our mission?" 10`000 stories for you
#nicht immer brav aber...immer wOw


Menschen wie Du und ich (Teil 2)

Im Laufe meines Lebens begegneten mir viele Menschen. Junge, alte, sympathische und weniger sympathische. Von meinen Erlebnissen mit so manchen Originalen möchte ich euch in der Reihe "Menschen wie Du und ich" erzählen. Heute in Teil 2 über ein paar interessante "Appenzeller"...

Wohl einige der bekanntesten Appenzeller - bis auf den in der Mitte vielleicht ;) 

Wie im ersten Teil erzählt, lernte ich bei meiner Promotionsarbeit viele verschiedene Menschen kennen. In vieler Hinsicht war es eine absolute Bereicherung in meinem Leben und ich möchte es auf keinen Fall missen.

Mein zweiter Weg führte mich also nach Appenzell, das ist ein Gebiet in der Schweiz. Es ist allen sicher hinreichend bekannt, dass dieses Völklein ein eigener Menschenschlag ist. Eigen, sowohl in positiver wie auch negativer Hinsicht. Und so passierte es, dass ich an diesem besagten Tag beide Arten kennenlernen konnte.

Wie gewohnt, war ich früher an meinem Arbeitsplatz und war gerade dabei, meine Sachen aufzustellen, als zielbewusst eine ältere Dame auf mich zusteuerte und mich auf gut appenzellerisch ansprach (besser gesagt, sie überfiel mich geradewegs). Nun, ich werde versuchen, dieses Gespräch hier widerzugeben, obwohl ich genau weiss, dass es mir nicht gelingen wird!

Es klang ungefähr so!

„Jo guata Moarga, send Si ou scho uf? I bin olleweil früa uf, weil wesses Si, i tua a no singa und i hob a Fründin, de tuat au no spila. I gib Ihana mei Telefonnumma, Si könnt mi alleweil aaruafa, aba nid am Tag, nua Dzobed, weil am Tog, da gang i mit minara Fründin fuat.  
Ma mues es sich selbit schö macha, schunst hesch jo nid vum Läba. Wennd Si wönd, dass i amol kumm go singa, dann miand Si mi aber hola, weil i hon koa Auto und fahra kan i a nit, also denn, i wüansch Ihana no an schiana Tag.“ 

Und weg war sie!

Ich weiss, original Appenzellerisch ist das nicht, aber so ungefähr klang es in meinen Ohren. Also auf gut deutsch:

Die Dame wünschte mir einen guten Morgen, sagte mir, dass sie auch immer sehr früh auf sei, weil sie mit ihrer Freundin singen würde, d. h. die Freundin würde spielen, um Leute zu erfreuen. 
Und man müsse sich eben das Leben selber schön machen, sonst hätte man nichts davon. Erreichen könnte ich sie immer, nur nicht am Tage, denn da ginge sie immer fort. Und wenn ich einmal möchte, dass sie mit ihrer Freundin auch zu mir käme, müsste ich sie aber holen, denn sie hätte kein Auto und fahren könne sie ja auch nicht. 

Sie gab mir ihre Telefonnummer und Namen, winkte mir zu und ich sah sie nicht mehr. Leider verlor ich ihre Nummer, wäre nett gewesen diese aufgestellte Dame wieder mal zu sehen.

Dann kam ein richtiger Urappenzeller auf mich zu. Klein, missmutig und wichtigtuerisch. Keine Antwort auf mein „Grüezi“, nur barsch:

„Jo, jo, ihr Wiiber seid alle gliich, glaubts wohl, mir Mander wisset nid, was ihr wollt. Aber i bin nöd domm, i weisch alles, i hob vill do obe in mine Kopf, de Wiiber kennen mir olle gschtohle werde und vo wo kommsch au du? Und was koscht denn des Klump (er meinte meine Produkte) do? I kouf des alles und di glei aa no dazue, i bin nämli ned dumm, i hob vill do obe inmin Kopf.“ 
(Übersetzung: Also wir Frauen sind alle gleich, er wisse schon was wir möchten und er sei nicht dumm, er habe viel im Kopf und er würde mich samt den Produkten kaufen!) Komisch, wo er doch die Frauen hasste!

Nachdem ich also wusste, dass er viel im Kopf hatte, schaute ich ihn ruhig an und meinte: „Das glaube ich Ihnen gerne, bleibt nur die Frage was?“ Nach seinem dümmlichen Gesichtsausdruck zu schliessen, konnte er mir wohl nicht folgen. Leider setzte er sich zu Mittag noch zu mir an den Tisch und seinem primitiven und aufdringlichen Geschwätz konnte ich nur durch meinen raschen Aufbruch entrinnen.

Doch ich habe sehr viele liebenswürdige Appenzeller kennengelernt, das möchte ich hier absolut noch bemerken.

Bis bald zum nächsten Teil :) ... und wer will, kann >>> hier nochmal Teil 1 nachlesen.






Instagram

Written by Blogger: (click picture for more info and stats)













0 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

Meist geklickt