Fragen ohne Antwort

Wenn einem ganz unerwartet eine Schreckensbotschaft erreicht, dann ist das wie ein Hammerschlag. Man steht unter Schock und die Frage nach einem „Warum“ ist zwecklos. Denn man wird nie eine Antwort bekommen.

 
Wenn ein Mensch keinen Ausweg mehr sieht, wenn kein Licht am Ende eines Ganges mehr da ist und die Verzweiflung so gross wird, dass einem kein Trost mehr erreicht, dann kommt es oftmals zu einer Kurzschlusshandlung.

Ganz schlimm ist es aber, wenn ein Mensch etwas bewusst durchführt. Wenn er noch einen Abschiedsbrief hinterlässt aus dem man ersehen kann, dass er einfach nicht mehr weiter wusste. Dann fragt man sich immer wieder: „Warum hat sie oder er nicht mit mir geredet?

Warum war kein Vertrauen mehr da und das Wissen, dass die ganze Familie, die Freunde und Bekannten, hinter einem stehen? Warum war die Verzweiflung so gross, das man alles mit sich alleine ausmachte?“

Man weiss zwar, dass dieser geliebte Mensch in seiner Firma gemobbt wurde, aber man hat eine Lösung gefunden. Es wurde darüber gesprochen und man hat diese Arbeit aufgegeben. Und trotzdem muss die Enttäuschung und Verletzung so tief gesessen sein, dass nicht einmal mehr Gespräche geholfen haben.

Und hineinsehen kann man nicht in einen Menschen. Ein Lächeln im Gesicht täuscht vielfach über die Dunkelheit in der Seele hinweg.

Für die Freunde eines solchen Menschen ist das Entsetzen wohl fast ebenso gross wie für die Familie. Besonders, wenn man sich sehr nahe gestanden hatte. Wenn man zusammen geweint und gelacht hat, wenn man jede Menge Spass hatte und sich auch ohne Worte verstand.

Man wechselte oftmals nur einen Blick und wusste, was in dem anderen vorging. Das Schlimmste ist, wenn jemand noch mit einem reden möchte und man ist nicht da. Und dann ist es oftmals zu spät und man macht sich unendliche Vorwürfe.

Man denkt: „Vielleicht hätte ich doch noch helfen können oder einfach da sein, was von unendlicher Wichtigkeit ist: einfach für jemanden da sein, wenn man gebraucht wird und vielleicht auch einmal hinter die scheinbar heile Welt blicken.

Doch nun ist es zu spät und alle Tränen helfen nichts mehr. Das einzige was bleibt ist die Erinnerung an einen überaus liebenswerten und wertvollen Menschen und die Erkenntnis, dass man sich immer die Zeit nehmen sollte, wenn man gebraucht wird. Denn nichts ist wichtiger als das!









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2 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Es ist aus unserer Erfahrung absoluter Unsinn zu meinen, man könnte einen suizid-gewillten Menschen davon abhalten, suzid auch zu begehen!

    Oft fragen sich Hinterbliebene "Warum hat er/sie nicht mit mir geredet?" Und was hätten Sie dieser Person dann gesagt? Wie hätten Sie ihr helfen wollen und wobei denn?

    Gründe für Suizid sind vielfältig und selten nur aus einer bestimmten Situation heraus. Und ganz sicher lässt sich das nicht mit "reden" aus der Welt schaffen!

    Sie schreiben, wie schrecklich ein Suizid für die Hinterbliebenen ist. Und der/die Suizid begehende? Haben Sie sich auch gefragt, ob das nicht auch eine Erlösung für diejenige Person sein könnte? Die Gründe dafür werden Sie niemals erfahren.

    Trauern um einen Menschen ist richtig und wichtig - aber anstellte demjenigen Menschen noch insgeheim Vorwürfe zu machen (Warum hast du uns das angetan???) sollte man die Entscheidung dieses Menschen auch respektieren. Schlussendlich war es SEIN Leben.

    So ungern Sie und Betroffene das hören werden - lassen Sie diesen Menschen auch emotional gehen.

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    1. Rein sachlich stimmt es sicher, was du schreibst, Jolanda. Aber emotional ist es doch natürlich, wenn Menschen trauern - und gerade in einem solchen Fall.

      Natürlich, wenn ein Mensch freiwillig aus dem Leben scheiden will, kann kein Gespräch ihn davon abhalten - vielleicht die Tat hinauszögern.

      Eines denke ich ist aber essentiel: Trauer nicht zu verwechseln mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen.

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Euer HotNewsBlog-Team

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