Reise nach Bayern und die Brüder Humboldt

Kürzlich besuchten wir unsere Tochter Svetlana, die in einem netten oberbayrischen Dorf wohnt. Auf der Autofahrt dorthin kam ich in einen besonderen kulinarischen Genuss - und das, weil meine Frau, eine sparsame Ukrainerin, immer die Hoffnung hat, etwas noch etwas besser und günstiger hinzubekommen – was auch meistens klappt. Wie wir gewissermassen auf den Spuren der berühmten Wissenschaftler Brüder Humboldt wandelten, das erfährst du hier. 

Unsere Überraschungen auf der Autoreise waren glücklicherweise "nur" kulinarischer Art ... ;)

Am zweiten Tag unserer Autofahrt kamen wir an einer Tankstelle vorbei, mit dem preiswertesten Autogas der Reise und an ein Cafe, in dem außer den Getränken auch noch die typische schmackhafte Kuttel- oder Kaldaunensuppe verkauft wurde – Flaki (aus dem zotteligen Wänden des Labmagens von Rindern, dem Pansen). Hier höre ich regelrecht den Aufschrei: „Wie kann man so etwas essen!?“

Das erinnert mich an die Brüder Humboldt, nach denen die bekannte Berliner Universität benannt ist. Auf ihren Reisen durch Mexiko kamen sie auch einst zu einem Stamm im Urwald, welcher seinen Gästen geröstete Engerlinge (große weiße Maden) anbot.

Die Humbolt´s aßen – ihre Begleitung hielt sich zurück. Auf die Frage nach dem Grund dieser Handlung soll einer der Brüder sinngemäß so geantwortet haben:
„Die Leute leben unter anderem davon. Wenn sie das ihren Gästen anbieten, dann mit offenen Händen und Herzen. Wir nehmen das dankbar an. Dieses tierische Eiweiß schmeckt nach gerösteten Nüssen.“
          
Auch deshalb genießen diese Forscher in Mexiko besondere Anerkennung. Beide verhielten sich wie echte Wissenschaftler, interessiert an allem Neuen – nach einem Wort von Aristoteles (vor etwa 2200 Jahren formuliert) – „Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind.“ 

Also ganz im Gegensatz zu vielen Deutschen und Ukrainern – für erstere ist die Bockwurst und für die anderen der Borscht der Inbegriff für etwas ohne Vorurteil Essbares. Jedoch: nur wer im positiven Sinne neugierig ist auf Neues, kann überall auf der Welt kulinarische Überraschungen erleben.

So bleibt das Leben interessant. Wir hatten unsere Überraschung in Polen - nicht ganz so exotisch wie die Humboldt`s, aber immerhin. Geschmeckt hat`s dennoch lecker.

Bleiben Sie recht gesund!

Ihr

Siegfried Newiger

Siegfried Newiger, Ingenieur/Buchautor/Blogger, ist seiner grossen Liebe wegen von Berlin in die Ukraine gezogen. Wie anders dort das Leben oft ist, das erzählt uns Siegfried in seiner wöchentlichen "Geschichte aus der Ukraine".




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