Bikini Atoll erwacht zu neuem Leben

Es scheint, dass ein verloren geglaubtes Paradies gerade wieder entdeckt wird: das Bikini Atoll. Es liegt im Pazifischen Ozean, gehört mit seinen insgesamt 23 Inseln zu der Ralik-Kette und liegt im Territorium der Marshallinseln.

Paradies im Sperrgebiet - das Bikini-Atoll

Traurige Berühmtheit erlangte das Bikini-Atoll in den 1940er und 1950er-Jahren, als die USA sich entschlossen, dort ihre Kernwaffentests durchzuführen.

Die Auswirkungen waren schrecklich und vielleicht auch nicht in diesem Ausmass vorhersehbar. Für die Einwohner der beiden grössten Inseln - Bikini und Enyu - die bis 1946 ständig besiedelt waren, ein Exodus, der 60 Jahre nach diesen Kernwaffentests noch immer kein Ende gefunden hat.

An den Vorbereitungen und Durchführungen dieser Kernwaffenversuche beteiligten sich über 42`000 Personen. Ab diesem Zeitpunkt sind die Inseln des Atolls eigentlich unbewohnt, abgesehen von einer vorübergehenden Besiedelung in den 1970er-Jahren.

Die Tests im Rahmen der Operation „Crossroads“ dienten in erster Linie dazu, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Zerstörungen die Atomexplosionen an Schiffen anrichten. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Schiffe und Boote der unterschiedlichsten Grössen und Typen in der Lagune zusammengezogen. 


Beim ersten Test wurden 77 Schiffe einer Überwasserexplosion ausgesetzt. Beim zweiten Versuch wurde die Bombe unter einem Landungsboot gezündet, was bei den 89 eingesetzten Schiffen und Booten wesentlich stärkere Schäden verursachte und einen Teil der Schiffe Stunden oder Tage nach der Zündung sinken ließ.

Die USA griffen grösstenteils auf ihren umfangreichen Bestand an ausgemusterten Schiffen zurück. Davon liegen heute als acht Schiffe als Wracks in der Lagune von Bikini:

Es sind dies die USS Saratoga, USS Carliskle, USS Anderson, USS Lamson, USS Gilliam, USS Arkansas, USS Pilotfish, USS Apogon.

Und genau diese Wracks sind nun zur Heimat von unzähligen Fischen geworden. Auch ist dort eine besonders grosse Haipopulation anzutreffen. Und entgegen aller Behauptungen, dass diese dort besonders aggressiv wären, haben in letzter Zeit Taucher festgestellt, dass dies nicht stimmt. Vorsicht ist wohl bei allen Tauchgängen geboten, nicht nur beim Bikini-Atoll.




Diese Vielfalt an Lebewesen und das Wachsen des Korallenriffs konnte sich erstaunlicherweise in diesen 60 Jahren nach den Atomtests wunderbar entwickeln. Und obwohl, oder gerade trotzdem dies nur geschehen konnte, da es notgedrungen dem Menschen nicht gelang, auf diese Natur Einfluss zu nehmen und diese - wie so vielerorts - zu zerstören. Aber man darf nicht vergessen, dass viele von den Inselbewohnern durch die Arroganz und Ignoranz und Selbstherrlichkeit gewisser Politiker ihre Heimat verloren haben.

Doch nun scheint es, dass langsam dieses Atoll wieder zum Leben erwacht. Taucher finden ihren Weg dorthin und sind überwältigt von diesem prachtvollen Naturschauspiel an Artenreichtum und Schönheit in diesen Gewässern. Es dürfen aber immer nur wenige Menschen aufs Bikini-Atoll, das wird streng überwacht.
Überdies wurde am 31. Juli 2010 das Atoll zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Leider weisen die Früchte und Kokosnüsse noch immer einen zu hohen Strahlungswert auf und sind daher nicht geniessbar. Wie lange dies noch anhalten wird, ist leider nicht vorausschaubar.

Ich wünsche jenen, die durch diesen Wahnsinn von ihrer Heimat vertrieben wurden, dass sie eines Tages wieder zurückkehren können in ihr kleines Paradies. Auch wenn es dann vermutlich schon die Enkeln und Urenkeln wären.

Mein Weiter-Lese-Tipp >>> Hiroshima und Nagasaki - als die Atombomben fielen









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