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#nicht immer brav aber...immer wOw


Ostern. Oder wer die Angst fürchtet...

...leidet bereits an dem, was er fürchtet". Angst, sind wir doch ehrlich, hat jeder von uns. Noch nie in unserer Geschichte hatten die Menschen in Europa jedoch so wenig Grund, Angst zu haben und sich zu fürchten. Doch erstaunlicherweise ist genau das Gegenteil der Fall - Angst und Furcht sind allgegenwärtig! Was das mit Ostern zu tun hat? Sehr viel. Alles eigentlich.



Die Menschen haben Angst. Vor dem Leben und vor dem Sterben. Vor dem Heute und vor dem Morgen. Und manchmal auch vor dem Gestern. Es könnte ja wieder passieren, was uns früher in unserem Leben geschehen ist. Oder was anderen passiert ist. Oder was uns manche immer wieder einflüstern, das passieren könnte.

"Fürchtet euch", das ist die Botschaft dieser Welt bis heute! Und wer im Fernsehen die ganzen schlimmen Geschichten hört und sieht, der kann wirklich schnell das Gefühl bekommen, dass jeder von uns ganz knapp vor dem Abgrund, vor dem Untergang steht.

Heute am Ostersonntag gedenken Milliarden auf der ganzen Welt eines Mannes, der vor etwa 2000 Jahren den Menschen die Angst wenn schon nicht nehmen, dann doch lindern wollte. Aber auf ihn hören, das machen die allerwenigsten! Denn was war seine Botschaft?

 "Fürchtet euch nicht!" Selbst in seinen schlimmsten Momenten war das die zentrale Botschaft Jesu. Denn nicht einmal der dunkle, kalte Tod ist das Ende.

Ich bin nicht besonders religiös, aber ob Christ oder nicht, eines muss man diesem Jesus zugestehen: Er muss sehr charismatisch gewesen sein, er muss wichtiges gesagt haben, sonst würden nicht noch tausende Jahre nach ihm noch Menschen über ihn sprechen.

Und eines beeindruckt mich ganz besonders. Dieser Jesus, der als Sohn Gottes - und auch als ganz normaler Mensch - die Macht und die Möglichkeit gehabt hätte, sich seinem schmerzhaften und grausamen Tod ganz einfach zu "entziehen", ging seinen Weg ganz bewusst. Und mit viel Angst und Furcht bis zu einem Ende, das viel schrecklicher wohl nicht sein kann. 

Warum tut einer das? Würdest du das tun? Ich nicht. Unsere Bloggerin Dagmar hat in ihrem Post über den Karfreitag (>>>hier gerne zum Nachlesen) darüber sinniert, was gewesen wäre, hätte Jesus einen "leichten" Weg gewählt.

Einer ihrer Gedanken hat mich ganz besonders beeindruckt. Dass Jesus deshalb in unserer Erinnerung blieb, weil er sich seiner Angst gestellt hat - und sogar mitten durch sie hindurch ging. Und sie so besiegt hat. Erst dadurch wurde seine Botschaft "Fürchtet euch nicht!" glaubhaft, so beeindruckend, dass sich heute weit mehr als 2,2 Milliarden Menschen zu seiner Lehre bekennen. Oder es zumindest vorgeben.

Ich verstehe Menschen, die Angst haben. Weil ich im meinem Leben schon oft Angst und Furcht hatte. Mächtig sogar. So wie du auch. Und keine Sorge, dein Lebenspartner genauso wie deine Eltern, deine Freunde, Arbeitskollegen, dein Banker ... jeder, dem du begegnest hat Angst.

Aber Angst wovor??? Nimm dir doch einmal 1 Minute, das ist nicht einmal eine Werbepause im Fernsehen, und schreib deine grössten Ängste auf. Und dazu, was passiert, wenn diese Ängste wahr würden. Und was dann im schlimmsten Fall passiert.

