Brief von Gerd - Liebes fehlerfrei!

hab grad im Radio das "nagelneue" Lied von Helene Fischer gehört - "fehlerfrei" - und schon hab ich meine neues Thema für einen "Brief von Gerd" - Die Fehler - UND ist es wirklich gut, möglichst fehlerfrei durchs Leben zu gehen. Ich glaube nicht. Und langweilig ist es zudem.

ist das der Sinn und Zweck des Lebens??

Fehlerfrei verbinde ich mit exakt, genau, mustergültig, treffend, vollkommen, vorbildlich, vorzüglich, zutreffend, detailliert, erschöpfend, fehlerfrei, fehlerlos, gewissenhaft, korrekt, lupenrein, makellos....

Also wenn ich das so lese, dann sehe ich das sofort - JA ich will ein Netbook, ein Radiogerät oder ein Auto, das fehlerfrei funktioniert - ABER ich will keinen Menschen, der so funktioniert. DAS wäre mir zu langweilig.

Irgendwie wurden wir alle erzogen - die einen mit etwas weniger, die anderen mit etwas mehr Druck - der Druck ging dahin, möglichst wenig Fehler zu machen. Falsche Erziehung - und ich als Vater habe dieselben Fehler bei meinen eigenen Kindern wieder gemacht. WARUM habe ich das nicht früher begriffen?

Es gibt Managementversuche von Firmen, um einen ganz anderen Zugang zu Fehlern zu finden - dort MUSS man Fehler vorweisen. Sie dürfen und MÜSSEN gezeigt werden. Wer  bei der Fehlermeditation nichts vorzuweisen hat, steht dumm da – denn wer noch keinen Fehler gemacht hat, der hat vielleicht noch gar nichts gemacht?!

GUT SO finde ich - genau so verändert sich unser Verhältnis zu Fehlern - so verändert sich vielleicht eine ganze Gesellschaft. Jedenfalls verlieren Fehler, die Aura von Sünde und Verfehlung. Wenn sie nicht mehr verleugnet oder vertuscht werden, dann werden Fehler zu dem was sie WIRKLICH sind - zu einem Weg der Erkenntnis.

Also meine Erkenntnis - es kommt nicht darauf an, keine Fehler zu machen. Es kommt  darauf an, was man aus seinen Fehlern macht. In modernen Managementbüchern liest man..
"macht Fehler und macht sie früher, denn wovon sonst wollt ihr lernen!"

UND wenn man unser Schulsystem anschaut, dann kommt man schon zum Nachdenken - WAS sagte vor fast 500!! Jahren  der Dichter, Arzt und Priester Francois Rebelais

´Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Flammen, die entzündet werden wollen.`

Darum geht es - es geht nicht ums "Fässerfüllen" mit Lehrstoff - es geht darum Interessen zu wecken und es geht darum, DAS "Fehlermachen" positiv zu besetzen. Es geht nicht darum,  dumme Fehler zu wiederholen, sondern neue, intelligente Fehler zu wagen.

Versuchen wir nicht perfekt zu sein - den Perfektionismus ist eine ganz gefährliche Schiene - hier nachzulesen, wer Interesse hat.

Und zu den Fehlern - auch im zwischenmenschlichen Zusammenleben ist es so - "kein Fisch ohne Gräten, kein Mensch ohne Fehler" - zum Glück ist es so, weil es echt keinen Spass macht, am Morgen neben einer "perfekten, fehlerfreien"  Maschine aufzuwachen.

So genug geschrieben - freut euch auf euren nächsten Fehler und freut euch auf das neueste Lied von Helene Fischer - Fehlerfrei

UND jetzt habe ich genau zu diesem Thema einen grandiosen Vortrag von Günter Funke (Schüler von Viktor Frankl) gefunden - ALLERDINGS braucht ihr dazu 1 Stunde 16 Minuten Zeit - ABER wer sie hat, der profitiert davon mehr als vom nächsten Fußballspiel im Fernsehen - glaubts mir -  und ich sage das als Fußballfan.

Günter Funke - Vom Sinn der Fehler und Unsinn des Perfektionismus

In Gedanken - euer G.Ender - I write for your smili









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1 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

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