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Brief von Gerd - Liebe Jugend - vergesst die Reichskristallnacht NIE!

Ich habe ja selber vier Kinder und ich möchte, dass sie das was heute vor 75 Jahren begann, NIE vergessen - es ist komisch - ich kenne das nur vom "Erzählen" - nur von Filmen und Bildern.. und für mich wirkt so vieles so unwirklich - so unmöglich. Und meine Kinder - noch eine Generation weiter weg von dieser "schrecklichen Zeit". Und trotzdem wäre das Vergessen sehr gefährlich - also vergesst die Reichskristallnacht nicht.

es hätte tausende Bilder von  ermordeten, weggewofenen jüdischen Leichen gegeben - wollte ich nicht - dieses Bild zeigt den Beginn auf dem Weg in den Wahnsinn. Jüdische Bürger müssen in Wien den Gehsteig schrubben.

WIE sollen sich das meine Kinder vorstellen - wie kann man sich etwas vorstellen, das man sich einfach nicht vorstellen kann. Ich kann meinen Kindern ja kaum erklären, dass es eine ZEIT OHNE HANDYS gab. Wie soll ich ihnen erklären, dass im Holocaust 4-6 Millionen Juden  durch Hitlers "Endlösung" umgebracht wurden. WIE??

Jedenfalls ist heute ein historisches Datum - am 9. November 1938, also vor 75 Jahren war die "Reichskristallnacht" - sie wird auch "Reichspogromnacht" genannt. Sie war eine vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Dabei wurden etwa  400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben.  Über 1.400 Synagogen,  tausende Geschäfte und jüdische Wohnungen wurden zerstört.

Dieses Datum steht für den Übergang von  der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933, hin  zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündet.

Als Vorwand für die Gewaltakte gegen die Juden wurde angeführt, dass am  7. November 1938  in der deutschen Botschaft in Paris der deutsche Diplomat und NSDAP-Mitglied, der Legationssekretär Ernst Eduard vom Rath durch den 17-jährigen Juden Herschel Grynszpan angeschossen wurde und zwei Tage später an seinen Verletzungen starb. Als Motiv von Grynszpan gilt das Leiden seiner Eltern bei deren gewaltsamen Abschiebung von Deutschland nach Polen im Oktober 1938.

DAS ist die Version von Hitlers Regime
- ABER es war nur ein Vorwand um das "schreckliche Morden" zu beginnen. Es begann alles schon viel früher - Geld war der Hauptgrund - wie so oft - Geld, Geld, Geld - Hitler brauchte Milliarden für seinen Rüstungsplan, mit dem er in seinem Wahn die ganze Welt beherrschen wollte. Und die Juden hatten Geld - viel Geld. Und Hitlers Plan war einfach - "Auslöschung der Juden und Übernahme ihres Vermögens".

Am 26. April erließ Göring ein Gesetz, das alle Juden des Reiches zwang, ihr gesamtes Vermögen, sofern es 5.000 Reichsmark überstieg, detailliert beim Finanzamt offen zu legen. Man schätzte ihr Gesamtvermögen auf 8,5 Milliarden.
Juden mussten seit dem 23. Juli 1938 zudem „Kennkarten“ bei sich tragen, seit dem 17. August die Zweitnamen „Israel“ (Männer) oder „Sara“ (Frauen) annehmen und seit dem 5. Oktober ihre Sonderausweise mit einem roten J abstempeln lassen. Diese Kennzeichen ermöglichten einerseits schnelle Verhaftung und Deportation, andererseits flächendeckende Enteignung und Abschiebung der Juden.
Den Juden wird jede Tätigkeit in Handel, Gewerbe, Rechtswesen und Krankenpflege verboten; jüdische Rechtsanwälte verlieren ihre Zulassung; die jüdischen Reisepässe werden eingezogen; der Erhalt von neuen, mit einem "J" versehenen Pass wird erschwert.

WIE kann ich meinen Kindern den Holocaust erklären - wie etwas erklären, dass ich bis heute selber nicht begreife. Wie kann ich erklären, zu was Menschen fähig sind, wie kann ich erklären, wie Menschen "fehlgeleitet" werden können?  Es gibt Bildberichte, es gibt Bücher, es gibt Dokumentationen - alles ein Beitrag, um das Vergessen zu verhindern.

Ich weiß es eigentlich nicht richtig - also höre ich jetzt auf - vielleicht lest ihr in den Zeitungen ein wenig darüber oder schaut einen Bericht im Fernsehen an - und schaut gut drauf, liebe Jugend,  dass Menschen anderen Menschen NIE mehr so was grauenvolles antun. In euren Händen liegt eure Zukunft.

