Wie die Fremdenlegion zur Legende wurde

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich als schulpflichtiges Mädchen alles gelesen habe, was mir nur so unter gekommen ist. Natürlich – oder auch im Besonderen – die Zeitung mit dem Tagesgeschehen, Weltneuigkeiten und was halt damals alles so passierte. Aber besonders ins Auge gestochen sind mir dabei immer wieder die Anzeigen von „Fremdenlegionären“. 

Sie werden dort hingeschickt, wo es besonders hart wird - die Fremdenlegionäre

Meistens stand da etwa: „Fremdenlegionär wird in etwa zwei Jahren aus der Armee entlassen und sucht Bekanntschaft mit einer Frau! Späteres Kennen lernen erwünscht.“

Nun, ich wusste damals natürlich nicht viel oder eigentlich gar nichts über Fremdenlegionäre. Ich glaube, es war einzig und allein das Wort, von dem die Faszination ausging, so dass ich diese Anzeigen besonders gerne las. Aber man hörte doch so einiges darüber, wie man diese jungen Männer dazu brachte, sich von dieser Armee anwerben zu lassen.

So wurde zum Beispiel gemunkelt, man mache Männer betrunken und liesse sie dann einen Vertrag unterschreiben und wenn sie dann wieder nüchtern waren, gab es kein Zurück mehr!

Die armen Teufel mussten zum Beispiel gleich am Anfang mehr als 50 Kilometer mit schwerem Gepäck marschieren, der nicht mit Gurten befestigt war, sondern mit Drahtseilen. Diese schnitten verheerend in die Schultern ein, welche sich massiv entzündeten, bis sie bluteten.

Und in der Wahnsinnshitze, die besonders in Algerien herrschte, wo sie nach der Anfangsphase stationiert wurden, zog es Massen von Fliegen an, die den Legionären noch zusätzliche Qualen bereiteten.

Es kam nicht nur einmal vor, dass wer sich beklagte bis zum Kopf in Sand begraben wurde und dort stundenlang unter der Glut der Sonnenstrahlen ausharren musste. Diese Methoden gehören nun zumindest offiziell der Vergangenheit an.

Um die Legende "Fremdenlegion" und die der Legionäre verstehen zu können, muss man wohl auf den Ursprung zurückgehen. Denn nur dann wird man verstehen, warum die 1831 gegründete Legion sich nicht nur als Militäreinheit sieht, sondern auch als Familie versteht: Die Schlacht von Camerone in Mexiko, die im Rahmen der französischen Intervention am 30. April 1863 stattfand. Von da weg wurde die französische Fremdenlegion zum Symbol für Opfer- und Heldentum. 

In dieser schicksalhaften Schlacht kämpften im Jahr 1863 gerade mal 62 Legionäre und drei Offiziere unter Capitaine Danjou gegen 2000 mexikanische Soldaten.

Trotz wiederholter Aufforderung der Mexikaner sich zu ergeben, hielten die Fremdenlegionäre ihrem Kapitän Danjou bis zum Untergang die Treue. Er selbst fiel im feindlichen Feuer.

Kurz darauf trafen weitere 1200 mexikanischen Infanteristen ein und die Legionäre wurden erneut zur Übergabe aufgefordert, doch sie antworteten nur: "Merde!" (Scheiße!). Letztendlich fanden alle den Tod!

Zwar verlor die Fremdenlegion auch später noch so manche Schlacht, wie zum Beispiel 1954, als die französische Armee endgültig aus dem Gebiet des späteren Nordvietnams vertrieben wurde. Doch bis heute hat sie sich den Ruf einer besonders harten und bei Feinden gefürchteten Einheit bewahrt.

Danke an eine(n) anonyme(n) Leser(in) für folgenden Hinweis, den wir natürlich gerne weitergeben:

Das mit den Rucksäcken wurde als Diziplinstrafen gemacht vor 50 Jahren. Heute ist die Fremdenlegion eine reine Eliteeinheit, von 80 Bewerbern schafft es nur einer. Die Traditionen, eigenes Altersheim usw. sind geblieben.









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3 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. 1958 und nicht 1968, das Land hieß noch Indochina und nicht Vietnam, 1968 waren noch die Amerikaner in Vietnam. Das mit den Rucksäcken wurde als Diziplinstrafen gemacht vor 50 Jahren. Heute ist die Fremdenlegion eine reine Eliteeinheit, von 80 Bewerbern schafft es nur einer. Die Traditionen, eigenes Altersheim usw. sind geblieben.

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  2. Lieber Anonym, natürlich hast du recht, habe es auch so geschrieben, wurde aber von der Redaktion gekürzt und so entstand der Fehler! Tut mir echt leid, aber freue mich sehr, dass wir so aufmerksame Leser haben, danke und lieber Gruss Dagmar

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  3. Hallo, Anonym,

    danke für Deinen Hinweis :o) auch wenn wir natürlich versuchen, alles korrekt wiederzugeben, kann auch bei uns der Fehlerteufel zuschlagen.

    Klasse, dass Du uns das gleich gepostet hast!

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Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

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