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Wie eine Baumrinde Malaria heilt

Es ist das Jahr 1638. Die Gräfin von Chinchon, Gemahlin des spanischen Vizekönigs in Peru, leidet an Fieber und Schüttelfrost, ist dem Tode nah. Ihr Hofarzt vertraut als letzte Hoffnung einem alten Heilmittel der Indianer. Die bereiteten einen Trank aus der Rinde des Chinarindenbaumes und heilten damit das Sumpffieber, wie man Malaria im Volksmund nannte. 

Sie ist Hauptüberträgerin der Malaria: Stechmücke der Gattung Anopheles

Die Gräfin überlebte und soll das aus Sicht der Weissen "Wundermittel" 1640 nach Europa gebracht haben. In grossem Rahmen sorgten jedoch als Missionare tätige Jesuiten für die Verbreitung des Malaria-Mittels. Sie schickten zunächst einige Proben nach Europa und ab etwa 1650 wurde das Mittel regelmässig dorthin geliefert.

Lange Zeit war das tödliche Fieber für die weissen Eroberer ein vollkommenes Rätsel. Da man annahm, dass sie durch schädliche Ausdünstungen von Sümpfen verbreitet werde, wurde die Krankheit "Malaria" genannt, das wörtlich übersetzt "schlechte Luft" bedeutet. 

Bei der Mehrheit der europäischen Protestanten stiess die "Jesuitenrinde" im 17. Jahrhundert jedoch auf Ablehnung. Man befürchtete, die zerstossene Rinde sei Teil eines von den Katholiken angezettelten Komplotts mit dem Ziel, den Protestantismus zu vernichten. 

Ein besonderes Beispiel von Sturheit und Vorurteil lieferte der puritanische englische Staatsmann Oliver Cromwell, der ein Leben lang an Malariaanfällen litt und schliesslich an dieser Krankheit starb. Bis zuletzt weigerte er sich strikt, das "Teufelspulver" einzunehmen. 
Im Laufe 18. Jahrhunderts wurde das Heilmittel der Jesuiten schliesslich doch auch von der Ärzteschaft akzeptiert - unabhänging von Religionsbekenntnissen. 

Erst 1820 gelang es zwei französischen Ärzten, Joseph Pelletier und Joseph Caventou, das Alkaloid, die eigentlich heilende Substanz aus der Rinde, zu isolieren. Sie nannten es Chinin, nach dem Quechuawort Quinquina, was so viel heisst wie "Rinde der Rinden", woher der Chinarindenbaum auch seinen heutigen Namen hat.


Weltweit sterben auch heute noch Jahr für Jahr bis zu 1,8 Millionen Menschen an Malaria,
über 500 Millionen Menschen werden infiziert. Es fehlt überall an genügend Malaria-Medikamenten. 

Im Jahr 1880 entdeckte der französische Wissenschaftler Charles Laveran, dass die zur völligen Erschöpfung führenden Fieber- und Schüttelfrostanfälle bei Malariakranken von bestimmten Sporentierchen hervorgerufen werden. Und dass die Erreger von Stechmücken der Gattung Anopheles übertragen werden, die in den Tropen und Subtropen weit verbreitet sind.

Chinin verhindert die Bildung des Enzyms Hämpolymerase, auf welches die Erreger während ihrer Lebensphase in den roten Blutkörperchen angewiesen sind. Allerdings können auch schwere Nebenwirkungen auftreten, weshalb auch nach Alternativen gesucht wurde.

Dennoch werden auch heute noch viele Medikamente gegen Malaria aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen. Heute jedoch stammt die meiste Rinde aus kultivierten Pflanzen.

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