einen Geizhals nicht! ;o)




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