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#nicht immer brav aber...immer wOw


Ein Hundeleben und die englische Queen

Es war gestern, beim Morgenspaziergang. Noch im Halbdunkeln. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite verfolgte wurde eine wohl läufige Hündin von mehreren Rüden verfolgt. Die rannten wie üblich ungeordnet durcheinander, sich ab und zu untereinander beißend. Kurz vor einem relativ langsam fahrenden Oberleitungsbus rannte die Gruppe über die Straße auf den Mittelstreifen - und es kam, wie es wohl kommen mußte...




Ich hatte meinen Kai schon vorher wieder an die Leine gelegt, damit er sich nicht auch in einem Anfall von Vermehrungswut mit der Meute davonmachte. 

Die, wie schon erzählt, in wilder Unordnung kurz vor einem relativ langsam fahrenden Oberleitungsbus auf die Strasse gerannt war. 

Die liebestollen Hunde konnten den diesen Bus  überholenden PKW nicht sehen. Der Fahrer wohl auch nicht die Hundemeute. Den letzten und wahrscheinlich auch kleinsten  erwischtes es. Ein typischer „weicher“ Knall, der helle Hundekörper segelte sich überschlagend durch die Luft. 

Das Tier kam überraschend schnell auf die Beine und raste – wahrscheinlich unter Schock – genau entgegengesetzt wieder über die Straße.

Das ist wohl das Schlimmste an den streunenden Hunden hier in der Stadt und in der ganzen Ukraine: Sie sind mit Grund für Verkehrsunfälle. In diesem Fall kam wenigstens kein Menschenleben zu schaden.

Als ich einem Bekannten von mir, dem alten Seemann Pjotr Nikolajewitsch, das Erlebnis berichtete, bekam ich in Kurzfassung eine besondere Geschichte zu hören.

Ihr Schiff war vor der englischen Küste in Seenot geraten. Ihm hatte man in einem Hafen einen Welpen geschenkt, den der Kapitän und die Mannschaft an Bord zu lassen sich entschlossen. 

Als das Schiff in Schwierigkeiten kam und das Kommando zum Verlassen des Schiffes kam, hatte er als Chefmechaniker Dienst an der Maschine. Er befolgte das Kommando sofort, stolperte aber fast über den Hund, der an der Treppe auf dem Rücken liegend schlief. 

Er griff sich das Tier, wegen dem er sonst nie das Schiff abgesucht hätte und nahm es mit ins Rettungsboot.

Die Verhandlung vor dem Seegericht in England war sehr gründlich. Jeder musste zu Protokoll geben, was er getan, unterlassen, gehört und gesehen hatte.
Dabei erzählte ein Matrose, der Chefmechaniker sei erst von Bord gegangen, nachdem er den Schiffshund gerettet habe. Die anderen bezeugten das.

Nach etwa einer Woche bekam er – mein Bekannter – einen Brief von der englischen Königin. Sie ist wohl die Schutzherrin der englischen Tierschutzvereine. In dem Schreiben wurde ihm ihr Dank für die Rettung des Hundes ausgesprochen.

Als ich Pjotr Nikolajewitsch bat, mir bei Gelegenheit diesen Brief zu zeigen, wurde er etwas stiller. Dann sagte er mir: „Wir sind einmal abgebrannt. Da haben wir an anderes als an aufbewahrte Post gedacht.“ 

Weil sich niemand so eine Geschichte ausdenkt und ich ihn als eine ehrenwerte Person kenne, glaube ich unbesehen.

Was so alles mit einem Hundeleben verbunden sein kann...

Bleiben Sie recht gesund! Ihr Siegfried Newiger






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