UND jetzt noch gans was besonders...Ich will euch den Kommentar eines Zeitzeugen dazuschreiben, der mir grad unten geschrieben hat - er war damals 9 Jahre alt und hat diesen Wahnsinn am eigenen Leib verspürt. Vielleicht ist das für euch glaubwürdiger und wirklicher als alles was ihr heute im Fernsehen und in den Zeitungen lest.

Franz-Josef Löwenguth8. November 2013 19:37
Ich war damals erst neun Jahre alt und kann mich trotzdem noch gut an das Geschehen erinnern.

Meine Mutter schickte mich spät abends noch zu einem befreundeten Geschäftsmann, um dort noch was zu holen. Als ich dessen Geschäft durch die Eingangstür betrat, sah ich den Geschäftsmann mit einigen SA-Leuten in Uniform etwas trinken. Ich sagte laut: „Guten Abend“, wie es sich für einen braven Jungen gehörte.

Da sprang der Geschäftsmann auf und schlug mich ins Gesicht, so daß ich zu Boden fiel. Aber damit noch nicht genug. Er zog mich hoch und schlug weiter. Dabei schrie er: „Euch Schwarze bringen wir auch noch dazu, "Heil Hitler" zu sagen“. Ich lief mit blutender Nase heulend nach Hause. Mein Vater fragte mich: „Was ist passiert?“ Ich erzählte alles schluchzend, wobei mir meine Mutter ein Taschentuch an die blutende Nase hielt. Mein Vater schrie: „Dieser dreckige . . ., dieses Schwein, dem schlage ich jetzt auch die Nase ein!“ Er machte Anstalten, die Küche zu verlassen. Meine Mutter hielt ihn mit Gewalt zurück.

Heute vor 69 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten Soldaten der Roten Armee rund 7.000 überlebende Häftlinge in Auschwitz-Birkenau. Im größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager waren im Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen ermordet worden - die meisten von ihnen Juden aus dem von Nazi-Deutschland besetzten Europa. Den Befreiern bot sich bei ihrem Einmarsch ein Bild des Grauens: abgemagerte Insassen neben Leichenbergen neben der Asche erst vergaster und dann verfeuerter Häftlinge.

Wir dürfen dieses Kapitel unserer Geschichte NIE vergessen – vergessen bedeutet einen Nährboden für eine Wiederholung dieser Greueltaten. JEDE Generation muss dies von neuem verstehen lernen.


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3 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Franz-Josef Löwenguth8. November 2013 um 19:37

    Ich war damals erst neun Jahre alt und kann mich trotzdem noch gut an das Geschehen erinnern.

    Meine Mutter schickte mich spät abends noch zu einem befreundeten Geschäftsmann, um dort noch was zu holen. Als ich dessen Geschäft durch die Eingangstür betrat, sah ich den Geschäftsmann mit einigen SA-Leuten in Uniform etwas trinken. Ich sagte laut: „Guten Abend“, wie es sich für einen braven Jungen gehörte.

    Da sprang der Geschäftsmann auf und schlug mich ins Gesicht, so daß ich zu Boden fiel. Aber damit noch nicht genug. Er zog mich hoch und schlug weiter. Dabei schrie er: „Euch Schwarze bringen wir auch noch dazu, "Heil Hitler" zu sagen“. Ich lief mit blutender Nase heulend nach Hause. Mein Vater fragte mich: „Was ist passiert?“ Ich erzählte alles schluchzend, wobei mir meine Mutter ein Taschentuch an die blutende Nase hielt. Mein Vater schrie: „Dieser dreckige . . ., dieses Schwein, dem schlage ich jetzt auch die Nase ein!“ Er machte Anstalten, die Küche zu verlassen. Meine Mutter hielt ihn mit Gewalt zurück.

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  2. Lieber Herr Lowenguth - wunderbar Ihr Kommentar als lebender Zeitzeuge aus dieser Zeit. Ich schreibe nur aus einer Zeit, die ich nicht kenne, Sie aber schreiben aus einer Zeit, bei der sie leber dabei waren. DANKE Ihnen sehr für ihren Kommentar. Wünsche Ihnen alles Gute. Der Briefeschreiber..... Mensch junge Leute - bitte lest das....

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  3. Heute vor 69 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten Soldaten der Roten Armee rund 7.000 überlebende Häftlinge in Auschwitz-Birkenau. Im größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager waren im Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen ermordet worden - die meisten von ihnen Juden aus dem von Nazi-Deutschland besetzten Europa. Den Befreiern bot sich bei ihrem Einmarsch ein Bild des Grauens: abgemagerte Insassen neben Leichenbergen neben der Asche erst vergaster und dann verfeuerter Häftlinge.

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