Links und Zitate. Blogger müssen doch nichts zahlen

Nach heftigen Protesten im Internet hat das deutsche Bundeskabinett zurückgerudert und einen geänderten Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht verabschiedet. Das sieht vor, dass Bloggerinnen und Blogger für Zitate und Verlinkungen nun doch keine Gebühr zahlen müssen.

Blogger sollten sogar für Links eine Gebühr zahlen! Proteste stoppen gierige Verleger.
Kurzer Rückblick. Nachdem sich einige deutsche Verleger beschwert hatten, dass "ihre Angebote im Internet unentgeltlich ausgenutzt" würden, griff die deutsche schwarz-gelbe Regierung dieses Thema sogar im Koalitionsvertrag auf: 

 "Wir streben die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.", heisst es dort.

Im ersten Gesetzentwurf zum LSR (Leistungsschutzrecht für Presseverlage) wurde daraufhin festgelegt, dass Bloggerinnen und Blogger bzw. jeder Betreiber einer Webseite für jedes Zitat und sogar für jeden Link eine Gebühr hätten zahlen müssen! Verleger hätten dann nach Lust und Laune abkassieren können!

Nach heftigsten Protesten der Internet-Community hat das Bundeskabinett jetzt doch zurückgerudert und am Mittwoch einen geänderten Gesetzentwurf zu einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage (LSR) verabschiedet. Der Beschluss muss nur noch den Bundestag und den Bundesrat passieren.

Neu sieht der Entwurf vor, dass Lizenzgebühren nur die Anbieter von Suchmaschinen zahlen sowie die Anbieter von ähnlichen Diensten im Netz, die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten. Die Verlinkung und Nutzung im Rahmen der Zitierfreiheit bleibe auch für Suchmaschinen künftig kostenlos.

Blogger, Verbände, Vereine, Anwaltskanzleien und sonstige ehrenamtliche, private oder gewerbliche Nutzer sollen auch künftig nichts zahlen müssen, wenn sie auf ihren Homepages und in Blogs journalistische Texte benutzen, sie länglich zitieren oder auf sie verweisen. 

Auch wenn diese Lizenzierung jetzt "nur" Suchmaschinen & Co betrifft, bleibt ein mehr als schaler Beigeschmack: Wieso muss für Informationen jetzt gezahlt werden? Und wie irr ist es, dass Suchmaschinen dafür, dass sie einen Dienst anbieten und auch die Seiten der Verlage kostenlos (!) anführen, jetzt selbst dafür zahlen müssen!

Umgekehrt könnte Google doch auch Geld dafür verlangen, dass Ergebnisse von Verlagen in den Suchmaschinen aufgeführt werden! Machen die doch auch nicht. Aber Raffgier und Neid kennt eben keine Grenzen...

Übrigens, die Hamburger Unternehmensberatung TRG - The Reach Group hat in einer Studie herausgefunden, dass die im Internet veröffentlichten Inhalte von Medienverlagen gerade mal 7,5% aller Einträge in den Suchergebnissen von Google ausmachen. 

Der Anteil an Presseverlegern in der Google.de-Websuche sei also gelinde ausgedrückt "überschaubar",  so das Resümee von TRG. 









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