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Geschichte der Lochplatten-Spieldose

Mein Bruder besitzt eine ganz alte Lochplatten-Spieldose. Er hat sie vor vielen Jahren von seinem Taufpaten als Geschenk bekommen und sie immer gut aufbewahrt.  Vor kurzem durften wir sie wieder bestaunen und haben uns gefragt, woher wohl diese Spieluhr kommt




Peters Spieluhr ist klein und in eine alte Zigarrenschachtel eingebaut (oben auf dem Bild ein etwas luxuriöseres Modell), mit auswechselbaren Lochplatten die so gross sind wie eine heutige CD. Mich hat das Interesse gepackt, ich wollte wissen, woher die Spieldose kommt und wie alt dieses Ding ist.

Und siehe da, wer hat`s erfunden? Natürlich ein Schweizer!

Die Erfindung der Musikdose geht auf den Genfer Uhrmacher Antoine Favre-Salomon zurück, der schon 1796 das Prinzip der klingenden Stahllamelle für eine musizierende Taschenuhr anwendete. Wie das funktioniert, das kannst du in diesem kurzen Video sehen:




Spieldosen, wie wir sie heute kennen, wurden ab etwa 1810 hergestellt. Sie wurden sogar in Kamin- und Wanduhren eingebaut. 

Im Zentrum der Spieldosenindustrie - im schweizerischen Genf und Sainte Croix - wurden um 1813 ca. 3`000 Stück im Jahr produziert. Die Teile waren so beliebt, dass zum Beispiel im Jahr 1827 bereits mehr als 16`500 Spieldosen hergestellt wurden.

Aber so richtig los ging es in den 1860iger Jahren los, als neben Europa auch Amerika und Asien als Abnehmer auftraten. Um 1890 wurden allein in der Schweiz über 200`00 Stück hergestellt! 

Doch die klassische Spieluhr stand da schon kurz vor ihrem Untergang. Denn in Leipzig-Gohlis erfand 1886/87 ein gewisser Paul Lochmann die Lochplatten-Spieldose

Die sollte schon bald der gefährlichste Konkurrent der bisher weltführenden Walzen-Spieldose werden. Denn auf einer Lochplatten-Spieldosen konnten mehrere Melodien gehört werden! Es musste nur noch die "Spielscheibe" ausgewechselt werden und fertig. 





Die Schweizer Konstrukteure aus St. Croix ließen sich aber nicht entmutigen und versuchten tapfer, mit den Konkurrenten - vor allem aus Deutschland - mitzuhalten. Bis eine andere Erfindung den Spieluhren allgemein den Garaus machte: Der Phonograph !

Bereits 1877 hatte Thomas Alva Edison den Phonographen zum Patent angemeldet. Mit dem Phonograph konnten Töne aufgenommen und danach wiedergegeben werden. Wenn auch anfangs noch in erbärmlicher Qualität.

Dennoch war der Phonograph eine Sensation! Und das Gerät legte den Grundstein für unser heutiges digitales Zeitalter.

Zudem erfant im Jahr 1887 der deutschstämmige Amerikaner Emile Berliner das Grammophon. Die Schallplatten-Vervielfältigung mittels Schellack-Schallplatte erfand man in den Jahren 1892-95.

Ab dann traten nicht nur der Phonograph, auch die elektrischen Klaviere und Orchestrione ihren Siegeszug um die Welt an, der erst durch die Krisen der 1930er Jahre beendet wurde.

Ganz verschwunden ist die Spieldosenindustrie aber auch heute nicht. Am selben Ort, an dem früher für Fürsten, Kaiser und Könige Musikdosen hergestellt wurden, werden immer noch Spieldosen hergestellt. Wo?

Richtig! St. Croix in der Schweiz ist auch heute noch ein Begriff für viele begeisterte Kunden in der ganzen Welt.






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