Senioren als wilde Hausbesetzer in Berlin

Hausbesetzer - das waren doch bisher immer irgendwelche Randgruppentypen, grüne Haare, schwarze Lippen, Chaos. So zumindest flimmerte es immer über die Bildschirme. Aber das hat sich geändert. Denn jetzt zeigt eine Gruppe von Menschen ihre Zähne, die bisher gar nicht mit Hausbesetzungen in Verbindung gebracht wurde: Senioren! Die machen der Occupy-Bewegung alle Ehre und besetzen derzeit erstmals ein Haus in Berlin.

Senioren besetzen Haus in Berlin-Pankow.
Grund für die erstmalige Besetzung eines Hauses durch Senioren: Deren Seniorenfreizeitstätte im Berliner Bezirk Pankow sollte nach dem Willen des zuständigen Bezirksamtes am 30.6.2012 endgültige die Tore schliessen. Zu wenig Geld für die Senioren sei da.

Die (man glaubt`s ja kaum) Sozialstadträtin des Bezirks, Lioba Zürn-Kasztantowicz von der angeblich sozialen Partei Deutschlands hat die Seniorenfreizeitsätte wegen nötiger Sanierungs- und Instandhaltungskosten auf die Streichliste gesetzt.

Doch die doch nicht so sozial eingestellte Stadträtin hat die Rechnung ohne die Senioren gemacht. Die nämlich sehen gar nicht ein, dass für ihre Begegnungsstätte kein Geld mehr das sein soll, während bei Grossprojekten wie dem neuen Berliner Flughafen Unmengen von Geld "vernichtet" werden - von den Banken- und den Finanzhilfen für Griechenland ganz zu schweigen.

Also wurde das Haus kurzerhand besetzt. "DIESES HAUS IST BESETZT" oder "Wir bleiben hier! Wir bleiben hier!" steht auf Plakaten vor dem Anwesen.


Ob die Besetzerinnen und Besetzer denn keine Angst vor der Polizei haben? "Warum denn? Wenn die kommen setzen wir uns ganz einfach ruhig auf den Boden. Sollen sie uns doch wegschleifen", so die kämpferischen Senioren.

Senioren, alte Menschen, die von der Polizei abgeführt werden? Das sind Bilder, die keine Partei "wählertechnisch" verkraften würde. Also hütet sich die Berliner SPD tunlichst davor, da etwas in dieser Richtung zu unternehmen.

Auch, weil die rüstigen Pensionisten inzwischen zahlreiche Medien und BloggerInnen hinter sich wissen. "Wenn die kommen und uns rauswerfen wollen, steht das Minuten später überall im Internet - und Fernsehteams sind auch schnell da."

Das Bezirksamt Pankow übrigens wurde von der Aktion vollkommen überrascht. Vor wenigen Tagen noch hatte Baustadtrat Jens-Holger Kirchner im TV-Interwiew angekündigt: "Da muss man eine Lösung finden." 

Die bestand erstmal wohl darin, dass den Senioren vom Amt das Warmwasser abgestellt wurde. Inzwischen hat jedoch ein Installateur eine (wie auch immer aussehende) Lösung gefunden - Warmwasser ist wieder da.

Und bleibt es wohl auch. Genauso wie die Senioren.









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