Spontane Selbstverbrennung - gibt es das wirklich?

Es war am Morgen des 19. Juli 1980, als eine 31jährige Frau aus Toronto beim Erwachen auf ihren Oberschenkeln und dem Unterleib schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades entdeckte. Sie waren so schwerwiegend, dass sie sich sechs Monate lang schmerzhaften Hautverpflanzungen unterziehen musste, bis die Wunden geschlossen waren. Ein Fall von spontaner Selbstverbrennung?

Gibt es wirklich so etwas wie spontane Selbstverbrennung?

Denn was auch immer die Verbrennungen verursacht haben mochte – es hatte keine Spuren auf dem Nachthemd oder der Bettwäsche der jungen Canadierin hinterlassen!

Diese ungewöhnliche Geschichte stammt aus den Akten des Amerikaners Larry E. Arnold. Er brachte viele Jahre damit zu, jenes seltsame und bisher unerklärliche Phänomen zu erforschen, das man als spontane Selbstverbrennung bezeichnet.

Wenn das Unmögliche möglich wird

Die  meisten Mediziner glauben jedoch nicht daran. Sie beteuern beharrlich, dass sich ein menschlicher Körper nie selbst entzünden könne. Hinter den Geschehnissen vermuten sie eine „vernünftige“ Erklärung. 

Doch Arnold und einige andere Forscher haben eine beeindruckende Anzahl von Fällen zusammengetragen. Aufgrund des vorliegenden Beweismaterials geht man davon aus, dass die meisten Opfer der rätselhaften Flammen rasch, lautlos und fast vollständig verbrennen. 

Für Kriminalpolizei und Wissenschaftler bleiben nur wenige Anhaltspunkte zurück, die über die genauen Umstände des Todes Aufschluss geben könnten.

Doch einige Glückliche, wie die Frau in Toronto – die nicht genannt werden wollte – und ein gewisser Jack Angel, haben das höllische Feuer überlebt.

Inneres Feuer

Jack Angel war früher ein gut verdienender Textilvertreter. Am Abend des 12. Novembers 1974 parkte er seinen in einen fahrbaren Verkaufsraum umgebauten Wohnwagen vor einem Motel im amerikanischen Bundesstaat Georgia, machte sein Bett zurecht und legte sich schlafen.

Seltsamerweise erwachte er erst vier Tage später. Da war seine rechte Hand vom Handgelenk bis zu den Fingerspitzen schwarz. „Sie war einfach verbrannt und mit Blasen übersät“, berichtete er Arnold. „Und etwas war in meiner Brust explodiert. Es hinterliess ein verdammt grosses Loch. Ich hatte Verbrennungen . . . an meinem Fussgelenk und stellenweise über dem ganzen Rücken.“

Seine verletzte Hand stützend, lief Angel über den Parkplatz zum Motel hinüber, wo er Minuten später bewusstlos zusammenbrach. Als er aufwachte, fand er sich mit einem Schock und „unerträglichen Schmerzen“ im Krankenhaus wieder...

Die Ärzte, die ihn untersuchten, waren ratlos. Ganz offensichtlich hatte sich der Brandherd im Gewebe befunden und sich im Innern seines Unterarms ausgebreitet. Angel bat seine Frau, zum Wohnwagen zu fahren und ihn genau zu untersuchen. 

Doch sie konnte weder auf dem Bettzeug noch an irgend einem der vielen Kleidungsstücke im Schrank die geringste Spur eines Feuers entdecken.

Da Angels verletzte Hand auf Antibiotika nicht ansprach, kam es zur Infektion. Er wollte keine monatelangen Operationen über sich ergehen lassen und so stimmte er einer Amputation zu. Mitte Januar 1975 wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. 

Er verklagte die Herstellerfirma des Wohnwagens auf 3 Mio. Dollar Schadenersatz, da er fest davon überzeugt war, dass das Feuer durch einen Konstruktionsfehler oder einen Defekt an den technischen Anlagen entstanden war. 

Zweieinhalb Jahre dauerte die Untersuchung, die von kompetenten Technikern ausgeführt wurde. Sie zerlegten das Fahrzeug in alle Einzelteile, konnten aber keine Beweise für Angels Behauptung finden. 

Schliesslich musste Angel daraufhin am Abend vor der Gerichtsverhandlung die Klage zurückziehen und hatte somit weder eine Entschädigung noch irgendwelche Anhaltspunkte dafür, was eigentlich geschehen war.

Eine unbekannte Kraft

Arnold sieht in Angels Fall Parallelen zu vielen gut dokumentierten Fällen, in denen ein Mensch vollständig verbrannte. Gewöhnlich nimmt das unglückliche Opfer weder Schmerzen noch Flammen wahr. 

Und seltsamerweise bleibt das Feuer meist innerhalb des Körpers, ohne in der Nähe befindliche brennbare Gegenstände anzusengen.

Die hohen Temperaturen, durch die lebendiges Fleisch verkohlt, werden innerhalb kurzer Zeit erreicht – und sinken dann ebenso rasch wieder ab.

Als Ursache für die spontane Selbstverbrennung 

sind verschiedene Phänomene vermutet worden – von Kugelblitzen und Veränderungen des Erdmagnetismus bis hin zu Funktionsstörungen des Organismus und der Ansammlung brennender Gase im Körper. 

Doch was im konkreten Fall jeweils geschehen ist, konnte bisher niemand einleuchtend erklären.

Wandelndes Inferno

Ein etwas jüngeres Beispiel spontaner Selbstverbrennung ist der Fall des 19jährigen Computerfachmanns Paul Hayes

Am 25. Mai 1985 ging er abends durch eine ruhige Strasse in der Nähe seiner Wohnung in London. Plötzlich stand er von der Taille aufwärts in Flammen. Er glaubte, jemand habe ihn mit Benzin übergossen und angezündet. Die Hitze war unerträglich und Hayes, der um sein Augenlicht fürchtete, versuchte Hilfe zu holen. 

Doch er stürzte, sich vor Schmerzen krümmend zu Boden. Unerklärlicherweise erstarb das Feuer so rasch, wie es begonnen hatte. Hayes schleppte sich zur Notaufnahme eines nahe gelegenen Krankenhauses, wo man seine grossflächigen Verbrennungen an Kopf und Oberkörper behandelte.

Wie Jack Angel steht auch Paul Hayes vor einem Rätsel. 

Und genau so ergeht es der Wissenschaft.

Beide Männer wurden Opfer der spontanen Selbstverbrennung – aber eine wirkliche Erklärung dafür gibt es noch nicht.




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