Gspusagang auf der Freilichtbühne Silbertal

Am Freitag bescherte uns die österreichische Freilichtbühne Silbertal im Montafon einen unvergesslichen Abend. Mit ihrer Sage „Gspusagang“ nach Peter Netzer um Glaube, Liebe und Flucht fand eine Aufführung der ganz besonderen Art statt. HotNewsBlog meets Freilichtbühne Silbertal - eine der grössten Freilichtbühnen Europas!

Mystische Stimmung im Silbertal auf der Freilichtbühne - einer der grössten Europas!

In Stück "Gspusagang" geht es vor allem um die leidgeprüfte Bevölkerung im Schweizerischen Prättigau, um die Vorherrschaft der Religionen, um Hexerei und Folter und auch um zwei Liebende – Elisabeth und Johannes. In dieser Zeit verdächtigte jeder jeden, man wurde denunziert und unter den Qualen der Folter gestand man alles was die Obrigkeit wissen wollte.

So erging es auch Elisabeth, die als Hexe verdächtigt wurde und auf dem Scheiterhaufen enden sollte. Von Johannes befreit, begann ein unsäglich qualvoller Fluchtweg, über unwegsames Gelände, Wasserfall und Schneesturm. Doch ihre Liebe war so stark, dass sie auch diese Hindernisse überwanden.

Dieser Fluchtweg besteht heute noch. Es ist ein Klettersteig in Brand und wird auch „Gspusagang“ genannt.

Im deutschen Sprachraum hiess früher die Braut „Spausa“ und der Bräutigam „Späusling“, was ja in unseren Ohren etwas eigenartig klingen mag. Aber noch heute kennt man besonders im alemannischen Gebiet und auch im Tirol den Ausdruck „Gspusi“. 
Das wird eben für ein Paar angewendet, die eine Liebelei haben, also ein „Gspusi“. Und wenn früher ein Brautpaar einen Besuch bei Verwandten unternahm, um sie zur Hochzeit einzuladen, dann war dies ein „Gspusigang“!

Doch nicht allein um die zwei Liebenden geht es. Das Stück zeigt auf, wie heuchlerisch, verlogen die Welt der Kirche war. Aber ist sie das nicht auch noch heute? Es geht um  Geistliche und Glaubensfragen, um innere Zerrissenheit und Verleumdung. Es zeigt auf, wie Menschen manipuliert wurden, in die Irre geleitet und dann wieder das Gute, das letztendlich doch die Oberhand behält.

Begeisterndes Bühnenbild

Doch nicht nur die komplex spannende Handlung fasziniert, sondern auch die realistischen Bühnenbauten, das bunte Lichtspiel und die fesselnde Musik. Es erwartet dem Besucher ein unter die Haut gehendes Ambiente und ein mitreissendes Schauspiel.

Edgar aus Gaggenau in Deutschland: Ich mache schon seit 25 Jahren Urlaub im Silbertal, war aber noch nie bei den Festspielen. Nach dieser unglaublichen Vorstellung bereue ich es direkt, nicht schon frühere Stücke gesehen zu haben! Ich bin einfach nur begeistert - und klar, ich komme auf jeden Fall wieder!

Wenn man es nicht mit eigenen Augen sehen würde, welch enormer Aufwand hier für dieses Schauspiel geleistet wurde, würde es man nicht für möglich halten. Von der mitreissenden und manchmal unheimlich klingenden Musik, die Lichtspiele, Wasserfall und Schneesturm, dann kann man nur erahnen wie viel an Technik, Licht, Bauten in unzähligen Stunden von allen Mitwirkenden in Frondienst geleistet wurden.

Angelika und Volker aus Ratingen bei Düsseldorf: Unglaublich schön hier! Diese Natur, die Bauten auf dieser riesigen Bühne, und das Stück reisst mit. Sehr schön!

Doch es hat sich gelohnt! Vom ersten Augenblick ist man fasziniert! Man nimmt das ganze Bühnenbild mit Staunen und Bewunderung auf. Selbst die Häuser wurden in Eigenregie gebaut, mit grosser Liebe zum Detail - und das auf über 20`000 m2 "Naturbühne"!

