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Ist Neid wichtig für unsere Entwicklung?

"[...] der Neid verzehrt Vieh und Leut." - Anna Wimschneider, Herbstmilch, München, 1984Der Neid treibt viele Menschen. Er ist eine der sieben Hauptlaster (umgangssprachlich: Todsünden) in der katholischen Kirche. Er beschreibt eine Schattenseite der menschlichen Spezies. Neid spornt aber auch zu Hochleistungen an. Ist Neid deshalb notwendig für unsere Entwicklung?


Von unserer Hot News Blog Geldcoachin Verena Florian, Florians Geldcoaching

Es ist dieser Stich in der Magengegend, den er hat, wenn er seinen Nachbarn in dessen neuem Auto vorbei fahren sieht …

Sie wird ganz still, wenn sie bei ihrer Freundin ist, die immer die schöneren Klamotten hat. Dabei hat sie ihren Kindern gerade erklärt, dass sie nicht schon wieder neue Handies haben können, nur weil die anderen die auch haben.

Beim Neid steigt ein Mix von Emotionen hoch: Verlangen, Wut, Angst und Scham können sich in Aggression  äußern und im schlimmsten Fall in Hass umschlagen. Das ist die zerstörerische Seite von Neid, der gelben Emotion. 

Um sich davon frei zu machen, findet man zumindest ein Haar in der Suppe des Beneideten. Offene Empörung lindert das Neidgefühl schon eher, ist aber moralisch bedenklich und ein Tabu in unserer Gesellschaft.

Der Neid ist ein uraltes Denkmuster der Menschheit

Neid äußert sich in einem Unbehagen gegenüber den (scheinbaren) Vorteilen und Besitztümern Anderer, die man selber nicht hat. Wobei mit diesen Anderen meist Menschen im unmittelbaren Umfeld gemeint sind, also Familie, Freunde, Nachbarn. Bei einem entfernten Bekannten oder einer öffentlichen Person ist das Gefühl nicht mehr so stark. 

Neid ist immer nur im Vergleich mit anderen wirksam, äußert sich also immer im sozialen Miteinander, wenn Ungleichheit empfunden wird. Soziologen interpretierten deshalb die Funktion des Neids als notwendigen Kitt in unserem Sozialgefüge, der dafür sorge, dass die Güter gleichmäßig verteilt werden.

Das Phänomen beobachtete man bei Arbeitslosen: Je mehr Menschen im Umfeld arbeitslos waren, desto besser ging es dem einzelnen Arbeitslosen: Den anderen ging es genau so schlecht, aber nicht besser! Insofern wirkt der Neid ausgleichend. Das ist allerdings eine sehr fragile Konstellation in Gemeinschaften:.

In der Verhaltensforschung zeigte man mit vielen Experimenten, zu welchen Handlungen Menschen in der Lage sind, wenn sie offensichtlich ungleich behandelt werden: So wurden mehrere Erwachsene zu einem Computerspiel zusammen gesetzt und erhielten ungleich verteilte Gewinne ausbezahlt.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer wählten die Möglichkeit, unter Einsatz eines Teils ihres Gewinns die anderen finanziell zu schädigen – obwohl sie dabei die Hälfte ihres Gewinns verloren! Bei der Veröffentlichung dieser Ergebnisse bemerkten die Forscher:  „Unsere Experimente messen die dunkle Seite der menschlichen Natur.“ 

Neid kann eine gefährliche Gruppendynamik auslösen und ist tatsächlich eine Gefahr für die Menschheit: Ohne die jahrhundertelang gärenden Neidgefühle ist die Judenverfolgung nicht zu erklären.

Aber Neid kann uns auch weiter bringen

Er wirkt nicht nur destruktiv, er ist der Antrieb, es besser zu machen (als der Nachbar und die Freundin). Neid motiviert zu mehr Leistung und Ehrgeiz.

Auch wenn Neid zu Höchstleistungen beflügelt, kann er den Menschen ihre Existenzgrundlage nehmen: Das extremste Beispiel ist die Osterinsel im Pazifik, auf der sich jahrhundertelang zwölf Clans gegenseitig mit den größeren, tonnenschweren Steinstatuen übertrumpften.

Das Ergebnis: Eine menschenleere und baumlose Insel – nur die riesigen, tonnenschweren Steinstatuen harren der Zeit. 

