our mission?" 10`000 stories for you
#nicht immer brav aber...immer wOw


Vom Drogenboss zum Top-Designer. Ilan Fernandez

Es gibt Geschichten, die klingen zu unglaublich, als dass sie wahr sein könnten. Eine solche Geschichte ist die des Lebens von Ilan Fernandez. Der stieg vom Kleinkriminellen zum mächtigen Drogenboss auf. Kam für 10 Jahre in den Knast. Und wandelte sich dann zum gefragten Mode-Designer!




Alles begann im Sumpf der kolumbianischen Stadt Cali. Um sich aus seiner verkorksten Kindheit zu befreien, arbeitet sich der junge Ilan Fernandez Stufe um Stufe die Hierarchie der kolumbianischen Drogenmafia empor.

Während andere Kinder noch fröhlich spielen, handelt Ilan bereits mit Waffen und Drogen, schmuggelt das weisse Pulver in die USA. 
Im Alter von 16 Jahren ist er schwer drogenabhängig, nur drei Jahre später gehört er zu den mächtigsten Bossen der internationalen Drogenmafia. 
Dabei setzt er auf seine ganz eigenen Tricks. Er tritt immer als rechte Hand des Drogenbosses auf, der er eigentlich selbst ist.

1989 wird Ilan Fernandez in Barcelona als Rauschgiftdealer und Waffenschieber festgenommen und landet im Knast. Dort beginnt er für die anderen Insassen sowie die Wärter T-Shirts zu designen - und entdeckt so seine Liebe zur Mode!

Als er mit 27 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, gibt er seinem Modelabel einen Namen: Deputamadre69 bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Hurenmutter69.

Heute Top-Designer. Ilan Fernandez
Sinngemäß übersetzt ist es in etwa mit geil oder erste Sahne gleichzusetzen und soll laut Website des Unternehmens ein positives Lebensgefühl ausdrücken.

Zuerst verkauft Ilan Fernandez seine Mode am Strand, bevor er über zwei Teilhaber seinen neuen Konzern "De Puta Madre 69" in Rom aufbaut, der heute in 32 Ländern agiert und mit junger Mode handelt.

Ilan Fernandez erinnert sich noch genau an jenen sonnigen Morgen auf dem Playa de Catalunya, der 1989 das Leben des Ilan Fernandez von Grund auf verändert. Schwerbewaffnete Polizisten stoppen in Barcelona den Ferrari des Kolumbianers und bringen den Mann, der eine einzigartige Verbrecherkarriere hinter sich hat, hinter Gitter.

"Ich hätte nie gedacht, dass sie mich kriegen", so Fernandez. "Ich lachte sie aus und sagte:‚ Was wollt ihr? In 24 Stunden bin ich wieder draußen." 
Statt 24 Stunden blieb der Kolumbianer fast zehn Jahre in Haft.

Nach all den Jahren hinter Gittern hat Ilan die Lust am Illegalen verloren.

"Viele Häftlinge begehen nach dem ersten Fehler, der sie ins Gefängnis gebracht hat, den entscheidenden zweiten Fehler, sie machen zurück in der Freiheit genau da weiter, wo sie vor der Verhaftung aufgehört haben", sagt Fernandez.

Auch er muss das erst lernen. Zum Beispiel als er dem Polizisten begegnet, der sich in seine Organisation eingeschleust und ihn verraten hat.

Ihn sucht er nach seiner Entlassung, um sich an ihm zu rächen. Doch Fernandez erkennt, dass der Polizist nicht nur ein Verräter, sondern auch sein Schutzengel ist: "Ich habe kapiert, wann ich aufhören muss." Sein Leben hat Fernandez zusammen mit dem italienischen Autor Giulio Laurenti vergangenes Jahr in dem Buch "Suerte" veröffentlicht.

Seiner Tochter würde Ilan das Buch ohne Bedenken zum Lesen geben.

"Es ist ein gutes Beispiel, wie man aus seinem Leben doch noch etwas machen kann", sagt der einstige Drogenboss, der heute große Angst hat, dass sein Nachwuchs mit Kokain in Kontakt kommt.

"Ich bin da als Vater sehr besorgt und versuche, immer alles unter Kontrolle zu halten."

Wie er sich den Erfolg seines Modelabels erklärt? "Ich bediene mit meiner Mode den Wunsch vieler junger Menschen, etwas zu provozieren und ein klein wenig illegal zu sein. Deshalb kommen Shirts mit dem Aufdruck ‚Kokain’ oder ‚Drogenboss’ auch so gut bei den Leuten an", erklärt Fernandez seinen Erfolg.


Solange es bei den Jungen bei den T-Shirts bleibt, ist ja alles gut. Und damit es dabei bleibt, hat Ilan Fernandez seine Geschichte aufgeschrieben. Als Beispiel. Dafür, wie schnell man sein Leben verkorksen kann. Aber auch dafür, dass jeder, wenn er es nur will, eine faire Chance hat.

Über das Buch sagt Fernandez, dass etwa 80 Prozent darin der Wahrheit entsprechen, die restlichen 20 Prozent der Fantasie des Autors, Giulio Laurenti.


"Suerte - vom kolumbianischen Drogenboss zum Modedesigner. Das Leben des Ilan Fernandez", Riemann Verlag, 288 Seiten, 17,95 Euro.






Instagram

Written by Blogger: (click picture for more info and stats)













0 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

Meist geklickt