Laienschauspieler mit Herz und Blut

Man kann nicht anders, man muss vor den über 70 Laienschauspielern, die weder Arbeit noch Mühe gescheut haben, um den Festspielgästen einen imposanten Abend zu gewährleisten, den Hut ziehen. Nicht alle können erwähnt werden, doch ich denke, alle haben ihr Bestes gegeben und man spürt, mit wie viel Liebe und Herzblut sie bei dieser Aufführung dabei sind.

Ulrike und Peter aus Essen: Fantastisch hier! Die Gegend hier ist ja schon ein Traum, und was die Silbertaler da auf die Beine gestellt haben, unglaublich! Und das sind ja alles Laienschauspieler - tolle Leistung, wirklich! 

Wenn das Spiel mit einem Lied von Katharina Saler beendet wird, dann bekommt man eine Gänsehaut. Eine so gewaltige Stimme von einem so zierlichen Persönchen hätte man wohl nie und nimmer erwartet. Ich hoffe, ich gehe richtig in der Annahme, dass das Lied vom Gefangenenchor aus Nabucco von Giuseppe Verdi stammt, übersetzt: „Flieg Gedanke . . .“

Mein persönlicher Tipp

Die Tribüne fasst über 450 überdachte Sitzplätze. Und da das Spiel im Freien und fast bei jedem Wetter zur Aufführung kommt, empfehle ich aus eigener Erfahrung die Mitnahme von Decken und warmer Kleidung.

Wer Interesse an konkreten Inhalten, Terminen oder Ticketpreisen hat, kann sich unter www.sagenfestspiele.at informieren. Leider gibt es dieses Jahr nur noch eine Aufführung, also ist Eile geboten!

Monika und Gabriela: Wir sind das erste Mal "dabei" heute. Es ist richtig toll, das muss man einfach einmal miterlebt haben! 

Für nächstes Jahr – ich denke soviel darf ich verraten – kommt wiederum in den Genuss eines ganz besondern Stückes: „Die Sennenpuppe“ von Ernst Ludwig Leitner. Sicher eines der interessantesten und berühmtesten Sagen im Alpenraum. (Darüber werde ich sehr gerne später berichten!)

Der persönliche "Gsupsagang" des Peter und Ewald Netzer

Doch nun möchte ich mich ganz persönlich bei Herrn Peter Netzer - der mit seinem Bruder Ewald Regie führt - bedanken.

Er nahm sich sehr ausführlich für mich Zeit und ich durfte ihn alles fragen. Seine Ausführungen waren mehr als interessant, zeigten aber auch auf, wie beschwerlich so ein Weg sein kann, bis eine so tolle Aufführung zustande kommt. Bürokratie gibt es scheinbar in jedem Land und auf der ganzen Welt.

Statt Hilfestellung zu bekommen, wo immer es nur geht, wenn jemand noch in der heutigen Zeit so begeisterungsfähig ist, werden einem nur Steine in den Weg gelegt. So mancher hätte aufgegeben, nicht so Peter Netzer.

Vielleicht war es ja gerade dies der Ansporn: Und jetzt erst recht! Er hat es geschafft! Und dafür gebührt ihm der besondere Dank und Anerkennung! Anerkennung gebührt ihm aber auch, dass er vor allem „Mensch“ geblieben ist! Nie würde er jemanden wegschicken, der mitspielen möchte. Das gilt besonders auch für Kinder, die ja mit vollem Enthusiasmus ihr Bestes geben.

Aber auch ein grosser Dank geht an die ganze Spielgruppe. Ob es nun Monika Striebel war, die aus Augsburg kommt und nun seit drei Jahren dabei ist und die Elisabeth spielte, oder Anita und Katharina Saler, mit denen ich Gelegenheit hatte zu sprechen (wobei noch zu bemerken ist, dass hier die ganze Familie Saler mitmacht), mit Sieglinde (Hebamme) die schon seit 12 Jahren mitwirkt und all den anderen, die sofort bereit waren, über sich und das Stück Auskunft zu geben.

Alle waren einfach grossartig, angefangen  über die Brautleute, die Mutter, Vater, „Fahrender Schüler“ usw. usw. sie verdienen unsere Bewunderung und Anerkennung!


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