Neid in der Konsumwelt

Wer meine Artikel regelmäßig liest, weiß, dass ich überbordenden Konsum sehr kritisch sehe. Beim Neid ist es offensichtlich: Mit Geld kann man zeigen, was man hat und kauft Konsumartikel, die meistens nicht werthaltig sind. Das erzeugt bei denen, die weniger haben, Neidgefühle. Sie kaufen auch, egal ob sie sich das leisten können, oder nicht. So dreht sich die Konsum - Spirale weiter.

Neid führt zu Auswüchsen in unserer heutigen Konsumgesellschaft: Schon die Kinder wollen das modernere Handy und das schönere Gewand als ihre Freunde haben – woher haben sie dieses Verlangen? Ihr Umfeld, die Erwachsenen machen ihnen den Konsumzwang ja vor! Und so stürzen ganze Familien und Bevölkerungsteile in Konsum-Schuldenfallen.

Wenn das so weitergeht, drängt sich der Vergleich zur Osterinsel auf: Wir tragen riesige Masken vor uns her in Form von Kleidung, Schmuck, Autos, Häusern, etc. Nur eine Sache haben die Menschen auf der Osterinsel besser gemacht: Die meisten unserer Konsumgüter werden wohl kaum die Jahrhunderte überdauern, wie es die Steinstatuen auf der Osterinsel tun. Sie sind Mahnmale für uns!

Es ist das Minderwertigkeitsgefühl

Gehen wir dem Gefühl des Neids, den wir alle schon gespürt haben, nochmal auf den Grund: Neid können nur diejenigen aus der Welt schaffen, die ihn empfinden.

Warum vergönnt man dem anderen nicht seinen Vorteil? Würde das etwa ein Licht auf den eigenen Nachteil werfen? Wer steht schon zu seinen scheinbaren Mängeln?

Für wen ist es OK, wenn der Andere mehr hat oder bevorteilt ist? Nur für denjenigen, der oder die dazu das notwendige Selbstbewusstsein hat. Und das wird oft als Überheblichkeit missverstanden. Dabei würde Anerkennung die Situation entspannen und das Zusammenleben der Menschen erheblich verbessern.

Was tun gegen Neidgefühle? Der Schlüssel liegt bei uns selbst

Was sollten wir tun, damit wir nicht „vor Neid zerfressen“ werden? Das Gegenteil praktizieren: Anerkennung und Toleranz üben. Das ist einfacher gesagt als getan, wenn der Neid uns frisst.

Es gibt nur eine Möglichkeit, das Neidgefühl aufzulösen: Die Selbstanerkennung. Und wieder bringe ich das Bibelzitat: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Hier stehen an erster Stelle: Sie! Ja, Sie, der oder die Sie das hier lesen. Wer sich selbst anerkennt, hat kein Minderwertigkeitsgefühl.

Wer sich selbst vertraut – mit allen Schwächen, die sicher auch der Beneidete hat – empfindet keinen Neid, den er ist mit sich – und der Welt! - zufrieden. Und kann deshalb auch die Anderen anerkennen.

Wie Sie das erreichen? Nehmen Sie sich Zeit für sich. Schon allein das erhöht Ihre Lebensqualität und Gefühle wie Neid entstehen nicht mehr. Sitzt das Gefühl tiefer, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch wie z.B. einen guten Coach.

Können wir Neid überwinden?

Es wird seit längerem viel darüber gesprochen, dass uns schon bald ein Bewusstseinswandel bevorsteht. Die äußeren Anzeichen sind die Finanzkrise und der Arabische Frühling. Alte Strukturen drohen einzustürzen und lösen sich auf.

Der Wandel vollzieht sich aber vor allem bei uns Menschen: Viele von uns werden feinfühliger. Manchen Menschen ist das Haben-wollen nicht mehr so wichtig, sie steigen aus anstrengenden Arbeitssituationen aus, sie sehen keinen Sinn in der Anhäufung materieller Güter mehr.

Angesichts der großen ökonomischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit sind wir aufgefordert, ja: gezwungen, nicht zu streiten, sondern miteinander zu kooperieren.

Ein großer Paradigmenwechsel steht uns bevor. Können wir uns Gefühle wie Neid dann noch leisten?

© Mag. Verena Florian
Florians Geldcoaching, Graz
www.florians.eu
www.geldcoaching.at






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