Der Mann der im Flughafen lebte

Nasseri Mehran Karimi, so zumindest einer seiner Namen, lebte 18 Jahre lang im Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Wie kam es eigentlich dazu? 

Lebte 18 Jahre auf dem Flughafen - Nasseri Mehran Karimi

Nun, da Nasseri selbst die unterschiedlichsten Angaben zu seiner Herkunft und Geschichte gibt, ist es nicht einfach, über ihn und sein eigenartiges Leben zu berichten. 

Auch ist nicht sicher, ob die Angaben in seinem Buch „Der Terminalmann“ stimmen oder aus anderen Quellen entnommen wurden. Besonders, weil darin teilweise sehr suspekte und widersprechende Ereignisse angesprochen werden. 

Mehran wurde 1942 in Persien geboren und nach einem Studium in England wegen Protesten gegen das iranische Schah-Regime unter Mohammad Reza Pahlavi 1977 verhaftet. Später wurde er in sein Heimatland ausgewiesen.  
Nach einer längeren Odyssee durch mehrere europäische Staaten erkannte Belgien ihm den Flüchtlingsstatus zu. Doch als er eine Bootsüberfahrt von Belgien nach England antrat, schickte er die Flüchtlingspapiere nach Brüssel zurück in der Annahme, sie nicht mehr zu gebrauchen. Das war ein fataler Fehler.  
In England wies man Nasseri ohne Papiere ab und die Behörden Englands und Belgiens schickten ihn mehrmals hin und her. Dann strandete er irgendwie in Frankreich. 

Was die Wahrheit ist, lässt sich nicht so ganz ermitteln. Nasseri selbst behauptet, 1988 nach Paris geflogen zu sein. Von dort wollte er nach London weiterreisen. In Paris wurden ihm angeblich seine Reisedokumente gestohlen und so konnte er weder seinen Status als Flüchtling noch seine Identität nachweisen. 

Daraufhin  wurde ihm in London wieder die Einreise verweigert und man schickte ihn zurück nach Paris. Dort angekommen verweigerten ihm die Behörden auch die Einreise nach Frankreich. Da Nasseri ohne Papiere auch kein Herkunftsland nachweisen konnte, war es auch nicht möglich, ihn auszuweisen.

Nassari galt als staatenlos. Und als Staatenloser richtete er es sich in den folgenden Jahren im Terminal 1 des Flughafens Charles de Gaulle, so gut es eben ging, wohnlich ein. 



Christian Bourguet, ein französischer Anwalt, interessierte sich für den Fall und konnte 1999 ein Gerichtsurteil erreichen. In diesem wurde Nasseri die Einreise nach Frankreich erlaubt.

Doch Nasseri lehnte es ab, die Einreisedokumente zu unterschreiben. Denn inzwischen nannte er sich „Sir Alfred Mehran“ (den Sir hatte er sich selbst zugelegt), die Papiere lauteten aber auf seinen iranischen Geburtsnamen. 

Dieses Flughafenleben dauerte genau 18 Jahre, von August 1988 bis August 2006. Dann wurde Nasseri wegen einer nicht näher genannten Erkrankung in ein Pariser Krankenhaus gebracht. 

Für die Rechte an seiner Geschichte erhielt Nasseri 275`000 US-Dollar, aber lange lehnte er es standhaft ab, seine inzwischen langjährige Heimat, das Terminal 1, endgültig zu verlassen. Nach seinem Klinikaufenthalt soll Nasseri 2007 dann doch in ein Pariser Obdachlosenheim gezogen sein. 

Nachtrag: Steven Spielberg drehte nach dem Schicksal von Nasseri den Film „Terminal“. Darin spielt Tom Hanks den Staatenlosen, aber Person und Heimatland sind fiktiv. Doch der Film ist trotz der Tragik, auch voll Humor und absolut sehenswert.









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