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Das Drama von Lampedusa

Wenn man über die Insel Lampedusa fliegt oder sich auf der kleinen Mittelmeerinsel bewegt, wo die italienische Küstenwache die Flüchtlingsboote auf ihrem Schiffsfriedhof verrotten lässt, dann offenbart sich einem das ganze Drama und Ausmass dieses Flüchtlingselends.



Man kann es gar nicht übersehen. Denn dieses Elend ist für alle sichtbar. Es liegt gleich neben dem Fussballplatz und drekt am Hafen von Lampedusa. Da verrotten eine ganze Ansammlung dieser Flüchtlingsboote aus Afrika. Es ist alles was geblieben ist, von den Hoffnungen, den Ängsten und Leiden all der Menschen, die übers Mittelmeer kamen, um hier ein besseres Leben zu suchen.

Es ist wohl kaum zu ermessen, wie viele Dramen sich auf diesen Booten abgespielt haben. Wie viele Menschen fanden auf diesen schwimmenden Nussschalen den Tod, da ja die meisten überhaupt nicht seetüchtig waren. 

So wie Ende Juli 2014, als man 30 Leichen im völlig überfüllten Frachtraum so eines Seelenverkäufers auffand. Vermutlich starben sie alle an den giftigen Motorabgasen.  
Andere kentern einfach, wie ein anderes Beispiel vom Mai zeigt. Dort waren 400 Menschen an Bord, als das Boot 100 Meilen südlich von Lampedusa unterging. Nur die Hälfte davon konnten gerettet werden.

Diese Menschen setzen all ihre Hoffnung und ihr letztes Geld auf so eine gefährliche Schiffsreise. Obwohl „Schiff“ wohl das falsche Wort dafür sein dürfte. Denn meistens handelt es sich um primitive und seeuntaugliche Fischerboote, die auch nicht für einen Personenverkehr zugelassen sind.

Für eine Ladung von Fischen sei es kein Problem, da hätten sie eine gute Stabilität, für Massen von Menschen aber liegt der Schwerpunkt zu hoch. Und so kann so ein Boot sogar bei nur geringem Seegang kentern.

Trotzdem wagen es immer wieder Hunderte von Verzweifelten  - von Libyen aus  - die italienische Insel zu ereichen. Geschafft haben es in den letzten 15 Jahren etwa 200`000 Flüchtlinge, 7`000 Menschen sind ertrunken, verdurstet oder in den Laderäumen erstickt. Die meisten davon kamen aus Eritrea, Somalia und besonders aus anderen armen afrikanischen Ländern sowie Syrien.




Die Flüchtlingszahlen sind derzeit fast höher als seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch seit diesem Jahr kommen nur noch wenige Flüchtlingsboote in Lampedusa an. Der Grund dafür dürfte der am 3. Oktober 2013 havarierte Kahn sein, der nicht einmal einen Kilometer von der Insel entfernt war. Damals ertranken 350 Menschen - meistens Frauen und Kinder.

Nun bekam die italienische Küstenwache wegen dieser schrecklichen Katastrophe die offizielle Aufgabe, das Meer systematisch mit Schiffen, Flugzeugen, Hubschraubern, ja sogar Drohnen, nach Flüchtlingsbooten abzusuchen, um das Leben der Migranten zu retten.  



Und auch sollen die Flüchtlinge nicht mehr nach Lampedusa gebracht werden, sondern nach Sizilien in Auffanglagern kommen.

Und die Boote? Die werden an Ort und Stelle im Meer versenkt. So wird das Grauen der Wracks im Schiffsfriedhofvon Lampedusa wohl nicht weiter anwachsen, das Elend und die Zahl der Flüchtlinge  aber schon.

Und wie es aussieht, werden es wohl nicht nur Flüchtlinge aus den afrikanischen Ländern sein, sondern dieses Drama nimmt immer mehr von Menschen aller Nationen und Religionen zu.



 
Darum wird es auch nie zu einer befriedigenden Lösung kommen, so lange die Menschen nicht verstehen, dass für alle – egal welche Hautfarbe und Gesinnung -  ein Platz auf dieser Erde ist.






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