Die Grünen Kinder

Es war im 11. Jahrhundert, als im englischen Woolpit, Suffolk, zwei Kinder aus einem Keller krochen. Nun, das wäre an sich ja nichts Aussergewöhnliches, aber diese Kinder hatten eine grüne Hautfarbe! In die Geschichte gingen die beiden als "die grünen Kinder von Woolpit" ein. Doch es gab noch mehr solche Fälle.

Ansonsten schienen die grünen Kinder von Woolpit normal zu sein - ausser dass sie eine für die Bewohner unverständliche Sprache sprachen.

Der Junge starb bald darauf, doch das Mädchen lebte weiter, lernte Englisch und soll sogar geheiratet haben. 

Später erklärte sie, dass sie aus einem Land käme – sie nannte es Martinsland – wo es keinen Sonnenschein gegeben habe.

Nun, es gab viele Versuche, diese seltsame Geschichte zu erklären. 

Lange Zeit wurde vermutetet, dass die Kinder irgendwo gefangen gehalten wurden und daher das Tageslicht nie zu Gesicht bekamen.

Vermutlich waren sie auch unterernährt und krank, das könnte die grünliche Farbe erklären. 

In den achtziger Jahren besuchte der Forscher Paul Harris Woolpit

um dieser Geschichte auf den Grund zu gehen. Von den Bewohnern erfuhr er, dass sie glauben, dass diese Legende auf einen Grafen zurückgehe, der im Mittelalter in Norfolk herrschte und die Vormundschaft über zwei Kinder hatte, die bei Erreichen der Volljährigkeit das Anwesen übernehmen sollten. 

So versuchte der Graf die Kinder mit Arsen zu vergiften, was ihm aber nicht gelang. Auch dies würde die grüne Hautfarbe erklären, da durch eine Vergiftung von Arsen sich die Haut grün färbt. Vermutlich gelang es den Kindern dennoch zu flüchten und so wurden sie aufgegriffen. 

Leider überlebte der Junge zwar nicht, aber das Mädchen erlangte ihre natürliche Hautfarbe wieder, nachdem sie eine normale Ernährung erhielt. 

Und auch Martinsland lässt sich erklären, denn einige Kilometer von Woolpit entfernt liegt ein Ort namens Fornham St.Martin, was eine Erklärung von Martinsland zuliesse. Noch weiter nördlich liegt Thetford Forrest, ein extrem dunkler Ort wo sich viele neolithische Feuersteinminen befinden. 

Vielleicht fanden die Kinder durch die vielen Gänge einen Weg nach draussen. Da ja zu dieser Zeit die Menschen kaum jemals aus ihrem Heimatort hinauskamen, könnte es schon möglich sein, dass ihnen der eigenartige Dialekt der Kinder eben fremdländisch vorkam. 

Auf jeden Fall erinnert in der Ortschaft Woolpit ein Wirtshausschild an dieses merkwürdige Ereignis. Eigenartigerweise erzählt man sich eine fast identische Geschichte aus dem Jahr 1887:

Die grünen Kindern aus Banjos, Spanien

Diese wurden von Arbeitern gefunden und hatten aber angeblich eine dunkelgrüne Hautfarbe.

Auch hier starb der Junge und das Mädchen überlebte und scheinbar ernährten sie sich nur von grünen Bohnen.

Was wirklich an diesen seltsamen Geschichten dran ist und wieweit sie der Wahrheit entsprechen, bleibt wohl für immer ein Geheimnis.




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