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Andreas Mihavecz. Der vergessene Gefangene

Man hört viele Horrorgeschichten wie Gefangene behandelt werden und meistens vergisst man sie ebenso schnell wieder, doch diese Geschichte passierte weder in den Arabischen Ländern noch in Guantamano, sondern in unserem lieben Nachbarland Österreich. Dort überlebte ein unschuldig Verhafteter nur knapp. Warum, davon erzähle ich dir hier.



Den 1. April 1979 wird der damals 18jährige Vorarlberger Andreas Mihavecz wohl nie vergessen. Denn durch einen unglücklichen Zufall, nachdem er unschuldig als Passagier in einen Autounfall verwickelt wurde, nahmen ihn drei Gendarmeriebeamte in Gewahrsam und sperrten ihn in die enge Arrestzelle in ihrem Revier in Höchst. 

Dort sollte er für eine Nacht bleiben, aber dann geschah das Unglaubliche. Die Hüter des Gesetzes vergassen den jungen Mann ganz einfach!

Ohne Wasser und Nahrung überlebte Andreas 18 Tage lang, was fast an ein Wunder grenzt. Seine Rufe wurden nicht gehört und eine Vermisstanzeige seiner Mutter wurde ganz einfach ignoriert. Am Ende war er so schwach, dass er nicht einmal mehr schreien konnte.  

Mihavecz verlor 25 Kilo an Gewicht! Sein Überleben wurde dahingehend begründet, dass er angeblich das Kondenswasser von den Wänden leckte. Er selbst aber gab an, seinen eigenen Urin getrunken zu haben.

Am 19. April wurde Mihavecz durch einen Beamten zufällig entdeckt, nachdem der den Gestank aus der Zelle wahrgenommen hatte. Nicht zu glauben, dass dieser „Geruch“ nicht schon längst wahrgenommen wurde! Mihavecz wurde daraufhin sofort in ein Krankenhaus gebracht, doch es vergingen Wochen, bis er einigermassen wieder hergestellt war.

In der Gerichtsverhandlung beschuldigen sich die drei beteiligten Gendarmen gegenseitig. Jeder gab an, er dachte, der andere habe den Gefangenen schon längst wieder freigelassen. Sie wurden wegen „Grober Fahrlässigkeit im Amt“ zu Geldstrafen von umgerechnet je 2000 Euro verurteilt.  

Wohl ein lächerlicher Betrag, wenn man das Leben eines Menschen so leichtfertig in Kauf nimmt. (Oder spricht es tatsächlich für die Intelligenz von Beamten?) Denn, dass einer nicht gerade der Hellste ist, könnte man ja noch verstehen, aber gleich drei?

Erst zwei Jahre später wurden in einem Zivilverfahren Mihavecz 250`000 Schilling (rund 18`000 Euro) zugesprochen.

Andreas Mihavecz kam knapp mit dem Leben davon, doch er wird wohl für den Rest seiner Tage gezeichnet sein. Es ist dies wohl einer der makabersten Geschichten, die sich in einem angeblich zivilisierten Land zugetragen hat. 

Aber dies ist wohl nur unsere ureigenste Meinung, da andere Greuel ja meistens gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen und das ganz sicher nicht nur in anderen Breitengraden, sondern auch bei uns.

Übrigens: Bis heute hat sich niemand und schon gar keiner der drei beteiligten Gendameriebeamten bei Andreas Mihavecz entschuldigt.

Andreas Mihavecz lebt und arbeitet heute in Bregenz. Trotz dieser unfassbaren Erlebnisse und dem ihm angetanen Unrecht führt er ein "ganz normales" Leben. 






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