Meine grösste Angst? Der musste ich mich im Mai 2007 stellen, kurz nach der Frühgeburt meines Sohnes Aaron. Als mir eine Ärztin am Brutkasten erklärte, ich solle mich von Aaron verabschieden, weil nach einem Darmdurchbruch eine Notoperation nötig sei, die Aaron wahrscheinlich nicht überleben würde...  
Für mich war in diesem Moment die Welt "vorbei". Wochenlang hatte der kleine Knirps mit seinen 36 cm und 1 Kilogramm tapfer um sein Leben gekämpft, und in 2 Stunden sollte alles vorbei sein? 120 Minuten, dann stirbt mein Sohn??? Und ich weiss es! Probleme, Ängste, Sorgen? Ich schwöre, in diesem Moment hatte ich keine mehr. Nur mehr eine. 

Was ist es wirklich wert, Angst davor zu haben??? Wofür muss ich mich fürchten? 

Nichts, absolut nichts auf dieser Welt ist das Ende. Ich war schon mehrmals dort, was andere als "Ende" betrachtet haben. Und vielleicht muss ich wieder dort hin.

Aber es geht immer weiter, das ist es, was uns Jesus gezeigt hat. Und nach ihm viele Menschen, die wir dafür meist auch bewundern. 

Damit mein ich gar nicht einen Ghandi, oder einen Stephen Hawking, der trotz seiner massiven Einschränkung einer der grössten Denker unserer Zeit ist ... damit mein ich vorallem die "kleinen" Helden wie zum Beispiel eine Ellie Challis, die trotz ihrem harten Schicksal mit Leidenschaft Fussball spielt. 

Oder jenen Mann, den ich aus einem meiner Lieblingscafes kenne, und dessen geliebte Frau vor wenigen Wochen völlig überraschend gestorben ist. Der dennoch weitermacht. 

Oder jene liebevolle Mutter, die ich immer wieder im Zug sehe, wenn sie mit ihrem schwerstbehinderten Sohn Ausflüge macht ... weil er Zug fahren so sehr liebt. 

Oder jenem jungen Mädchen aus einer grossen Vorarlberger Stadt, die wegen ihrer Krankheit immer mit einer Sauerstoff-Flasche und einer Kanüle in der Nase unterwegs ist. Und nicht allzusehr lachen darf, weil sie dann keine Luft mehr bekommt. Die aber dennoch unglaublich lebensfroh ist. Auch sie treff ich ab und zu im Zug. 

Oder meinen Bekannten aus Innsbruck, deren Kind nie etwas hören und sehen wird, weil die entsprechenden Gehirnregionen aufgrund einer Frühgeburt abgestorben sind. 

Was glaubt ihr, was die alle erzählen, wenn es um Angst und Furcht geht??? 

Hast du deinen Zettel geschrieben mit deinen grössten Ängsten? Es geht mir nicht darum, hier aufzuzeigen, wie gut oder schlecht es Menschen geht, um Gottes Willen, sondern um eines: Die meisten Probleme und Ängste sind es gar nicht wert, wertvolle Zeit an sie zu verschwenden.

Warte nicht darauf, bis dir "das Schicksal" das auf die harte Tour klar macht. Lass nicht Angst und Furcht dein Leben bestimmen. 

Wer das Leid fürchtet, 
leidet bereits an dem, was er fürchtet.

Michel de Montaigne

Fürchtet euch nicht. Diese drei simplen Worte können wahrscheinlich mehr verändern, als du denkst. Und heute, Ostersonntag 2016, ist ein guter Tag, damit anzufangen.






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2 Kommentare, Tipps & News von LeserInnen:

  1. Ich danke dir Wolfgang, von ganzem Herzen, für diese mich ergreifenden und berührenden Worte die mich innerlich aufrütteln und schütteln. Ich danke dir, es ist Ostern - ich beginne langsam wieder aufzuwachen und Halt zu spüren, statt der Angst nachzugeben. Euch allen herzliche Grüße.
    Knuddeldrück, Tatjana - bin wieder da :)

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    1. Hallo Tatjana, schön, bist du wieder da. Wir haben dich - obwohl wir uns nicht persönlich kennen - und deine Geschichten schon vermisst :-)

      Und das mit der Angst ist gar nicht so einfach, ich weiss das auch...

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Danke für eure Kommentare. Und dafür, dass ihr fair und mit Respekt anderen Meinungen gegenüber diskutiert.

Euer HotNewsBlog-Team

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