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#nicht immer brav aber...immer wOw


Burrneshas. Frauen, die zu Männern werden

In den Bergen des Nordens Albaniens gilt noch der Kanun. Dies ist ein mündlich überliefertes Gewohnheitsrecht aus dem 15. Jahrhundert. Es umfasst einen Lebens- und Moralkodex, der das Zusammenleben regelt. So zum Beispiel die soziale Ordnung, die Familienhierarchie, Feste, aber auch die Sühne- und Blutrache. Und auch, wie eine Frau zu einem Mann, einer Burrnesha, wird



In diesem Teil von Albanien haben die Männer alle, die Frauen aber kaum Rechte. So ist es für eine Familie fast überlebenswichtig, Söhne zu haben. Denn der kümmert sich um sie, verteidigt sie wenn notwenig und rächt sie sogar. Nur er kann den Besitz erben.

Frauen dagegen dürfen nicht einmal das Zimmer betreten, wenn sich Männer dort aufhalten und dürfen auch ihren eigenen Mann in Gegenwart anderer nicht ansprechen.

Wenn es also keine Söhne gibt oder durch Tod keine Männer mehr in der Familie sind, dürfen Frauen in bestimmten Fällen zu Männern werden, zu einer sogenannten Burrnesha. Dies ist das albanische Wort für  Mannsfrauen, hat aber absolut nichts mit Transsexualität oder mit Transvestiten zu tun.

Es geschieht dies ohne Operation, aber durch soziale Rituale. Es ist ein Gesetz aus dem Mittelalter, welches erlaubt, dass beim Tod eines Patriarchen, dann eben eine Frau, eine Burrnesha dessen Platz in der Familie besetzen darf.

Manchmal werden Mädchen dabei schon als Kind zur „Schwur-Jungfrau“ gemacht. Es muss sich zur lebenslanger Jungfräulichkeit verpflichten. Sie müssen Männerarbeit verrichten, tragen Männerkleidung, tragen einen Männerhaarschnitt und werden als Männer respektiert. 

Sie dürfen rauchen, Auto fahren, ausgehen und eben alles machen, was dort nur den Männern vorbehalten ist. In dieser frauenverachtenden Gesellschaft war es für Mädchen oft die einzige Möglichkeit, ein freies Leben zu führen und so wurden sie eben zu einer Burrnesha.

Denn durch diesen symbolischen Übertritt zum männlichen Geschlecht, war es der Frau gegönnt, einer arrangierten Heirat zu entgehen. Und da sie fortan als Mann lebte, ersparte sie sich und ihrer Familie die Schande, welche unweigerlich durch den Bruch eines Eheversprechens eingetreten wäre. 




Auch hätte es nur Nachteile für die betreffende Familie gebracht, wenn kein männliches Familienoberhaupt mehr existiert hätte, denn so wäre auch ein Sitz im Rat der Gemeinde oder des Stammes verloren gegangen. Und so übernahm eben eine Tochter diese Stelle, lebte als Mann und wurde zum Familienoberhaupt.

Warum es immer weniger Männer gab, rührt sicher auch davon her, dass in diesen südosteuropäischen Gesellschaften noch immer die Blutrache herrscht. Dabei wurden oft zum grössten Teil die männlichen Mitglieder einer Familie ausgerottet.

Doch die gesellschaftlicher Modernisierung brachte ein weitgehendes Aussterben dieser Lebensform. In Albanien leben noch etwa 40 dieser eingeschworenen Jungfrauen.

Persönliche Anmerkung: Ich kenne hierzulande viele Frauen, die nach dem Tod ihres Vaters oder Ehemannes auch “ihren Mann“ standen, ohne dass sie gleich Männerkleidung trugen oder sich einen Männerhaarschnitt zulegten. 

Doch bei vielen Frauen – meistens den jüngeren – kann man sich wohl nicht mehr so sicher sein- ist es nun eine Frau oder ein Mann???? ;o)

Auch zum Nachlesen: Mein  >>>Artikel von den Bacha Poshs. Dort werden – wenn es in der Familie zu wenig oder gar keine Jungs gibt – Mädchen zu Männern gemacht. Dies ist besonders in Pakistan, aber noch mehr in Afhanistan Brauch. 






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