Erster amerikanischer Indianer wird heilig gesprochen

Es gleicht einer kleinen Sensation, die der Vatikan diesen Oktober beschliessen wird. Denn erstmals in der Geschichte wird ein amerikanischer Ureinwohner vom Papst heilig gesprochen werden. Und das bringt den Vatikan in eine arge Zwickmühle, nicht nur weil dieser erste indianische Heilige eine Frau war!

Eine Statue von Kateri Tekakwitha in Fonda (New York) vor der Kirche, in der ihre Gebeine liegen. 
Schnell einen Sprung zurück ins Jahr 1646. Damals versuchten Jesuiten aus Europa Indianer im "unchristlichen" Nordamerika zum Christentum zu bekehren. Drei davon fanden im Mohawk-Tal (Nahe New York) einen grausamen Tod, als sie von Mohawk-Indianern gefangen genommen und furchtbarst zu Tode gefoltert wurden.

Im Jahr 1930 wurden die drei Jesuitenpriester feierlich zu Heiligen erklärt. Nun kommt eine viere Seligsprechung dazu. Kateri Tekakwitha, ein Mohawk Frau, die im Jahre 1656 geboren - just in jenem Dorf, in dem ein Jahrzehnt zuvor die Missionare ermordet worden waren. Ein direkter Nachkomme der "Mörder" als Heilige?

Auch deshalb hatte es heftigste Diskussionen darüber gegeben in der katholischen Kirche. Denn noch immer gibt es vorallem in den Indianergebieten Spannungen zwischen Katholiken und traditionell lebenden amerikanischen Indianern.

Aber es gibt auch viele Stimmen, die Papst XVI. Bewunderung für diesen Schritt zollen. "In einer Zeit, da Einheimische immer noch wie Menschen dritter Klasse behandelt werden, ist es sehr beeindruckend, dass der Vatikan und die katholische Kirche diesen Schritt tun," meint etwa Pat Whyland (67), ein hoher Würdenträger der Mohawk.

Kateri Tekakwitha wurde 1656 etwa 40 Meilen westlich von Albany (Staat New York) geboren. Als sie vier war, tötete eine Pocken-Epidemie ihre Eltern, auch sie selbst war ihr Leben lang durch die Krankheit entstellt.

Als Kateri als Teenager in Kontakt mit Missionaren kam, entschloss sie sich, katholisch zu werden. Was in ihrem Stamm nicht unbedingt auf Zustimmung stiess, weshalb sie im Alter von etwa 20 Jahren ins heutige Canada floh.

Dort half sie Kranken, legte ein Gelübde der ewigen Jungfräulichkeit ab und setzte sich für den katholischen Glauben ein. Mit 24 wurde sie selbst schwer krank und verstarb.

Nach ihrem Tod, so beschwörten damals anwesende Jesuiten und andere Zeugen, geschahen eine Reihe Wunder. So seien etwa nach Kateris Tod die Pockennarben auf ihrem Körper verschwunden und kranke Menschen, die Kateri in Gebeten um Heilung baten, seien tatsächlich auf wundersame Art geheilt worden.

Die erste Heiligsprechung einer amerikanischen Ureinwohnerin wird bei den Mohawk-Indianern trotz mancher Zwischenrufe mit einer grossen Zeremonie gefeiert werden. Zur Feier werden Zehntausende Gläubige am Geburtsort der dann Heiligen erwartet.




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